Dissoziative Identitätsstörung

  • Hallo,

    ich weiß garnicht so recht wo ich anfangen soll. Ich bin 22 jahre alt und männlich.
    Ich hab schon immer gewusst, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt, aber es nicht weiter beachtet, eher schon verdrängt. Vor einigen Tagen bin ich auf den Begriff Dissoziative Identitätsstörung gestoßen und habe mich sofort anhand der Symptome darin wieder erkannt.

    Mir ist aufgefallen, dass ich mich an die letzten 6 oder vielleicht sogar mehr Jahre kaum bis überhaupt nicht erinnern kann. Wenn ich gewisse Dinge versuche zu rekonstruieren, kommen zwar manchmal Erinnerungen hoch, aber es fühlt sich an, als hätte sie jemand erlebt. Ich hab so eine Art Demenz durch diese Identiätsstörung.

    Wenn ich mir Bilder aus meiner Vergangenheit angucke, sehe ich auf den Bildern, dass ich ständig jemand anders war. Zum Beispiel wenn ich weggegangen bin in Clubs, etc. hatte ich ständig diesen Hassblick, ich weiß nicht wie ich das genauer beschreiben soll, aber jedes Mal wenn ich wegging, strahlte ich nur Schlechtes aus.

    Ich frage mich echt wielange ich schon da drin lebe ohne das jemals gemerkt zu haben. Im Internet lese ich ständig von Missbrauch,etc als Auslöser, aber ich kann mich an nichts derartiges erinnern. Kann so etwas drogeninduziert ausgelöst worden sein? Ich hab alle gängigen Drogen ausprobiert und bin bis heute noch ein Suchtcharakter, wobei ich das, ohne mich jetzt selbst besser darzustellen, als ich bin, auf diese Identitässtörung zurückführe.

    Heute bermerke ich erst, dass ich verschiedene Persönlichkeiten habe, aber ich weiß nicht ob ich sie schon immer hatte. Heute habe ich für quasi jeden Charakterzug eine eigene Persönlichkeit mit eigenem Bewusstsein, Wertvorstellungen, Vorsätzen, etc.
    Da wären zb.

    - eine Person, die permanent nach Reichtum und Anerkennung strebt, ich hatte sobald ich in mein Zimmer kam permanent diese Wahnideen wie ich schnellstmöglichst an Reichtum gelangen könnte.

    - eine Person der alle gleichgültig ist
    - eine Person die die Schule schaffen wollte und mit den Drogen aufhören wollte
    - eine Person, die Rapper oder Schauspieler werden will
    - eine Person die eine Familie gründen will und ein normales, ruhiges Leben führen will
    - etc. etc. etc.

    Ich weiß garnicht mehr wo ich gerade dran bin, komischerweise fühle ich mich aber seit ein paar Tagen mehr oder weniger bei Bewusstsein, zumindest ab und zu.
    Des weiteren hab ich seit Jahren Depressionen,Derealisations und Depersonalisation, Dissoziationen und Schlafstörungen.

    Ich erkenne mich zb. seit Jahren nicht mehr im Spiegel bzw. weiß nicht ob ich mich jemals darin erkannt habe. Ich kann Gesprächen nicht folgen, keine Bücher lesen usw, weil ich ständig irgendwohin abdrifte und es nicht stoppen kann. Ich kann rein garnichts mehr folgen. Selbst wenn ich Filme schaue, verlier ich oft den Anschluss.

    Außerdem habe ich das Gefühl als wären mir meine jahre geklaut worden. Ich bin auf einmal 22 Jahre alt und mir kommt es vor als wär ich gestern 14-15 gewesen, weil die Erinnerung dazwischen quasi nicht vorhanden ist. Ich hab quasi keine Vergangenheit, zumindest kann ich mich kaum an irgendwelche Momente erinnern. Ich komm mir vor wie ein Mann ohne Identität. Meine ganze Jugend ist an mir vorbeigezogen und ich hab keinerlei Zukunftsperspektive. Ich bin seit 2 Jahren arbeitslos, weil ich damals die Schule abbrechen musste, aufgrund von Schlafstörungen, DR/DP und Depressionen.

