Mein SVV und die Geschichte drumrum

  • Hallo,
    (kurze Erklärung, ich hab sowas ähnliches schon beim "Vorstellen" gepostet, aber hier wird es wahrscheinlich noch ein bisschen ausführlicher.)
    In einer Schulaufgabe stand ich so unter Druck, dass ich dann irgendwie zur Schere gegriffen habe, mich geschn'tten hab und dann konnte ich auf einmal wieder schreiben. Das ist jetzt ca 2 Jahre her. Inzwischen ritze ich mich wieder. Vor ein paar Monaten war es so, dass, immer wenn ich unter großen Druck stand oder wenn mich jemand kritisiert hat oder ich mich ausgelacht gefühlt hab - was in meiner Realschulzeit SEHR oft vorkam -, dann habe ich mich mit der Schere geritzt.
    Als dann in der neuen Schule (Fachoberschule) das Praktikum im Kindergarten war, hat eine Erzieherin mich IMMER kritisiert, und als ich dann genug hatte bin ich da weg und hab mir klingen gekauft und... nja, mich geritzt..
    Seit dem ritze ich mich fast täglich. Ich fühl mich gut, währenddessen und danach. Und irgdndeine kleine Stimme in mir sagt "Das ist krank!"

    Ach ja, ich mach schon seit ca einem Jahr eine Thrapie, bis vor einem Monat hab ich nie über meine Selbstverletzungen geredet, aber als ich mir die Klingen gekauft hab, da hab ichs meiner Thera dann gesagt...

    Liebe Grüße
    CuttedWolf

  • Guten Abend CUttedWolf,

    so ähnlich habe ich auch mit dem 'SVV begonnen. Mehr oder weniger von allein und ohne dass ich vorher wusste, welchen Effekt es haben würde und was damit auf mich zukommt.
    Und dann wurde es irgendwann immer mehr und schließlich eben täglich.

    Dass du dich dabei gut fühlst und (zumindest kurzzeitig) danach auch, das ist - leider - ganz normal.
    Es beruhigt, baut Druck ab, man ist ganz bei sich, etc.
    Für mich gab es zu diesem Zeitpunkt aber keine kleine innere Stimme, die sagte, dass das krank sei. Ungewöhnlich vielleicht, okay, aber schlimm im Sinne von Leidensdruck fand ich das anfangs nicht - denn es hat ja geholfen, Situationen verändert, ich hab mich gut oder besser gefühlt etc.

    Aus welchen Gründen hast du es deiner Therapeutin denn dann letztlich gesagt?
    Und wie geht ihr in euren Gesprächen seitdem damit um?


    Gruß, .fibra.

  • Hallo .fibra., inzwischen ist es bei mir auch schon täglich, obwohl ich ganz selten auch mal einen Tag aussetze..
    Eig wollte ich es nie jmd sagen, aber als ich mir dann die Klingen gekauft habe, war ich irgendwie so von mir selber geschockt, dass es raus musste.. Die Schere war ja nie so scharf wie ne Klinge, das waren eher sehr oberflächliche "Kratzer". Und von diessem "richtigen" Schmerz war ich dann selber ein bissen geschockt, von mir selber. Darum hab ichs ihr gesagt. Und weil ich vom Ritzen loswerden will...
    na ja, also bis jetzt haben wir schon drübe geredet, ich soll immer vor und nach dem ritzen aufschreiben, wie's mir geht und was ich so fühle...
    Mal schauen, wies beim nächsten Termin wird....
    LG CuttedWolf

  • Hilfe!!
    Hab mich heute in der Schule geritzt! Ne lehrerin war end mies zu mir, hat mich angemotzt, wieso ich nich gelernt hab, obwohl ich die letzten 3 Unterrichtsstunden nicht da war. Ich hätte es ja nachlernen müssen, so viel Eigenverantwortung könnte man schon von mir erwarten...
    Ich war deswegen echt fertig, bin aufs Klo und hab mich geritzt... Und dann mit blutendem Arm zur Apotheke, weil ich keine Pflaster hatte. War einfach scheiße! zum Glück hatte ich nen schwarzen Pulli an, da hat man nichts gesehen.
    Kann mir vllt jmd ein paar Skills sagen, die ich auch in der Schule anwenden kann? Schreien oder Eiswürfel gehen da ja schlecht -.-
    Danke fürs lesen.
    CuttedWolf

