• Vorgestern war ich in einem Blumenladen und wollte einer schwerkranken Freundin einen Blumenstrauß ins Krankenhaus schicken lassen....
    Ich komme in den Laden und sehe die Blumenverkäuferin mit einer Kundin sprechen.
    Ich schaue mich im Laden um und aufeinmal steht ein Mann vor mir und spricht mich an (ob er mir helfen kann ..... usw.usw.)
    Von da an wußte ich nichts mehr ... Ich wußte noch nicht einmal welche Blumen ich kaufen wollte. Er hat dann immer weitergeredet und irgendwelche Blümchen zusammengesteckt.
    Ich habe mich dann aufeinmal am Tresen wiedergefunden, wo ich eine Karte geschrieben habe und anschließend habe ich noch bezahlt und mich sehr gewundert, daß der Mann mir nicht den gebundenen Strauß Blumen gezeigt hat (oder hat es das???). Als ich aus dem Laden ging, merkte ich das 1. Mal bewußt, daß ich so getriggert gewesen war, daß ich mich an fast nichts erinnern kann. Und mir ist bewußt geworden, daß ich nicht die Blumen bestellt habe, die ich eigentlich haben wollte.
    Seit dem geht es mir wieder sehr schlecht.

    Ach, ich kann noch nicht mal ganz einfache Dinge erledigen ohne das mir so was Dummes passiert.
    ... und ich bekomme Angst und werde fast ohnmächtig.

    Wird das je wieder aufhören oder mal besser werden?

    Tja, zumindest habe ich ja relativ schnell gemerkt, daß ich getriggert gewesen bin.
    Das ist wirklich was Neues. Freuen kann ich mich aber nicht darüber.
    Ich bin eher traurig und verletzt ... und habe das Gefühl, da sind wieder diese vielen alten Gefühle, die ich eingesperrt habe...

    Luna

  • Hallo Luna,

    so eine Dissoziation ist immer sehr aufwühlend. Man fühlt sich so hilflos und den Erinnerungen und dem Trigger ausgeliefert. Und nachdem die Disso vorbei ist, wird es ja auch nicht unbedingt besser, da sind ja dann immer noch die alten Erinnerungen und Gefühle, die in einem wüten.

    Hilft es dir, dir bewusst zu machen, dass das nun alles wirklich NUR alte Erinnerungen sind, die NICHTS mit der Gegenwart zu tun haben? Mach dir ganz bewusst, dass du in der Gegenwart lebst und bist, schau dir genau deine Umgebung an, nimm alles ganz bewusst wahr.

    Immerhin hast du alles dieses Mal sehr schnell analysieren können, das ist also ein Zeichen, dass es schon besser geworden ist! Bist du denn in Therapie zur Zeit?

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Hallo Luna, du dissoziierst ganz schön heftig. Ich kenne solche Gefühle auch und solche Dissoziationen, aber ich merke kurz vorher das sowas gleich passiert und habe dann meine Skills dabei. Meistens verlasse ich auch schnell diese Situationen und schnaufe erstmal durch. Du müsstest unbedingt mit Skills arbeiten und eine DBT Therapie machen. Dies hat mir sehr geholfen. Also ganz weg dissoziiere ich nicht mehr. Ich stell mir das unheimlich schwierig vor, sowas mitmachen zu müssen, aber es ist doch erstaunlich, daß du dich nicht errinnerst, aber doch Blumen bestellt hast und es scheinbar die anderen gar nicht merken. Mir sieht das auch nie jemand an, ich sehe dann alles wie im Traum und reagiere aber auf meine Umwelt noch ganz normal. Unheimlich finde ich dies schon, genauso wie bei dir. Liebe Grüße Tine

  • Liebe gelberose,

    irgendwie habe ich mir das noch nicht sagen können, daß das ja NUR alte Erinnerungen sind und die NICHTS mit der Gegenwart zu tun haben.

    Was mir sehr Sorgen macht, ist das ich wer weiß wie oft getriggert bin und es nicht merke. Das macht mir Angst.

    Was ich jedoch sehr spannend finde ist, das ich momentan im nachhinein feststellen kann, daß ich getriggert gewesen bin. Ist das nun ein gutes Zeichen?