    Ich merke beim Schreiben dieses Textes wie ich den Anschluss ständig verliere, weil ich nicht da bin. Ich weiß kaum was ich die vorigen Zeilen geschrieben habe. Und genau auf diese Art und Weise zieht mein ganzes Leben an mir vorbei. Ich kann keine Vorsätze einhalten, ich mache Versprechen als irgendeine Person und kann sie nicht einhalten, weil ich irgendwann wieder jemand anders bin und diese Vorsätze, etc. vergessen habe und mich mit Ihnen nicht identifizieren kann.

    Wie kann ich jemals wieder ein normales Leben führen? Ist sowas überhaupt heilbar?
    An wen wende ich mich, wenn ich professionelle Hilfe will? Ich wollte zum Hausarzt und mir dann eine Überweisung zum Psychologen geben lassen oder sollte ich besser zum Psychater gehen?

    Was könnte der Auslöser für sowas gewesen sein? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich irgendwie sexuell oder sonst wie misshandelt wurde in meiner Kindheit. Ist es möglich, dass man auch im späteren Alter mit 14-15 traumatisiert wird und an einer DIS erkrankt? Falls man sexuell misshandelt wurde, kann man sich daran überhaupt erinnern?

    Bitte helft mir, ich weiß echt nicht weiter. Ich bekomme permanent Suizidgedanken, aber will & werde das meinen Eltern nicht antun. Ich kann aber andereseits kaum damit Leben, dass meine Jugend komplett ruiniert ist, weil ich Sie nie bewusst gelebt habe. Ich kann nicht von heute auf morgen erwachsen sein...Ich bin 22 und hab keine Zukunftsaussicht. Ich bin psychisch krank, nicht in der Lage mir Dinge zu merken bzw. zu lernen, ich weiß garnicht wer in mir gerade was will, ich hab mich nie selbst kennen gelernt, ich hab keine Identität....

  • Servus lostmyself,

    als erstes ein herzliches Willkommen bei uns im Forum :smiling_face:

    Man kann gut raus lesen, wie durcheinander du gerade bist, doch bitte mach dich nicht verrückt.
    Eine Diagnose durch einen Fachmann ist da unerlässlich, wenn man sich selbst im Netz bewegt, dann könnte man viele Diagnosetreffer erzielen.
    Manches spricht sicher dafür, aber es könnten genauso andere Störungen in Frage kommen ...

    Daher, mach wie du geschrieben hast, geh zu deinem Hausarzt und da entscheide zusammen mit deinem Doc, welche Überweisung am besten passen könnte.
    Mit etwas Geduld sollte sich eine Diagnose finden lassen, davor solltest du aber von Eigendiagnosen absehen, weil das wirklich schädlich ist.

    Ja, oft wird Missbrauch als Grund gefunden, doch auch da gibt es viele weitere Gründe, wie du selbst ja schreibst - z.B. ein Trauma z.B.!
    Sollte ein Trauma verantwortlich sein, dann ist es fast normal, wenn man sich nicht daran erinnern kann. So schützen wir uns unbewusst vor schlimmer Ereignissen ...
    Aber bei Zeiten gibt es auch dafür Lösungen, in verschiedensten Therapien solche Erlebnisse aufzuarbeiten.
    Natürlich können auch Drogen eine Rolle spielen, das muss man genau untersuchen.

    Von Heilung kann man erst sprechen, wenn eben feststeht, was los ist.
    Doch die meisten Störungen lassen sich heilen oder zumindest so lindern, dass man damit leben kann.
    Aber da muss man auch ehrlich sein, das erfordert oft viel Kraft und Durchhaltevermögen.

    Verschiedene Personen (ich würde es eher mal Eigenschaften nennen) finden viele Menschen in sich, da würde ich mir im Moment noch nicht so viele Gedanken machen.

