Cannabis-Sucht, aufgehört und jetzt ist es der Automat

  • hey leute

    ich hab von meinem 15. lebensjahr an gekifft, täglich ca ein gramm meistens in der bong.
    ich bin seit 7 monaten clean, komisch fand ich dass ich keinerlei entzugserscheinungen hatte, wenn meine kumpels einen gekifft haben. ich stand meist einfach daneben und habe einfach ohne dass ich das bedürfnis nach dem joint hatte eine zigarette geraucht.

    aber mit der zeit wurden es immer mehr zigaretten, als ich noch gekifft habe hat bei mir eine packung industrielle zigaretten 5 tage gehalten (eine packung drehtabak ca 2 wochen) und heute sind es bei industriellen 0.5 tage (ergo 2 packungen am tag) und bei selbstgedrehten 3.5 tage (2 packungen pro woche)
    nun habe ich in der zeit die ich früher mit Kiffen verbracht habe langeweile gehabt und vorallem auf einmal geld, vorher war nie welches da! und was mache ich idiot? ich renne damit in die spielhalle und das seit einem halben jahr. ich habe keinen cent und wenn ich morgen mein gehalt bekomme ist es schon weg weil ich schulden habe. ich will mich auf mein studium konzentrieren aber ich bin mit meinen gedanken beim daddelautomat und hoffe dass ich einmal mit x tausend euro aus dem laden gehe und die ganze scheiße hinter mir lasse. aber ehe das passiert bin ich tot oder die tausende euro die ich gewinnen könnte würden meine schulden nicht decken.

    ich gebe mein ganzes geld (kindergeld, gehalt, unterstützung durch die eltern) für zigaretten und spielautomaten aus.

    manchmal überlege ich ob ich nicht einfach wie früher wieder Kiffen sollte. nachdem ich mit dem Kiffen aufgehört habe wurde ich ein ganz anderer mensch, ich war fröhlicher, offener und habe so meine derzeitige freundin kennengelernt. und sie bemerkt wie schlecht ich in letzter zeit drauf bin und dass ich mich verändert habe... (sie weiß nicht dass ich spiele oder wie extrem viel ich rauche)

    und ich war zwar als kiffer nie so glücklich aber ich war nie so deprimiert wenn ich wieder mein ganzes geld in der spielhalle verloren habe. die Cannabis Sucht hat mich in einen abgrund gezogen und ich habe den absprung vom gras geschafft, bin aber nicht aus dem abgrund der Sucht entkommen und ich hoffe ich finde hier jmd der mir helfen kann, mir tipps geben kann, ich will einfach wieder ein normales leben und nicht wenn meine freunde sagen: "lass uns feiern gehn" sagen müssen ich habe kein geld. ich will den absprung schaffen, habe schon etliche foren beiträge gelesen, nichts hilft, deswegen schreibe ich diesen text

    entschuldigt bitte wenn der text recht lang ist :winking_face:

    ich danke jedem der sich das durchliest und mir irgendwie versucht eine hilfestellung zu geben oder mir hilft!

  • Hey bloodscript,

    na da bist du ja in einen schönen Schlamassel gestolpert.

    Suchtverlagerung ist leider nichts Seltenes. Kennen viele. Die Geschichte mit den Zigaretten kommt mir auch reichlich vertraut vor. :grinning_squinting_face:

    Wenn es darum geht, eine Abhängigkeit in den Griff zu bekommen, ist es mit dem bloßen Entzug des Suchtmittels dummerweise nicht getan. Nicht selten ist eine rigorose Umstellung der eigenen Lebensweise angezeigt, denn der Wegfall des Suchtmittels hinterlässt an vielerlei Stellen ein gewisses Vakuum, welches es mit positiven - im Sinne von nicht-schadhaften - Dingen zu füllen gilt.
    Ich persönlich glaube ja, dass sich eine Substituierung - im wortwörtlichen Sinne - nicht vermeiden lässt, und die einzig richtige Frage wohl ist, mit was und wie man die entstandenen Lücken füllt, ohne in eine neuerliche negative Sucht abzugleiten.

    Ganz allgemein halte ich es für eine gute Idee, alte Hobbys wiederzubeleben oder, falls nicht vorhanden, sich neue zu suchen. Manch einer hat in seiner Kinder- und Jugendzeit gern Modellbau betrieben, gemalt oder von mir aus gehäkelt. :winking_face: Manch einer verschreibt sich auch irgendeiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Tierheime suchen zum Beispiel immer ganz gern Helfer. Meine Freundin hat seinerzeit auch ehrenamtlich in einem Museum gearbeitet, was ihr sehr gut tat.
    Viele schwören ja auf Sport. Auf jeden Fall kann man nur empfehlen, täglich eine gewisse Zeit durchgängig an der frischen Luft unter natürlichem Licht zu verbringen. Einerseits hat das biologisch nachweisbare positive Effekte auf das hormonelle System (vor allem in der kalten Jahreszeit), was sich stabilisierend auf die Befindlichkeit auswirkt. Andererseits ist so ein Spaziergang entspannend und bietet Raum seinen eigenen Gedanken etwas nachzuhängen. Obendrein gibt man dem Tag durch eine regelmäßig Ausübung eine gewisse Struktur, was dann auch schon wieder das nächste Schlagwort wäre. :smiling_face: Strukturen sind wichtig. Alte Gewohnheiten sollten mal überdacht werden, usw.
    Die Bewältigungsstrategien sind so mannigfaltig wie die Menschen, die hier so rumlaufen. Ich für meinen Teil fand es vor allem auch ganz wichtig, mich eine Zeit lang von Suchtmitteln jeglicher Couleur rigoros fern zu halten, und mir einen überaus reflektierten Umgang mit selbigen zuzulegen. Z.B. überwache ich auch heute noch meinen Alkoholkonsum argwöhnisch, obwohl ich damit nie ein Problem hatte. Man kann ja nie wissen... :winking_face:

    So wie ich das sehe, wirst du bei deinem Spielproblem nicht um einen neuerlichen, dieses Mal planvollen ;), Entzug herum kommen, bei dem du auf ein paar Sachen mehr achten kannst, und dir um deine generelle Lebensführung vielleicht ein paar mehr Gedanken machen kannst.
    Wenn du das Gefühl hast, damit nicht allein klarzukommen, kann ich dir vor allem empfehlen, dich vertrauensvoll an eine Suchtberatung zu wenden. Ich weiß ja nicht, wie das so an deiner Uni ist, aber bei vielen bietet das Studentenwerk entsprechende Dienste für ihre Studierenden an.
    Gerade bei Spielsucht sei auch die Möglichkeit, sich einer entsprechenden Selbsthilfegruppe anzuschließen, nicht verschwiegen.

    LG
    WbD

  • Hi,

    jo, das ist mir auch passiert; nach Jahrzehnten Konsum und Jahren des Clean Seins von den harten Drogen dann in ner Spielhalle gejobbt.
    Meine Sucht-Muster 1:1 aufs Spielen übertragen.
    Ist absolut verhängnisvoll.
    Kann dir nur raten, gehe in ne Suchtberatung und lasse dir helfen.
    Ich habs für mich so lala geregelt bekommen, aber die Erfahrung zeigt, dass die meisten das nicht schaffen.

    LG.Ganesha

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