Sportwettensucht

  • hallo liebe Forum-Mitglieder,

    ich habe ein ähnliches Problem. Mein Freund kam durch einen Freund und durch seinen Bruder in die Berührung mit Spielotheken und Sportwetten. Erst hat er auch online einige tausend Euro bei Sportwetten verspielt. (ca.4000€ minus insgesamt) und auch in der Spielothek hat er einiges an Geld gelassen. Das alles ist ein einer Zeitspanne von einem Jahr passiert.

    Auch sein Bruder ist hochgradig spielsüchtig mit Automaten. Das ging soweit, dass er sein gesamtes Geld verspielt hat und auch zeitweise nichts zu essen hatte. Nun ist es so, dass sein Vater sein gesamtes geld verwaltet. Er ist auch in einer Suchtberatung einmal in der Woche eine Stunde, welche zu ihm meinte, dass er so suchtgefährdet ist, dass er ohne einen klinischen Aufenthalt nicht mehr möglich ist ihn zu heilen. Auch der Vater von beiden war früher mal spielsüchtig, was sich mein Freund als Ausrede nimmt, dass es in den Genen der Familie liegen würde.Nun weiter zu meinem Freund. Er hat auch sehr viel Geld bei Sportwetten durch Onlinebuchhalter verloren.... Nun habe ich alle Accounts von ihm gesperrt. Doch er geht fast täglich zu dem hier örtlichen Wettbüro. Er setzt zwar nur noch 2€ Beträge, aber trotzdem kann er sich nicht mal ein Fussballspiel anschauen ohne zu Wetten. Wenn seine Wette verloren ist, geht er teilweise auch noch in der Halbzeit los und holt sich einen neuen Wettschein und das mehrere Male in der Woche. Er setzt auf alle Spiele die laufen und stattfinden. Mir geht es nicht um das Geld, sondern darum, dass ich dieses Verhalten einfach nicht nachvollziehen kann. In der letzten Zeit hat er auch nur verloren außer heute hat er wieder mal was gewonnen, wodurch er nun überzeugt ist auch weiterhin zu gewinnen. Die Wettsummen sind zwar gesunken, aber trotzdem kann das doch nicht so weiter bis an sein Lebensende mit dem Wetten gehen.

    Ich habe langsam keine Kraft mehr diese ganzen Lasten zu tragen. Ich studiere Lehramt und bin gerade dabei meine Examensarbeit ztu schreiben. Im nächsten Jahr mache ich Examen und weiß ehrlich gesagt wie ich das alles bewältigen soll. Ich denke nicht, dass er damit aufhören wird, da er überzeugt ist nicht süchtig zu sein und alles unter Kontrolle zu haben.... Im Dezember diesen Jahres wollen wir heiraten, doch ich weiß nicht, wie das in einer Ehe funktionieren soll.

    Über Ratschläge von euch wäre ich sehr dankbar!

    Viele Grüße
    Jennifer

  • Hey Jennifer und willkommen. :smiling_face:

    Zitat

    Ich habe langsam keine Kraft mehr diese ganzen Lasten zu tragen. Ich studiere Lehramt und bin gerade dabei meine Examensarbeit ztu schreiben. Im nächsten Jahr mache ich Examen und weiß ehrlich gesagt wie ich das alles bewältigen soll.


    Klingt wirklich arg belastend, und dass du dich da sorgst, kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Zitat

    Mir geht es nicht um das Geld, sondern darum, dass ich dieses Verhalten einfach nicht nachvollziehen kann.

    Ja, da gibt es als Außenstehender nicht viel nachzuvollziehen. Ganz einfach, weil Suchtverhalten außerhalb des rational Erklärbaren liegt.

    Und um das Geld sollte es dir vielleicht auch gehen, wenn ich bedenke, dass ihr innerhalb der nächsten zwei Monate heiraten wollt. Also mir persönlich würden da schon ein paar existenzielle Ängste im Hinterkopf rumspucken, zumal du dich auch keineswegs darauf verlassen kannst, dass es bei den gegenwärtig eher niedrigen Einsätzen bleibt.

    Zitat

    Ich denke nicht, dass er damit aufhören wird, da er überzeugt ist nicht süchtig zu sein und alles unter Kontrolle zu haben....

    Klingt jetzt vielleicht ein wenig hart, aber all deine Bemühungen werden nicht fruchten können, solange da keine Einsicht vorliegt, dass er ein Problem hat, und auf Basis deiner Schilderungen glaube ich, dass er das sehr wohl hat. Ehrlich gesagt, finde ich dieses wahllose Wetten eigentlich schon ziemlich extrem.

    Zitat

    Auch der Vater von beiden war früher mal spielsüchtig, was sich mein Freund als Ausrede nimmt, dass es in den Genen der Familie liegen würde.

    Naja, entsprechend der Studienlage existiert für Suchtverhalten jedweder Art tatsächlich eine genetische Disposition. Und? Prima Ausrede... ich kann ja nichts dafür, der Herrgott hat mich nun einmal so geschaffen.

    Was sag er denn so, wenn du ihn darauf ansprichst?

    LG
    WbD

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