    Für den Moment sollte man erst schauen, wie man dich etwas stabilisieren kann, ich meine da deine 'Depressionen und Suizidgedanken.
    Daher schieb den Arztbesuch nicht auf die lange Bank, schnell handeln ist nun angesagt.

    Schau nicht soweit in die Zukunft, die ganze Verwirrtheit is einfach eine Extremsituation, da kann man oft nicht sehen, was vielleicht gar nicht so weit weg ist.
    Mit 22 hat man noch viel Zeit, aber ich weiß was du meinst, wenn man Zeit verliert.
    In deinem Alter war ich schwer drauf, aber heute sehe ich es nicht mehr als verlorene Zeit, es war eine andere Zeit, wie sie die meisten nicht erleben - aber das muss nicht immer nur schlecht sein :smiling_face:

    LG Franz

  • Hallo lostmyself,

    Franz hat eigentlich schon alles geschrieben, was ich auch schreiben wollte! :winking_face: Ganz ganz wichtig ist wirklich, dass du dir so schnell wie möglich Hilfe holst, der Gang zum Hausarzt ist da der erste Weg. Du solltest vielleicht auch einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Betracht ziehen, einfach weil man da am besten gerade bei Depressionen und Suizidgedanken helfen kann.

    Liebe Grüße
    gelberose

  • danke für eure schnellen antworten. im moment fühle ich mich auch, als wär ich gerade mehr oder weniger komplett da.

    aber gewisse dinge lassen mich einfach nicht los. ich bin jetzt 22 jahre alt, relativ intelligent würde ich sagen (hatte eine empfehlung fürs gymnasium und hab dieses auch für 3 jahre besucht) und oben drauf gutaussehend (viele attraktive freundinnen, meine mutter, etc. haben mir dies bestätigt)

    der gedanke daran, dass ich mir mein leben ruiniert habe, lässt mich nicht los. ich hatte bis heute keine, zumindest sexuell gesehen, beziehung. ich hab mir mein hirn verkifft,versoffen und mit Speed und anderen synthetischen drogen geschädigt, ich hab keinen schulabschluss und bin obendrauf geisteskrank. ich hab keine perspektive für meine zukunft, geschweige denn eine vergangenheit. mir fehlen die letzten 4 jahre meines lebens komplett und davor kann ich mich auch nur wage dran erinnern, wenn ich mich wirklich anstrenge.

    wie kann man damit leben oder sich abfinden, wenn man alles von gott gegebene vergeudet hat. ich hatte keine jugend und soll jetzt erwachsen sein....ich bin nicht in der lage eine beziehung zu führen, sex zu haben oder irgendwie zu jobben. ich kann mich auch nicht damit abfinden eine lehre mit meinem hauptschulabschluss anzufangen, weil ich weiß, dass ich damit nicht glücklich werde, geschweige denn, dass ich es überhaupt schaffen würde, diese zu beenden. andererseits macht mich der gedanke krank, dass ich keine jugend hatte, immernoch zu hause wohne und dann mein abitur nachmachen soll mit dem ich dann nochmal 3 jahre verliere und mit 25 immernoch zuhause wohne..

    ich weiß einfach garnicht mehr wo ich dran bin...ich hab, zumindest in meiner erinnerung keine jugend gehabt. ich seh keine zukunft und ich weiß nicht wer ich bin oder wer ich sein sollte und auch nicht wer ich war.

  • Also ich kann und will nicht einer Diagnose vorgreifen, aber ich sehe da irgendwie viel mehr Depression also sonstige Sachen.
    Wenn gerade eh nichts dagegen spricht, dann ist der Rat von gelberose wirklich vielleicht der beste.
    Sprich also schnell mit deinem Hausarzt, ihr solltet dann wirklich auch eine stationäre Aufnahme überdenken ...

    Denk nun bitte nicht, die halten mich für völlig übergeschnappt, ganz im Gegenteil!
    Doch der Vorteil einer stationären Bewertung, es würde wesentlich schneller gehen, bis man eine Diagnose und fortführende Therapiemöglichkeiten für dich findet.

