• Hallo an alle,

    zuerst mal kurz was über mich.
    Mein name ist Leftaniel bin 33 jahre alt und bin seit nun mehr 4 Jahren im Methadon-Programm und ebensolange bin ich auch frei von beigebrauch.
    Man sollte meinen das damit alles relativ okay wäre, doch von Jahr zu Jahr wird manches schlimmer. Nach ca. 2 Jahren im Programm fing es an das ich mich immer mehr abgeschottet habe. Ich hab ausser meiner Arbeit nichts anderes mehr gamacht war nur noch zuhause.
    Ich redete mir selbst ein das ich einfach nur noch meine Ruhe haben will und das alleine sein gut ist.
    Also hab ich dieses Verhalten einfach weiterlaufen lassen.
    Doch nun ist es schon so weit das ich leider auch meinen Job verloren habe und nichts mehr auf die Reihe bekomme.
    Alles was ich im Kopf habe sind die Tage an denen ich mein Rezept holen kann. Ich kann nicht mal mehr mit meinem Metha umgehen, denn sobald ich mein Rezept habe press ich mir zuhaues gleich noch mal 3 Dosen nur um irgendwie high zu sein. das mir diese Ration aber fehlt juckt mich in dem Moment nicht. Denn ich kann mir ja jede Woche noch mal so Metha holen.
    Ich hab Grenzen überschritten und nun hab ich keinen Plan mehr wie ich da wieder raus kommen soll.
    Sogar den Kontakt zu meinen Eltern hab ich abgebrochen, so das ich nun echt alleine da stehe.
    Aber jetzt un hier alles zu schreiben würde den Rahmen dieses Forums sprengen deshalb belasse ich es jetzt einfach mal hiermit.

    Nun denn frohe Weihnachten, schöne Feiertage und nen guten Rutsch euch allen

    Grz Leftaniel

  • Servus Leftaniel,

    keine 'Angst, den Rahmen kann man nicht so einfach sprengen, also da musst keine Bedenken haben, du kannst also so weit ausholen wie es dir behagt :smiling_face:

    Als erstes will ich dir mal sagen, 4 Jahre ohne Beigebraucht ist eine super Leistung und da ich vermute du kommst aus dem Bereich 'Heroin, da ist das auch nicht unbedingt die Regel.
    Aber das weißt du auch selbst, dass viele nicht ein sauberes Programm fahren ...

    Meine Frage ist nun, wirst du im Programm nicht auch engmaschig betreut?
    Einfach nur Rezepte erstellen halte ich für eine weniger gute Lösung, also erzähl mal wie das bei dir ist.

    Ohne dir jetzt groß 'Angst zu machen, man kann schon sehr gut raus lesen, dass du wirklich tief drinnen steckst.
    Daher würde ich dir wirklich empfehlen, begib dich umgehend an eine passende Stelle, die dir aus dieser Krise helfen kann.
    Da deine Dosierung nicht mehr richtig klappt, da wird es ja Tag für Tag gefährlicher ...
    Dazu noch der Jobverlust und dein Rückzug, das ist einfach der Weg zur Depression und um eine Chronifizierung zu vermeiden, sollte man das wirklich mit Fachpersonal besprechen.

    Warum ziehst du dich vor deinen Eltern auch zurück, gibt es da Gründe dafür?
    Wie war das in deiner Akutzeit, haben die dich unterstützt?

    Wenn man aus der Szene aussteigt, dann ist es oft so, dass man kaum noch Umgang zu anderen Menschen hat, wie auch, wenn man Jahre nur mit Drogenleuten zu tun hatte.
    Ich wünsche dir, dass du mit therapeutischer Unterstützung wieder stabiler wirst, dann musst auch bisserl schauen, was dich interessiert oder so.
    Vielleicht findest du über ein Hobby oder Sport, einer Selbsthilfegruppe oder sonstigen Vereinen zu einem neuen Umfeld und glaub mir, wenn der Anfang gemacht ist, wird es dir auch Stück für Stück leichter fallen :smiling_face:

