Freund in Entzugsklinik

  • Hallo Ihr

    Mein Freund ist auf Entgiftung von Heroin und Subutex. Seit Freitag. Also ich kenne das so das man in einer solchen Einrichtung normalerweise das Handy aus haben muss. Seines ist aber definitiv an ! Jetzt kommen in mir natürlich gleich wieder Gedacken hoch das er mich wieder mal angelogen hat. Das hat er aufgrund seiner Sucht schon sooft getan. Ist das von Klinik zu Klinik verschieden? Weiß da jemand von euch was? Ich fühl mich grad einfach nur scheiße weil ich das Gefühl habe er ist gar nicht dort und alles war Gerede. Ich weiß nicht wie das zugeht in so Kliniken aber ich hab mir immer vorgestellt und auch schon oft gehört das man Handy aushaben muss.

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    Achja die Klinik heißt Kinikum am Weissenhof Zentrum für Psychiatrie Weinsberg

  • In einer Entgiftung kann man das Handy normalerweise benutzen. Ausgenommen sind da die Gruppensitzungen. Anders sieht es aus waehrend einer Entwoehnung/Therapie. Solange wie er nur in der Entgiftung ist hat er noch keine Therapie (die wird ja meist erst waehrend der Entgiftung beantragt). Letztendlich entscheidet es aber die Entgiftungsstation ob das Handy benutzt werden darf oder nicht. Ruf doch einfach mal da an und frage nach wie die das handhaben. Es macht ja keinen Sinn wenn Du Dich jetzt verrueckt machst sonst kommt da noch unnoetiges Misstrauen auf.

    Viele Gruesse:

    Siegfried

  • Vielen Dank für die Antwort. Ich dachte nur das es eben grundsätzlich nicht erlaubt ist in so einer Einrichtung Handy zu benutzen. Aber wenn du jetzt sagst das es schon geht, bin ich etwas beruhigter. Trotzdem werde später mal anrufen und fragen wie das so läuft dort in dieser Klinik.

  • Servus Haze,

    dein Misstrauen ist verständlich, trotzdem musst du nun versuchen, auch hinsichtlich Vertrauen neue Wege zu gehen.
    Kein einfaches Unterfangen, doch wenn du deinem Freund nur Misstrauen entgegenbringst, dann ist das auch nicht einfach für ihn - wobei wie gesagt alles verständlich ist.

    Siegfried hat es ja bereits geschrieben, bei Entgiftung ist es nicht unbedingt so, das hängt einfach von der Klinik ab. Das ist auch bei einer anschließenden Entwöhnungstherapie so, man kann nicht pauschal sagen, überall sind Handys verboten.
    Meistens ist es aber so :winking_face:

    Was glaubst du denn, dass er gar nicht in die Klinik gegangen ist?

    Kann der eine anschließende Therapie gleich dort machen, wenn se genehmigt wird?
    Ist das überhaupt geplant, also weitere Therapie?

    LG Franz

  • Ich würd ihm gerne vertrauen - aber so ganz geht es nicht mehr. Ich weiß das ist traurig aber er hat sich nun mal schon so viel geleistet. Ich weiß auch das er krank ist und das alles dazu gehört aber das macht es nicht unbedingt leichter.

    Ich wusste nicht worauf ich mich einlasse als ich mit ihm zusammen kam - jetzt weiß ich es.
    Seit ich ihn kenne ist das seine erste Entgiftung, insgesamt aber schon seine 8. hatte anschließend auch Therapie ist aber immer wieder rückfällig geworden.
    Wenn er sich jetzt nicht ranhält, dann muss er ins Gefängniss denn er hat "Therapie statt Strafe" bekommen.
    ich hoffe sehr das er es schafft - in erster linie für ihn. Und dann für uns weil ich hab es satt in dieser Junkie Bude sitzen zu müssen.

    Er möchte hinterher gleich Therapie machen, ambulant. Ich denke ja stationär wäre besser aber entscheiden muss er es.
    Wir hatten einen bösen Streit bevor er gegangen ist zur Entgiftung und irgendwie seh ich es nicht ein ihn dort jetzt anzurufen. Werde aber so mal anrufen und fragen wie das mit Handys ist.
    Grund zu glauben das er gar nicht dort ist habe ich auch - seine letzte Entgitung hat er einfach mal verschlafen, und mich im Glauben gelassen er wäre dort, bis ich ihn dann zufällig draußen gesehn habe.

