Bruder dreht durch

  • Hallo erstmal. Ich habe mich hier eben angemeldet da ich vermute das mein Bruder Schizophren geworden ist.
    Er war langjähriger Gewohnheitskiffer (Jeden Tag). Nun hat er so weit ich weiß seit einigen Tagen nicht mehr gekifft.
    Er stand gestern nacht bei mir im Zimmer und fragte mich welches Jahr wir haben.
    Dann erzählte er heute etwas von Adelsgeschlechter und viele wirre Sachen die wohl größten teils aus Stargate kommen.
    Auch sagte er er sei Merlin.
    Wir haben ihn versucht zu überzeugen das er Schlafen gehen sollte.
    Er redet auch mit sich selber.

    Ich habe nun meine Eltern angerufen und mit denen geklärt das diese mit ihm zusammen zu einem Psychologen fahren.
    Wie soll ich mich verhalten ? Soll ich ihn einfach mit meine Eltern mitnehmen, egal was er sagt ?
    Bei dem letzten Gespräch war er richtig verzweifelt das wir ihn nicht verstanden haben.

    Jetzt sitzt er in seinem Zimmer und diskutiert mit sich selber.
    Soll ich meine Eltern anrufen das die vorbei kommen? Eigentlich hoffte ich ja das er noch ein wenig pennt (scheint auch extrem übermüdet zu sein).

    Sorry für den wirren Post, bin echt durcheinander und habe keine Ahnung was ich machen soll.

  • Hallo planloser,

    das was Du schilderst erinnert mich eher an ein Praedelier (die Vorstufe eine Deliriums) in dem man unter Wahnvorstellungen und Bewusstseinsstoerungen leidet, aber das ist mir dann doch eher aus dem Alkoholmissbrauch gelaeufig.

    Wenn er neben der Kifferei auch regelmaessig getrunken hat und das auch zeitgleich aufgehoert hat kann es natuerlich auftreten. Wenn das der Fall sein sollte dann solltet Ihr mit ihm in eine Entzugsbehandlung gehen damit er da medizinisch sinnvoll entgiften kann. Ihr solltet nicht nur einen Psychologen sondern auch medizinische Hilfe in Anspruch nehmen weil auch ein koerperlicher Entzug stattfindet der mitunter die Psyche belastet und da zu seltsamen Entzugserscheinungen beitragen kann. Es muss nicht gleich Schizophrenie sein.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  • Erst einmal danke für die Antwort.
    Nein trinken tut er eigentlich nie. Und das letzte mal vor über einem Jahr.
    Er konsumiert eben seit mehreren Jahren täglich Gras.
    Naja, ich warte erst einmal ab ob er morgen/heute klarer ist.

  • moin planloser,

    hört sich nicht gut an. nur haben ich mal gehört(ich bin trockener alki), dass nach dem dauerkiffen, über einen längeren zeitraum, genau solche schäden entstehen können, wie nach dem alkoholmisbrauch.
    ich würde sofort einen arzt zu rate ziehen. das beste ist, du schaffst ihn in eine entzugsklinik. jedes andere krankenhaus hilft aber auch.

    lg uwe

  • ..da mach Dir leider nicht alzu grosse Hoffnungen das sich das von jetzt auf sofort aendern wird...es kann, aber es muss nicht...die THC-Entgiftung die er ja mitmacht kann einige Monate dauern und chronische Symptome der THC-Sucht wie die Veränderung des Erinnerungsvermögens und des Denkvermögens koennen da natuerlich noch eine (un)gewisse Zeit auftreten...das wird sich erst legen wenn er wirklich nicht mehr weiterkifft und die schwerste koerperliche Entgiftung vorueber ist...

    ...ich habe Dir da mal eine Liste rausgesucht womit Du bei ihm rechnen kannst...

    http://www.grasfrei.de/pdfs/Erscheinungen.pdf

    ...ich hoffe diese Liste hilft Dir etwas...