  • Hallo CuttedWolf
    Sehr beliebt als Skill in der Öffentlichkeit ist eigentlich das Gummiband um das Handgelenk, das man dann an den Arm schnalzen lässt. Ich selber habe immer einen kleinen Igelball bei mir, wenn der Druck zu groß wird, hole ich das Bällchen hervor und drücke es in der Hand zusammen. Mir hilft das gelegentlich.
    Aber eins ist sicher, bei jedem wirken andere Skills, und auch nicht immer. Das kommt oft auf die Situation an.
    Der Vorfall von heute in der Schule zeigt mir allerdings, daß Du ernsthaft etwas tun solltest, um Selbstverletzungen zu vermeiden.
    Vielleicht kann Dir ja Deine Therapeutin dabei helfen?
    Liebe Grüße, und pass auf Dich auf
    dunge

  • Hallo dunge,
    ja, den kenn ich, bei mir bringt das nur nichts. Ich überleg auch schon die ganze Zeit, was mir helfen könnte, aber in so Momenten fällt mir nur die Klinge ein.
    Mich hat es irgendwie sehr erschrocken, dass ich mich sogar schon in der Schule ritze.. und ehrlich gesagt spiele ich auch schon mit dem Gedanken in eine Psychiatrie zu gehen, weil ich Schule + Den Druck von Freunden und Familie + Ritzen irgendwie nicht mehr lange aushalten kann. Innerlich bin ich kurz davor, die Schule zu schmeißen, aber dann wieder auch nicht.
    Kann man denn "nur" wegen Ritzen in eine Psychiatrie?
    Ich hab irgendwie den Eindruck, dass sie mir zwar schon hilft, aber nicht genug. Ich weiß nicht was ich machen kann, wenn der Druck zu groß wird, und ich glaube, dass ich das in einer Psychiatrie lernen würde. Oder? Kennt sich jemand aus, wie das da abläuft? Ich weiß iwie nicht weiter..

  • Hallo CuttedWolf,

    also, mir hilft das auch mit dem Gummiband ums Handgelenk, das auch schon dunge angesprochen hat. In der Klinik hatte ich auch mal so ein kleines Riechfläschchen mit Ammoniak drin, der stechende Geruch ist auch ein guter Skill bei manchen oder (auch in der Richtung) scharfe Chilischoten essen. Vielleicht hilft dir ja auch was pflanzliches zur Beruhigung, also Baldrian oder so etwas?! Vielleicht findest du ja auch hier noch das ein oder andere: https://www.suchtundselbsthilfe.de/forum/selbstve…-sv-skills.html
    Wenn es in der Schule ist, hast du da ne Vertrauenslehrerin, der du dich anvertrauen könntest, gerade wenn so eine akute Situation auftritt?

    Klinik finde ich eine gute Idee! Weißt, hinter dem Ritzen stehen ja eigentlich immer große Probleme, es gibt ja Ursachen für's Ritzen und die kann man sehr gut in einer Klinik bearbeiten. In einer Klinik hast du halt viele verschiedene Therapien, also nicht nur Einzel-, sondern auch Gruppengespräche, Ergo-, Kunst-, Sport-, Musik-, Bewegungstherapie etc, manche bieten auch spezielle Skillgruppen an. Wenn du dich für einen Klinikaufenthalt entscheidest und wir dir bei der Kliniksuche behilflich sein können, dann meld dich ruhig!

    Wie ich sehe, biust du 17Jahre alt. Deshalb geh ich davon aus, dass du noch bei deinen Eltern wohnst? Wissen die von deinem SVV? Können die dich vielleicht auch unterstützen?