    Weißt du, ich kenn es noch gut, wie man in deinem Alter denkt. Doch ganz ehrlich, dein Leben wird noch lange gehen, wenn du jetzt paar passende Schritte zulässt.
    Es hört sich nach viel Drogen an, wenn man das längere Zeit konsumiert, dann muss man sich auch viel Zeit zugestehen.
    Man kann einfach nicht erwarten, man setz die Drogen ab und dann is in paar Wochen alles gut :winking_face:
    Ich für mich sage oft, solange man konsumiert hat, die zeit muss man auch danach rechnen, wo man nicht mehr konsumiert - dann ist man clean.

    Was ist verplämpern von Lebenszeit?
    Keiner weiß wie lange es dauert, das Leben. Also muss man nur was ändern wollen, dann haben auch verplämperte Zeiten sein Gutes.
    Etwa in deinem Alter hatte ich bereit paar Jahre Knast weg, war heftig auf H, als kann man nachvollziehen, auch mir fehlt viel an Erinnerungen.
    Trotzdem hab ich nochmal neu angefangen, ne neue Ausbildung gemacht, das geht nicht nur mit 16 :face_with_tongue:

    Miss dich nicht an Sex und Beziehungen, finde dich selbst und kümmer dich nun um dich. Alles andere gibt sich dann eh von selbst ...

    Du hast nun 2 Möglichkeiten,

    • du bewegst dich und gehts deine Probleme zusammen mit verschiedenen Hilfsangeboten an
    • oder du schimpfts weiter auf dich, doch dann musst eventuell damit rechnen, dass du immer tiefer rein rutschst!


    Ich meine das nicht böse, aber ich denk so können das viele (ehemals) Betroffene unterstreichen.
    Und ja, es ist kein leichter Weg, doch wenn man sich den Depris ganz hingibt, dann ist das noch sehr viel schwerer ...

    LG Franz

  • Hallo lostmyself,

    ich schließe mich da Franz an. Ich denke, zuerst musst du dich um deine (psychische) Gesundheit kümmern, schauen, dass du wieder auf die beine kommst. Und dafür brauchst du Hilfe. Das ist völlig in Ordnung, das hat, glaub ich, schon jeder hier von uns mal in Anspruch genommen.

    Und wenn du dich wieder besser fühlst, dann kannst du auch wieder über deine Zukunft nachdenken. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten: Abendschule, Umschulungen,... Du hast, wenn du den Willen dazu gefunden hast, noch soviel Möglichkeiten vor dir und wirst du auch wieder sehen, wenn du aus deiner Depression wieder raus bist! Das kannst du schaffen!

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Ich danke euch wirklich herzlichst für eure schnelle & ausführlichen Antworten und die aufbauenden Worte. Ich werde sofort am Montag zum Hausarzt gehen und mir eine Überweisung zum Psychologen oder Psychater geben lassen, vielleicht sogar etwas stationäres...Ich weiß selber, dass es für mich vielleicht besser wär, aber irgendwie ziehe ich mich davor.

    Ich hab mit meinen Eltern geredet und versucht meine Zukunft etwas zu rekonstruieren. Ich kann seit meinem 17. Lebensjahr an fast nichts mehr erinnern und auf Bildern sehe ich ständig eine andere Person. Ich kann mich mit deren Handeln & Denken nicht mehr identifizieren. Was mir sonst noch auffällt, ist, dass ich bereits mitten in Gesprächen abdrifte und dann nicht mehr folgen kann. Meine Mutter musste diverse Male Dinge wiederholen. Jeden Tag verdränge ich, ich weiß zb. heute nicht mehr was gestern war, bzw. kaum.