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  • Hallo planloser,

    und, wie ist dein Bruder heute Morgen? Wenn kaum oder gar keine Verbesserung da ist, gibt es nur eins: Ab zum Arzt oder noch besser ins Krankenhaus und zwar so schnell wie möglich!!!!

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Mir persönlich ist nicht bekannt, dass eine psychotische Symptomatik, und die lese ich hier raus, durch einen THC-Entzug getriggert wird, kann mir aber vorstellen, dass die Entzugssymptome und die damit verbundenen Belastungen seine neurologischen Regelkreise nachhaltig aus dem Trab gebracht haben. Vor allem macht mir die Geschichte mit dem Schlaf Sorgen.

    Darf ich fragen, wie alt dein Bruder ist?

    Auch wenn er klarer erscheint, ist dringlich der Besuch in einem Krankenhaus, bzw. der Psychiatrie anzuraten. Auch wenn auf den ersten Blick nicht offensichtlich, kann die Problematik weiterhin bestehen. Meine persönlichen Erfahrungen zeigen, dass bei derlei Sachen Zeit wirklich Gold wert ist, um einer dauerhaften Manifestierung vorzubeugen.

    LG
    WbD

  • Also ich finde, man sollte da erst mal wesentlich mehr Informationen einfordern, bevor man Diagnosen in den Raum stellt.
    Des weiteren sehe ich es wie Wrong, mir sind auch keine definitiven Studien bekannt, welche allein solche THC-Entzug solche Symptome hervorrufen würden.
    Genauso geht man im Grunde nicht davon aus das man vom 'Kiffen eine Schizzo bekommt, wenn dann geht es bei diesen wissenschaftlichen Aussagen darum, dass latent vorhandene Schizophrenie durch den Konsum von 'Thc eher oder überhaupt zum Vorschein kommen könnte.
    Wenn aber z.B. vermehrt bei euch Schizzo auftritt oder aufgetreten ist, dann müsste man da wirklich schnell eine Abklärung herbeiführen.

    Da aber nicht mal klar ist ob er das 'Kiffen aufgehört hat, da sollten wirklich nähere Infos abgewartet werden :winking_face:
    Weil wenn man schon am mutmaßen durch die Zauberkugel arbeitet, dann würde ich da eher noch vermuten, dass andere Drogen im Spiel sind :winking_face: - doch das hilft jetzt keinem ...

    planlos, die wichtigste Frage ist wirklich, wie alt ist dein Bruder eigentlich, so wie Wrong schon fragte.
    Warum?
    Ganz einfach, man kann nicht einfach jeden unter den Arm nehmen und in der Klapse untersuchen lassen.
    Wenn es aber um einen Minderjährigen ginge, dann könnten die Eltern das eventuell verlangen.
    Ansonsten müsste der Patient, also dein Bruder, einer Behandlung zustimmen und da es sich nicht Lebensbedrohlich noch Fremdgefährdend anhört, dürfte nicht viel passieren ...

    Ok, das soll aber nun nicht heißen, der gehöre nicht zu einem Doc, es sollte nur zeigen, dass es nicht so einfach geht.

    Es wäre also schön planlos, wenn du einfach etwas mehr über deinen Bruder erzählst oder noch viel besser, deinem Bruder unsere Seite zeigst und er sich mit einem eigenen Account bei uns meldet und seine Geschichte schildert :smiling_face:
    Natürlich kann er genauso eine Suchtberatung vor Ort besuchen, einfach das ihm mal vermittelt wird, wie gefährlich der dauerhafte Konsum von 'Cannabis ist.

