Wo gehöre ich hin??

  • Hallo liebe Leute!

    Ich befinde mich momentan zum 2. Mal in stationärer Behandlung (nach dem ersten mal letztes Jahr bin ich Rückfällig geworden) wegen meines Cannabis Konsums. Als ich dort ankam war ich stark Depressiv und bekomme nun Medikamente und mir geht es schon etwas besser (der Psychologe bezeichnet meinen Zustand als "stabiler" aber noch nicht stabil).
    Befinde mich momentan allgemein in einer ziemlichen Umbruchsphase meines Lebens, manchmal denke ich mir das es mit fast 25 schon sehr spät ist, aber ich war schon immer der Spätzünder eher.
    1. Meine Ausbildungsstelle habe ich abgebrochen nach dem ersten Entzug und möchte nun gerne studieren(wenn ich wieder fit bin natürlich), habe auch ein Abitur allerdings nichts berauschendes: 3, 6 und ich weiss auch noch nicht was (evtl. in Richtung Journalismus/Medien?)
    2. Beschäftige ich momentan sehr stark mit dem Thema Homosexualität (bin ichs oder nich/Bi-Sexuell??). Hinzu kommt das ich im Alter von 12 Jahren schon eimal vergewaltigt worden bin, dies aber bis heute mit niemandem besprechen konnte, aber es dem Psychotherapeuten jetzt gesagt habe.
    3. Liegt bei mir glaub ich eine sogenannt Emotionale Abhängigkeit zum Elternhaus vor, was ich gerne ändern würde.

    Wer von euch kann mir Tips in den Punkten geben oder ist vielleicht ähnlich betroffen? Fraue mich über jede Antwort.


    Lg, Thorsten

  • Hallo Thorsten,

    als ich deinen Beitrag gelesen sind mir einige Dinge aufgefallen, die bei mir sehr ähnlich sind wie bei dir. Zwar habe ich zum Glück keine Probleme mit Suchtverhalten, allerdings auch mit Depressionen und immer wieder kehrenden Rückfällen, die dann auch nen Klinikaufenthalt nötig machten.
    Ich bin mit 17 Jahren vergewaltigt worden und habe auch erst sehr viel später in der Therapie (18 Jahre später) darüber geredet. Richtig geholfen hat mir das aber irgendwie nicht, ich habe sogar eher das Gefühl, dass das Gegenteil der Fall ist. Ich habe auch wie du eine gewisse Abhängigkeit zu meinem Elternhaus, die sich jetzt dadurch noch verschlimmert hat, dass ich seit knapp 2 Jahren alleinerziehend bin und dadurch noch mehr auf meine Eltern angewiesen bin, um weiterhin arbeiten zu gehen.

    Du meintest, dass du mit 25 schon ziemlich spät dran wärst, um in deinem Leben so einen großen Umbruch zu haben. Weißt du, ich denke eher, dass man in jedem Alter einen Umbruch/Neuanfang verkraften kann, wenn man daran glaubt, dass sich das Ganze positiv entwickeln kann und wenn man auch selbst dahinter, sprich zu seinen Entscheidungen, steht.
    Ich habe im weiteren Bekanntenkreis auch ein paar Männer, die eine Bi-Neigung haben und es hat sehr lange gedauert, bis sie sich das eingestanden hatten. Bei einem von ihnen weiß seine Partnerin sogar immer noch nichts davon, er hat es nur mir mal erzählt weil er weiß, dass ich ziemlich neutral bin in solchen Dingen. Ich kann mir vorstellen, dass es für jemanden nicht einfach ist plötzlich (oder auch langsam) festzustellen, dass es einen zum eigenen Geschlecht hinzieht.
    Aber was ist eigentlich so schlimm darani?! Jeder Mensch sehnt sich doch nach Liebe, Geborgenheit, Verständnis, Vertrauen etc.. Wenn ich nun nach einigen Lebensjahren feststelle, dass ich allen "Normen" zum Trotz ein glücklicherer Mensch bin, wenn ich eine "etwas andere" Beziehung führe als die Normalos, wieso sollte/dürfte ich das dann nicht tun?! Nur weil es gesellschaftlich nicht gerne gesehen wird?
    Es ist mit Sicherheit nicht leicht sich zu outen, egal ob nun homosexuell oder "nur" bisexuell. Aber ich denke, es wird einen auf Dauer glücklicher machen, weil man dann endlich weiß wohin man gehört :smiling_face:
    Nimm dir doch einfach die Zeit jetzt wenn du stationär bist um innerlich zur Ruhe zu kommen. Vllt werden dir dann viele Dinge ganz von alleine klar. So etwas entscheidet sich schließlich nicht durch Nachforschungen, Lesematerial und sonstigem, sondern ganz allein aus dem Gefühl, was aus deinem Inneren kommt *smile*

    Ich wünsche dir bei deiner Selbstfindung viel Kraft und alles Liebe. Und natürlich auch, dass die Depri dich bald wieder aus ihren Klauen lässt.

    Liebe Grüße

    Mel

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!