    Depressionen spielen bei mir mit Sicherheit eine sehr große Rolle. Diese ganze Hoffnungslosigkeit, etc. ist rein depressionsbedingt, aber ich komme mir auf irgendeine Art und Weise einfach schizophren oder identitätsgestört vor. Ich kann mich mit meinem Leben bis zum 16 Lebensjahr mehr oder weniger identifizieren. Danach ist alles weg. Sogut wie jede Erinnerung. Es fand ab dem Zeitpunkt auch eine krasse Wesensveränderung statt und ich komm mir so vor als würde ich in verschiedenen Situationen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten agieren an deren Verhalten ich mich im Nachhinein nicht erinnern kann. Denn sobald mein Bewusstsein kurzfristig zum Vorschein kommt, ertrage ich die Realität nicht und fange an abzudriften und irgendwie meine Persönlichkeiten zu wechseln.

    Ich weiß, dass mir hier niemand sagen kann, was ich genau habe, aber ich hab einfach tierische Angst, dass ich da nie wieder raus komme. Diese ganzen Gedankengänge...Das fängt damit an, dass ich meine Jugend ab dem 16/17 Lebensjahr komplett vergeudet habe und daran keine Erinnerung mehr hab. Mit den Dingen davor kann ich mich identifizieren, es fing schon mit 14 mit Cannabis & Alkohol an, aber dazu kann ich irgendwie stehen, da weiß ich, dass das definitiv Ich war, der das so gewollt hat. Aber danach....Alles weg, Alles verdrängt, Alles war irgendwie nicht Ich.

    Dann geht das so weiter, dass mein Bewusstsein mir erzählt, dass ich keine richtige Jugend hatte. Ich war nie in Urlaub, hatte nie eine Beziehung (obwohl ich hunderte Angebote hatte), ich hatte irgendwie Angst davor und dann hab ich ständig diese abweisende Persönlichkeit an den Tag gelegt. Wenn ich dann weiter bei Verstand bleibe, geht das so weiter. Dann wird mir bewusst, dass ich 22 bin, keinen Job hab, keine Ausbildung hab, ich für mein Abitur weitere 3 Jahre in Anspruch nehmen müsste, ich dann immernoch zuhause wohne und und und...Alles ist jetzt schon an mir vorbeigezogen und ich werd das Gefühl nicht los, dass es auch in Zukunft so weitergeht, weil ich der Zeit hinter her häng und es auch in Zukunft so sein wird. Ich rechne einfach dann 22 (im Moment nichtmal in der Lage dazu, irgendwas nachzuholen, geschweige denn einen Job zu machen) + 3 Jahre für Abitur = 25 Jahre, dann muss ich erstmal ne Ausbildung finden mit meinem Lebenslauf und dann wär ich 28, wenn ich meine Ausbildung zu Ende hätte...Das wär der Optimalfall! Mich macht das einfach krank. Andere Leute haben bis dahin vielleicht Kinder, sind verheiratet und haben nen Haus...Und ich hab meine Ausbildung gerade zu Ende und kann dann vielleicht daheim ausziehen. Versteht ihr, meine Gedanken kreisen darum, dass die Jugend weg/vergeudet ist, ich keine Zukunftsperspektive hab und Angst hab vor dem Erwachsen sein, weil ich dazu nicht bereit bin. Dann solln jetzt noch 6 Jahre draufgehen in denen ich Abi machen soll, Ausbildung, Job, etc. und ich häng immernoch in der Jugend fest...Für Außenstehende mag das vielleicht komisch klingen, aber mich bringen diese Gedanken um. Geschweige denn davon, dass ich Depersonalisiert/Derealisiert bin und meine Persönlichkeiten wechseln

  • Mein Auto ...., mein Boot ...., mein Haus .... - willst du dich diesem Käse wirklich hingeben?
    Ja, viele haben mit 28 alles, schau bitte aber mal genauer hin, was bei denen dann mit etwa 40 oder 50 ist!
    Jede 2. Ehe wird geschieden, Kinder leiden, Häuser müssen verkauft werden und und und ...

    <== Das Alter bei mir gesehen?
    Ich hab vor 2 Jahren nochmal ne Ausbildung gemacht, wie schon geschrieben auch mit 25 nochmal ganz von vorne angefangen und wenn alles klappt, dann hänge ich noch erneut im Herbst eine Ausbildung dran.
    Wer übt heute noch einen Beruf über seine Lebenszeit aus, eher wenige, das Leben ist ein ständiges Lernen und verändern.