  • jaja, so ist das mit therapie statt strafe :gi: aber das ist ein anderes thema. hab`jetzt aber den zusammenhang nicht ganz verstanden...dir geht es jetzt darum ob er auch wirklich in die entgiftung gefahren ist? also so wie sich das anhört, ist dein freund süchtig und du nicht...richtig? wie sieht er das ganze denn überhaupt, hat er vor clean zu werden oder geht es ihm nur um die auflage?
    generell kann ich dir nur raten ihm keinerlei vorwürfe darüber zu machen ob er geht oder nicht, denn er muss es wollen, das du das willst ist klar, aber wenn er nicht will, nützt es gar nichts wenn du druck auf ihn ausübst. mag sich vielleicht ein wenig böse meinerseits anhören aber ist auf gar keinen fall so gemeint :smiling_face: handy's sind nicht in jeder stationären einrichtung verboten, genauso wenig wie tabak. allerdings sollte man hier auch nochmal erwähnen, das jede art von stress und ärger ordentlichen suchtdruck erzeugen kann, weswegen oftmals handys in solchen einrichtungen untersagt werden, genauso wie kontakt zu freunden, bekannten, familie.
    lass den kopf nicht hängen, du bist hier nicht alleine :smiling_face:
    liebe grüsse,
    muferkübchen.

  • Ja er ist süchtig und ich nicht. Seit vier Jahren Heroin. Er wurde vom Arzt mit Subutex substituiert. Allerdings is er aus dem Programm geflogen, weil er ständig Beikonsum hatte und seine Wochenration war eh immer nach mindestens 3 Tagen weg. Er hat vor clean zu werden, er will es schon selber. Allerdings weiß ich nicht ob das so klappt wie er sich das vorstellt. Er will in den drei Wochen Entgiftung auf null kommen und dann auf null bleiben, mit Hilfe dieser ambulanten Therapie im Anschluß. Er war noch nie ganz auf null. Vorallem wirds schwierig wenn er wieder nach hause kommt, in sein Umfeld wo alle anderen noch drauf sind und auch nicht den Anschein machen was ändern zu wollen. Davor hab ich schon ein wenig Angst.
    Ja ich wollte jetzt wissen ob er tatsächlich dort hingefahren ist denn ich dachte immer in jeder Einrichtung sind Hanys grundsätzlich verboten oder müssen zumindest aus sein. Das Misstruen kam eben als ich gemerkt habe das seines nicht aus ist.
    Werde morgen mal dort anrufen, wenn er wirklich dort ist hab ich wieder ein mega schlechtes Gewissen weil ich ihm hinterher spioniert und misstraut habe.
    Aber das alles kennen wir ja schon - irgendwas ist immer.

    Danke euch ist wirklich lieb von euch :smiling_face:

  • Guten Abend Haze! Also ich war selber Mal in so einer Klinik und ich durfte mein Handy auch mitnehmen. Zwischendurch musste ich es ausschalten aber die meiste zeit war das kein Problem. Leider habe ich selber auch so meine Problemchen, und kann nur sagen dass es als "Junkey" oft schwer ist die Wahrheit zusagen da man die anderen nicht verletzen möchte... Du brauchst garkein schlechtes Gewissen zu haben wenn du da anrufst. Dies zeigt nur dass du dich um ihn sorgst. Aber wie Muferkübchen schon sagte, er muss das alles von sich aus wollen und du darfst ihn nicht unter Druck setzen. Zu seinem Umfeld kann ich nur sagen: Wenn er mit anderen Drogenabhängigen weiter den Kontakt hält wird es sehr schwer mit dem aufhören... Ich kann da nur aus Erfahrung sprechen, eigentlich hilft da echt nur diese Kontakte abzubrechen. Ich bin sehr oft alleine und habe auch kein Partner, aber dennoch habe ich es seit bald drei Monaten geschafft keine Drogen zu konsumieren. Hierfür habe ich mich von sehr vielen Menschen, die eigentlich meine Freunde waren distanziert. Es ist wirklich nicht einfach für mich aber machbar ist es irgendwie. ich denke, dass du ihm schon allein damit hilfst, dass du da bist. Ich kann dich verstehen, dass du nicht angelogen werden möchtest, aber dies tut er sicher nicht um dich zu ärgern oder verletzen. ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass alles klappt und ihr glücklich werdet :smiling_face:

  • Hallo Haze,

    du hilfst deinem Freund im Moment wenn du ihm Vertrauen schenkst aber du solltest fuer dich auch gesunde Grenzen finden sonst endet das in einer Co-Abhaengigkeit. Dein Misstrauen sollte er eigentlich auf Grund der Vergangenheit verstehen. Das Problem wird die ambulante Therapie sein weil da zuviel Zeit zwischen den Therapieeinheiten besteht. Diese Zeit wird er voraussichtlich zum Teil in seinem alten Umfeld verbringen.