    LG Franz

  • Hi,

    tja das mit dieser engeren Betreuung in der Substi, es war mitte diesen Jahres da wollte eben die Krankenkasse wissen wie es bei mir gerade läuft also hat mein Doc mich in die dafür zuständige Beratungsstelle in die Bayerstr.geschickt. um gemeinsam mit meinem Doc und dem Drogenberater festzustellen in wie weit ich noch eine Psychosoziale betreuung benötige.
    Zu dem Zeitpunkt jedoch lief soweit alles relativ gut hatte meinen Job und bin auch mit meiner Ration klargekommen. Ich hatte jedoch damals schon das Gefühl das irgendetwas anderes nicht stimmt eben das ich mich immer mehr abschotte
    und in eine Depression reinsteuere, ich habe also meinen Berater dort die Situation so geschildert wie sie sich dargestellt hat.
    Doch es wurde als das vergeht schon wieder abgetan. Damit war es für mich dann auch erledigt ich wollte ja auch raus aus dem System.
    Somit wurde dann einvernehmlich festgestellt das ich sowet stabil bin und auch keine ständige Psychosoziale Betreuung mehr benötige.

    Wenn ich mit meinem Doc darüber reden würde würde er auch anders handeln und mich entsprechend behandeln auch was meinen Umgang mit dem Methadon angeht.
    Aber wie es eben so ist, ich habe einfach keinen Bock wieder jeden Tag in die Praxis zu hüpfen und dort meine Methadon zu nehmen.

    Auch wenn ich nur zu gut weiß das es so wie es im Moment läuft nicht mehr weitergehen kann. Denn ich bekomm nichts mehr gebacken.
    Hätte mich schön Anfang diesen Monats Arbeitslosmelden sollen, doch ich verschiebe es schon den ganzen Monat. Meine Vermieterin will auch langsam ihre Miete haben doch ich versuche ihr auszuweichen was schwer ist da sie im gleichen Haus wohnt.
    Aber so bescheuert es sich auch anhören mag ich denke nur von Montag zu Montag, wenn ich mein Rezept hole und dann wieder mal mir eine Metha Dröhung verpassen kann.
    Wenn man genug nimmt kommt es auch ordentlich und mein Kopf ist Ruhig meine Laune ist gut ich fühl mich gut.

    Also alles in allem eine Situation die alles andere als optimal ist, das weiß ich einfach selbst zu gut, aber den Schritt in Richtung Hilfe suchen gehen, das fällt mir verdammt schwer, da ich dann wieder verzichten müsste,
    es am Anfang ein sehr unbequemer Weg wäre. Kein Take Home mehr die nächste Zeit, jeden Tag zum Doc laufen und auch kein Montagshigh mehr.

    Das mit meinen Eltern ist eine etwas längere Geschichte die ich aber auch nicht in einem öffentlichen Forum breittreten möchte, da sie für das Internet doch ein wenig zu persönlich ist.

    Nun denn jetzt hab ich genug geschrieben meine Finger krachen schon.

    Allen ein frohes Weihnachtsfest


    grz Lefti

  • Lefti, das wünsche ich dir auch und aus deinem Text kann man ja raus lesen, dass dir klar ist, dass es so nicht mehr lange geht.

    Vieles hättest jetzt selbst noch in der Hand, weil ich meine, wenn du von dir aus reagierst, würde es nicht gleich bedeuten, dass alles gestrichen wird.
    Nur bitte kümmer dich um deine Bude, weil auf der Straße sitzen sollte nicht auch noch eintreten - meld dich arbeitslos, geht auch am 27. !!!

    LG Franz

  • Hi,

    ja Mensch, pass auf - man rutsch so schnell wieder rein!
    Miete und Arbeitsamt sind wichtig & ich würde auch - als ersten Schritt - wieder täglich meine Dosis abholen, damit ich da keinen Mißbrauch mehr treiben kann!
    Weißt du, sehend in dei Schei*e rutschen, ist etwas, was ich ganz gut kenne: Da nutzt kein Verstand und garnix.
    Beuge vor & handle (jaja, leicht gesagt, klar!)

    Aber ey: Du hast Kraft und du warst VIER Jahre ohne Beikonsum, das ist ne ECHTE Leistung!

    LG.Ganesha

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