  • Danke, gelberose, ich hab mir die Skills mal durchgelesen, aber ich glaub nicht, dass da was für mich dabei ist. Höchstens das Eis bzw Cool Pad auf den Arm, aber das hab ich ja nicht in der Schule dabei... Bei mir muss der Druck irgendwie raus, bzw ich muss durch irgendein Gefühl runterkommen. Ammoniak würde bei mir glaub ich nichts bringen.
    Ja, ich hab in der Schule eine Vertrauenslehrerin, sogar zwei, aber die eine ist ganz neu und die andere.. mh, die mag ich schon echt gerne, aber ich hab Angst davor mir ihr drüber zu reden. Und gerade in so ner Situaton, wo ich mich ritzen muss, da kann ich kaum reden, da kann ich mich auf nichts anderes mehr als den Druck konzentrieren..
    Klinik wäre schon ne gute Idee, aber ich hab von so vielen gelesen, dass sie da einfach nur reingesteckt und dann nicht behandelt werden. Und da ich eben noch unter 18 bin, können die mich dort auch einfachen "gefangen" lassen bzw einfach behaupten, dass ich eine Gefahr für mich und die Umwelt wäre und dann würde ich da unbehandelt vergammeln. Das is meine größte Angst...
    Ja, ich wohne noch bei meinen Eltern, meine Mum weiß auch, dass ich mich ritze, mein Vater nicht.
    Meine Mum kann damit selber irgendwie nich so umgehen, bzw versucht das dann wieder ins lustige zu ziehen.
    Ich hab irgendwie keinen mit dem ich offen über SVV reden kann, und das vermisse ich schon manchmal. Darum hab ich mir auch überlegt, ob ich in eine Gruppentherapie gehen soll; hab schon eine Adresse von einer. Des is mein nächster Schritt.

  • Gruppentherapie ist eine SEHR GUTE Idee!

    Naja, so schlimm sind Kliniken auch! Ich hatte bisher zwei stationäre Aufenthalte in zwei verschiedene Kliniken und die waren beide sehr gut und haben mir sehr weiter geholfen. Du gehst da ja dann freiwillig hin und dementsprechend kannst du dann auch jederzeit wieder gehen, wenn du merkst, es ist nichts für dich. Außerdem hast du vorher ein Vorgespräch, da kannst du schon mal abchecken, was die an Therapien so anbieten.

    Aber nun mach mal die Gruppentherapie. :smiling_face: Wann geht's da denn los?

  • Ich hab heute erst ein Vorgespräch mit der Gruppenleiterin, mal schauen, was da rauskommt.

    Von dem Gedanken in die Psychiatrie zu gehen bin ich jetzt erst mal weg, ich glaube nicht, dass mir das gerade helfen würde.
    Aaaber ich habe mich gestern wieder geritzt, musste nen Verband drum machen. Und dazu habe ich ne Frage: Muss man da irgendwas drunterlegen? Mull? Und welche Creme drauf? Oder überhaupt? Ich würde mich über eine Antwort freuen, weil ich Angst hab, dass sich das irgendwie entzündet oder so. Es ist nicht tief, nur rot und es sind viele sehr kleine Schnitte.
    Welche Wundsalbe ist da gut und auch nicht so teuer?

  • Hallo CuttedWolf,

    erstmal: Wie war das Gespräch? Ist die Frau dir sympathisch?

    Also, wegen Wundversorgung ist es SAM besten, wenn du es erstmal desinfizierst, mit nem ganz normalen Desinfektionsmittel. Und dann ne Creme drauf machen. Am besten so ne ganz normale Wundsalbe, Bepanthen oder so. Und dann bisserl Mull drauflegen und dann den Verband drüber. Weil wenn du nichts auf die Wunden machst und dann direkt den Verband drauf, auch wenn es nur oberflächlich ist, kann es sein, dass die Wunden nässen und dann klebt das am Verband, wenn du den wechselst und damit reisst du dann die Wunden wieder auf und der Heilöungsprozess dauert länger.

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