    Du hast ne Krise, die muss nun angegangen werden, doch du hast noch sehr viel Zeit.
    Sicher geht das nicht von heut auf morgen, es braucht viel Kraft und Geduld, aber man kann meist alles gut behandeln und seinen Weg finden.

    Vielleicht mags ja mal mehr zu deinen Drogenzeiten was schreiben, ist die nun beendet?

    Es ist nicht komisch wenn man so unterwegs ist, es ist verständlich, doch aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen - wenn man sich dem hingibt, dann wird es immer schlimmer.
    Daher finde ich es gut, wenn gleich am Montag zum Doc gehst und dort ehrlich berichtest.
    Auch wenn es stationär probiert wird, keine 'Angst, du gehst freiwillig rein, also gehst auch wieder heim :smiling_face:
    Einzig und allein würde dagegen eigene Gefährdung (also zu erwartender Freitod) oder Fremdgefährdung sprechen ... Gedanken an den Tod reichen da aber nicht aus.

    Bin gespannt was da am Montag so raus kommt :smiling_face:

    LG Franz

  • Hi lostmyself77,

    bei einer ungehandelten DIS wissen die einzelnen Persönlichkeiten nichts von den anderen. Wenn du also Fotos von dir sehen würdest, dann käme das Foto dir nicht vor wie eine andere Person, sondern du hättest keinen blassen Schimmer davon, wann, wo und unter welchen Umständen das Foto gemacht wurde.

    Sehr oft passiert es auch, dass Menschen mit einer DIS von einer Sekunde auf die andere an einem Ort sind, und keine Ahnung haben wie sie dahin gekommen sind. Du bist also jetzt gerade noch in deiner Wohnung und im nächsten Augenblick stehst du in einem Supermarkt. In der Zeit dazwischen war eine andere Persönlichkeit im Vordergrund, die von dir ebenfalls nichts weiß.

    Es ist da ein Unterschied zwischen verschiedenen Anteilen einer Persönlichkeit, und wirklich verschiedenen Persönlichkeiten. Es ist z.B. auch möglich, dass die Persönlichkeiten eines Menschen mit einer DIS unterschiedliche Augenfarben haben, oder einer körperlich abhängig von etwas ist, der andere aber bei Nichtkonsum keinerlei Entzugserscheinungen.

    Was immer auch bei dir die Ursachen und Folgen deiner Probleme sind, ich finds toll dass du sie angehen willst. Es wird dir in jedem Fall helfen.

    Marion

  • "bei einer ungehandelten DIS wissen die einzelnen Persönlichkeiten nichts von den anderen. Wenn du also Fotos von dir sehen würdest, dann käme das Foto dir nicht vor wie eine andere Person, sondern du hättest keinen blassen Schimmer davon, wann, wo und unter welchen Umständen das Foto gemacht wurde. "

    Ja, genau so ist das auch...ich hab von meiner jugend fotos von den letzten 4 jahren...das sind alle meine jugendfotos quasi. und ich hab keine ahnung wie diese fotos entstanden sind, wer die fotos gemacht hat, rein garnix. ich erkenne halt nur anhand der fotos, dass sie an bestimmten orten gemacht worden sind, die mir bekannt sind.

    ich bin die letzten 4 jahre dissoziert und derealisiert und depersonalisiert durch die gegend gelaufen. ich hab keine ahnung wie ich diesen zustand durchbrechen kann. vorallem dieses dissozieren macht mich krank. ich bin 24/7 in dem zustand und das seit 4 jahren.

    hat da irgendjemand tipps?