    Übrigens haben wir genau die gleichen Informationen über 'Cannabis auch bei uns im Forum, man muss also nicht unbedingt das SuS verlassen ==> Cannabisinfos und Selbsttest :winking_face:

    LG Franz

  • @uwe53
    Nein du. Das ist auch nicht verkehrt, sondern vollkommen richtig, aber wie Franz schon geschrieben hat, ist da das Alter entscheidend und bei volljährigen Personen halt vor allem die Frage, ob sie selber der Ansicht sind, dass da etwas nicht stimmen könnte. Ich hielte ja für den Idealfall einen kurzen Checkup durch Fachpersonal, aber das kannst du halt nicht gegen den Willen von jemanden durchsetzen. Versuchst du es doch auf eigene Faust, machst du die ganze Sache vielleicht noch schlimmer. Letztlich kannst du nur probieren behutsam einzuwirken.

    Dann gibt es da ja auch noch die von Franz angeführte Möglichkeit, dass noch andere Drogen im Spiel sind, deren Konsum eben so eine vorübergehende Symptomatik zum Ziel hat. :winking_face: Und etliche andere Möglichkeiten auch.

    In meinem vorherigen Beitrag fehlt zB. auch noch ein riesengroßes "Wenn es etwas aus der Ecke sein sollte, dann ist Zeit Gold wert.." und darauf wollte Franz hinweisen.

    LG
    WbD

  • hallo wbd,

    ich kenne leute, die schwören auf ihr gras und lassen es sich nicht nehmen. die werden wahrscheinlich nie in eine solche situation kommen, das der eigene bruder ne schizo diagnosziert.. muß aber ehrlicherweise zugeben, ich habe von dem zeuch keine ahnung und ertappe mich, mich in dinge reinzuhängen, wo ich nicht viel drüber weiß. wenn einer nach absetzen des mittel irres zeug redet ist, meiner meinung nach, dringender handlungsbedarf.
    danke für den link.:gj:

    lg uwe

  • Vielen Dank für die Antworten.
    Heute morgen war es wirklich schlimm. Man konnte sich nicht mehr wirklich mit ihm unterhalten. Er Sprach ständig mit verschiedensten Leuten (nicht anwesende).
    Er is über 25 Jahre alt und nimmt, da bin ich mir ziemlich sicher, keine anderen Drogen.

    Nach langen Versuchen ihm gut zu zureden haben wir ihn zwangseinliefern lassen. (Verdacht auf ... Schizophrenie, sry alles etwas stressig habe mir das Wort nicht gemerkt)
    Jetzt ist er erst mal in psychologischer Behandlung und ich hoffe das die dort wissen was sie tun.
    Helfen würde sicherlich ersteinmal das er überhaupt schläft und etwas trinkt. Beides ist imho in den letzten Tagen bei ihm extrem zu kurz gekommen.

    Bei Interesse poste ich von Zeit zu Zeit updates, bzw. vlt. kann ich ihn irgendwann überzeugen selbst zu posten.
    Hoffen wir das beste.
    Und nochmals vielen Dank für eure Mühe.

  • Ja planloser, mich würde es auch freuen, wenn du weiter die aktuellen Zwischenstände hier preisgibst :smiling_face:
    Es ist auch toll das dein Bruder sich hat einweisen lassen, ich denke das kann man ja als Zeichen werten, dass er sich wirklich Hilfe wünscht.
    Viel Glück für euch alle ...

    Und Uwe, ich hab es ja nicht bös gemeint, ich finde es toll, wenn du schnell antwortest und da ist oft das Mitgefühl viel wichtiger als massives Fachwissen.
    Der Hinweis war einfach nur, man kann nicht wen unter den Arm nehmen und wo abstellen, wenn der eben nicht einwilligt und andere Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
    Wobei in dem Fall z.B. auch der Flüssigkeitsmangel unter Umständen als Selbstgefährdung gewertet werden hätt können.

    Zum Link noch kurz, ich bin ganz sicher kein Cannabisbeführworter, doch einiges was da steht, das halte ich für falsch und kenne auch keine klare wissenschaftliche Beweiskette - aber das müssen wir an anderer Stelle diskutieren, wenn Interesse besteht :winking_face:

    LG Franz

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