    Versuch ihm doch mal darzulegen das diese "Drogenfreundschaften" nichts anderes sind als Interessengemeinschaften die halt den gleichen Stoff konsumieren. Das sind keine Freunde. Aber das muss er selbst einsehen.

    Schenk ihm dein Vertrauen und zeige ihm wie wichtig er fuer Dich ist. Liebe kann der beste Motivator sein wenn er selbst wirklich aus der Sucht heraus will und nicht nur lieber eine Therapie macht als Strafe abzusitzen. Eine Therapie ist grundsaetzlich keine Garantie dafuer clean zu werden.

    Er muss es ernst meinen und du darfst dich dabei nicht vergessen.

    Ich wuensche dir das beste vom besten in dieser Sache.

    Viel Glueck und viele Gruesse:

    Siegfried

  • Hi Haze,

    ich muss mal sagen, ich finde es sehr gut, dass du dich da informierst, also dich hier angemeldet hast und so Unterstützung suchst.
    Man darf nicht unterschätzen was es für die Angehörigen bedeutet, wenn man einen Süchtigen um sich hat!
    Wie gesagt, ich kann es voll und ganz verstehen wenn du Bedenken hast - 8 Versuche sind ja auch eine Packung :winking_face:

    Jetzt gibt es 2 Seiten zu beachten, das erkennt man auch gut an den Antworten in deinem Thema.
    Zum einen geht es um dich, zum anderen um deinen Freund.

    Da du hier schreibst, da will ich auch mal eher auf deine Belange eingehen, doch deinen Freund nicht ganz außen vor lassen :winking_face:

    Wenn du nun Sicherheit haben willst, dort anrufst, dann hat das seine Berechtigung.
    Trotzdem würde ich dir empfehlen, sag es ihm danach auch!
    Das könnte wie folgt aussehen - Lieber Freund, ich hab nun so viel mitgemacht und daher brauche ich Sicherheit, Sicherheit um dir Vertrauen zu schenken!
    Deswegen hatte ich Bedenken und das musste ich ausräumen, wenn mir auch klar war, dass es für dich vielleicht blöd ist.
    Doch bitte versteh mich, ich weiß nicht auf was ich aufbauen soll ...

    Der nächste Schritt sollte nochmal das klare Ziel sein.
    Das kann man in etwa so sagen:
    Dir muss klar sein, es ist nun unsere letzte Chance, ich liebe dich und wünsche mir nichts mehr, als dass du die nutzen kannst.
    Dir ist auch klar, es geht um eine Suchtkrankheit, doch ist auch genauso klar, wenn er alles dafür gibt - für sich und eure Partnerschaft - dann ist es machbar!
    Wenn es nicht klappt, dann bleibt dir nichts anderes als eine Trennung, nicht weil er dann der Böse ist, nein, weil du dich schützen musst um nicht mit unter zu gehen!

    Generell kann man in 3 Wochen entziehen, doch dann ist erst der kleinste Teil geschafft!
    Was ich ehrlich nicht verstehe, dass man da nun mit einer ambulanten Therapie ran geht.
    Bevor ich da richtig los schimpfe, da wäre es gut zu wissen, wer das so in die Wege leitet!?

    Was heißt nach Hause kommt?
    Wohnt ihr mit anderen Abhängigen zusammen?
    Es wurde ja schon mehrmals angedeutet, ich will es noch bekräftigen, ich halte es fast für unmöglich, wenn man nicht alle Konsequenzen zieht, also auch das Umfeld / Wohnort wechselt.
    Dafür ist ja auch eine stationäre Therapie gedacht, man kommt aus der gewohnten Umgebung raus, daher ja auch die Kontaktsperre in den meisten Einrichtungen bei Entwöhnungsbehandlungen.