  • Hi lostmyself77,

    auch ich hab so gut wie keine Fotos von früher und an meine Kindheit und Jugend so gut wie keine Erinnerungen. Aber auch da gibt es Unterschiede zwischen einfachem vergessen/verdrängen und "eine andere Person gewesen". Insofern ist der Begriff "Dissoziative Identitätsstörung" nicht so wirklich passend, da es mit Dissoziationen eigentlich nichts zu tun hat. Der früher gebräuchliche Begriff, "multiple Persönlichkeitsstörung" beschreibt es wesentlich besser.

    Auf die schnelle wirst du weder die Ursachen für deine Probleme finden noch wirksame Hilfen dafür bekommen... dafür braucht es leider sehr viel Geduld. Ich wollte dich mit meinem Beitrag auch nicht noch mehr beunruhigen. Warte erstmal ab, was das Gespräch mit deiner Hausärztin am Montag bringen wird. Und wenn es dir bis dahin zu schlecht geht, dann geh auch ruhig in eine Notfallklinik. Genau dafür sind die da! :gj:

  • okay, werd ich machen. eine frage noch..was kann man denn gegen dieses abdriften bzw. nicht da sein unternehmen? ich lese ständig von sogenannten skills, aber weiß nicht so recht ob das bei mir was bringen würde. wie sieht es denn mit sport aus? hilft das gegen dissozieren?

    ich hab ja mit meinen eltern über das ganze geredet und dann haben sie gemeint, ich sollte aktiver am tag teilnehmen, weil ich wie gesagt, seit jahren schon hier rumsitze und nichts mache, ich drifte ständig ab, weiß nicht was passiert und frag mich wo die ganze zeit hin ist.

    jetzt hab ich eben den rasen gemäht und ich war garnicht da...ich als person war und bin jetzt auch nicht da! ich kann mich nur ganz grob an den ablauf erinnern. ich weiß, dass ich den rasen gemäht hab, aber ich hab dies nicht bewusst getan.

  • Also, ich habe immer dissoziiert, wenn mich eine Situatin oder Menschen getriggert haben, d.h. mich an meine Traumata erinnert haben. Unter professioneller Anleitung habe ich gelernt, die Anzeichung des Dissoziierens zu erkennen und dann gleich gegenzuwirken mit Achtsamkeitsübungen, Bewusstseinsübungen usw. Z.B. wenn ich auf einem Stuhl sitze und merke, ich drifte ab, konzentriere ich mich auf den Stuhl. Wie fühlt sich die Lehne an, wieviel von meinem Hintern ist auf dem Stuhl, welche Farbe hat die Wand, die ich anschaue etc. Sowas kann man auch immer mal wieder zwischenrein machen, um sich in die Wirklichkeit zurück zu holen. Aber du solltest auch heraus finden, in welchen Situationen du abdriftest, das geht aber wie schon gesagt am besten mit Therapie. Gut, dass du am Montag zur Hausärztin gehst.

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Okay, bei mir ist es nur meistens so, dass ich garkeine Chance mehr habe dieses abdriften zu unterbrechen, weil ich mehr oder weniger immer in diesem Zustand bin nur manchmal ist es extrem. Als ich eben den Rasen gemäht habe, war mir zwar bewusst, dass ich ihn mähe, aber ich war nicht wirklich bei der Sache. Also ich bin eigentlich nie ganz da.

    Wielange lebst du schon mit diesen Dissoziationen? Gibts da überhaupt eine Chance das für immer zu heilen oder lebt man mit DIS ein lebenlang?

  • Hi lostmyself77,

    auch wenn du mich jetzt nicht gemeint hast: gelberose hat Dissoziationen, aber keine "DIS". Das ist wirklich ein sehr großer Unterschied. Dissoziationen treten bei mehreren möglichen Erkrankungen auf.

    Marion

  • Wie lange ich schon damit lebe, kann ich gar nicht genau sagen, weil ich das ne Zeit lang gar nicht bemerkt habe und auch niemanden hatte, der es hätte merken können. Ich hab es lange einfach als "in Gedanken versunken" betrachtet. Aber inzwischen dissoziiere ich gar nicht mehr dank ner Traumatherapie!

    Liebe Grüße
    gelberose

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