    Sicher haben jetzt hier viele recht wenn se schreiben - übe nicht zu viel Druck aus usw.
    Ich sehe das aber zum Teil anders, du hast hier um Rat gefragt und daher will ich dich vorrangig unterstützen :winking_face:
    Das Thema Co-Abhängigkkeit wurde auch angesprochen und ohne viel über euch zu wissen, liegt das nach 8 erfolglosen Entzügen nicht ganz fern, oder?

    Vielleicht erzählst du auch mal etwas über dich, was du so machst, wie du lebst, warum du dir das antust ...
    Natürlich liebt man wen, doch darf man sich eben selbst dabei nicht vergessen.
    Wer unterstützt dich? Wie steht es mit deiner Familie oder so?

    LG Franz

  • Danke für die Antworten :smiling_face:

    Freya erstmal find ichs toll das du seit drei Monaten auf dem richtigen Weg bist. Mach weiter so.

    Ja und warum tu ich mir das an...ich weiß es nicht - wenn man von den Gefühlen mal absieht. Wir sind noch nicht solange zusammen, ich kenne ihn aber schon ewig und immer nur mit seinen Drogen. Eigentlich hätt mich das ja zurück halten müssen.

    Ich lebe ganz normal...gehe arbeiten, hab ne Wohnung, meine Freunde und Familie umd die Ecke.
    Tja und von meinem Umfeld weiß niemand was genau da Sache ist. Sie wissen zwar das ich ihn kenne, denken aber ich hätte ihn schon längst aus meinem Leben gestrichen habe, sie meinen ich wäre ja vernünftig genug und würde mich niemals auf einen Junkie einlassen. Sie würden es nicht verstehn.

    Er wohnt auch alleine. Und ja bei ihm sind ständig irgendwelche anderen Leute die auch Drogen nehmen. Dort trifft sich sozusagen alles. Und deswegen ist das mit dem clean bleiben schon allein deshalb zum scheitern verurteilt. Ich bin nie in dieser Wohnung, weil ichs nicht sehn kann...wir sehn uns immer nur alleine.

    Das mit dem anrufen dort hat sich auch erledigt denn er ist wieder da. Ganze drei Tage hat er es durchgehalten dort in der Klinik. Er ist gegangen weil sie ihm anscheinend keine Medis zum schlafen gegeben haben. Da hat er gleich das Handtuch geschmissen. Ich weiß gar nicht was ich denken soll. Und ich soll nicht sauer sein weil er hat ja alles im Griff...gar nix hat er im Griff, nicht mal richtig versucht hat er es. Ich weiß nicht wie es weiter geht ich weiß nur das ich ihn nicht sehn will die nächste Zeit, und Abstand nehmen werde. Irgendwann will ich auch mal wieder leben und so funktioniert das eben nicht.
    Ich hoffe nur das er nicht ganz untergeht wenn ich ihm das sage.

    Das wars erstmal ich muss jetzt erstmal schaun wie es weiter geht. Ich schreib wieder sobald es etwas ruhiger ist.

  • Servus Haze,

    das tut mir leid für dich, verständlich, wenn du jetzt nicht groß schreiben willst.
    Trotzdem hoffe ich, dass du bald was hören lässt :smiling_face:

    Zitat

    Ich hoffe nur das er nicht ganz untergeht wenn ich ihm das sage.


    Der Satz ist falsch aufgebaut, wenn es um dich dabei geht - du musst schauen was du schaffst und willst, dann erst kommt der nächste Gedanke :winking_face:

    Ganz ehrlich, leider ist das oft so und es ist sehr schade, wenn se so schnell aufgeben ...
    Alles im Griff ist aber großer Blödsinn, und der Abbruchgrund, nun den hören wir tag-täglich.

    Grundsätzlich ist aber die Beziehung eh unter keinem guten Stern, wenn es auch noch heimlich vor Familie und Freunde abläuft.

    Natürlich weiß keiner was nun passiert, doch gehe ich zu 99,9% davon aus, dass der Rückfall schon passiert ist oder in Kürze kommt, wenn er an seiner Situation nichts ändert.
    Damit ist auch gemeint, dass sich "alles bei ihm trifft"!

    Dir Frage ist nun aber auch, folgt der Bewährungswiederruf nun auch gleich? Ewig wird Justiz und Staatsanwalt nicht zuschauen.

    Auf bald hoffentlich :smiling_face:

    LG Franz

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