    Vorhin war ich im Laden einkaufen und an der Kasse so getriggert und als ich angesprochen wurde überhaupt nichts mehr wußte und am liebsten weggelaufen wäre.
    Ich weiß wirklich nicht mehr wie ich es geschafft habe, dort stehen zu bleiben und äußerlich Ruhe zu bewahren. Im rausgehen habe ich mich zigmal entschuldigt, weil ich das Gefühl hatte , man hat es mir angesehen (getriggert sein , Opfer sein ...)

    Therapie mache ich zur Zeit keine mehr. Nicht, weil ich nicht mehr will sondern weil die Krankenkasse sich da sperrt und sagt 100 Stunden sind genug.
    Ich war von September bis Mitte Dezember in einer Psych. Klinik (leider keine Trauma-Klinik), da es mir so schlecht ging und ich laufend Backflash hatte.

    Nun bin ich zu Hause und weiß ganz ehrlich noch nicht wie es weitergehen soll. Ich brauche dringend ambulante Therapie.
    Ich habe schon überlegt, ob ich die Therapieform ändern sollte. Anstatt Tiefenpsychologisch zur Psychoanalyse???
    Bloß wird da auch mit Trauma gearbeitet?

    Liebe Grüße

    Luna

    ----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 12:02 ---------- Vorheriger Beitrag war um 11:58 ----------

    Hallo Tine,

    momentan weiß ich noch nicht, wie ich an meine so dringend gebrauchte Traumatherapie komme. Ich weiß echt nicht mehr, was ich machen soll.

    Deine Therapie, die Du jetzt machst, ist das die 1. Psychotherapie / Traumatherapie??? Oder hast Du auch schon einmal verlängert?

    Lieben Gruß

    Luna

  • Hallo Luna, ich bin eigentlich seit fast 20 Jahren immer in irgendeiner Therapie. Bin regelmäßig beim Psychologen und habe auch schon viele gewechselt. Meine Krankenkasse hat da noch nie dagegen entschieden. Ich habe mir ambulant einen Therapeuten selbst gesucht, habe ungefähr 50 verschiedene hier in Magdeburg angerufen, habe gefragt, ob die sich mit Traumas auskennen und mit den Skills und DBT Therapie. Habe dann eingen gefunden, habe meine 5 Probestunden genommen, alles andere hat der Therapeut mit der Krankenkasse dann selbst ausgemacht. Ich habe überhaupt nicht verhandelt mit der Krankenkasse.

    So war es auch mal mit einem Therapieplatz in einem Krankenhaus. Ich habe dort angerufen, das war vor 5 Jahren ob die DBT Therapie machen, dann brauchte ich nur einen Einweisungsschein vom Hausarzt und ich bekam dort einen Termin, konnte gleich 2 Tage später kommen und das Krankenhaus hat das dann auch mit der Krankenkasse gemacht. Versuch es doch mal so rum, such dir erst den Therapeuten oder rufe in einer Traumaklinik an und frage, wie du vorgehen sollst. Das wirkt bei der Krankenkasse scheinbar schneller und besser, wenn das das Krankenhaus selber macht. Ich weiß auch nicht, ob es was damit zu tun hat, Ost oder West. Wie gesagt, ich habe hier noch nie Probleme gehabt. Und ich hatte Zeiten, da hatte ich eine stationäre Therapie nach der anderen, weils mir nie besser ging. Wenn es dir jetzt echt noch so schlecht geht, dann würde ich mich wieder in eine Psychiatrie einweisen lassen und von da aus eine Traumatherapie durch die Sozialarbeiter, die ein Krankenhaus hat, beantragen lassen. Das ist so wichtig, daß du eine Traumatherapie machen kannst. Klappere selbst die Krankenhäuser ab, telefonisch oder per Mail. Ich geh immer so vor und bleibe hartnäckig. Zur Not kannst du auch zu einem Anwalt gehen, der dich unterstützt bei der Krankenkasse und zur Not gerichtlich vorgehen, daß Deine Krankenkasse dir so eine wichtige Therapie vorenthält. Leider ist es so, daß man selbst aktiv werden muss und nicht locker lassen darf. Stell nochmal einen Antrag auf Traumatherapie, wenn sie ablehnen, einen Widerspruch machen, wenn sie wieder ablehnen, vor Gericht gehen. Es ist Deine Gesundheit. Traurig ist sowas, und schockiert mich. Kannst du nicht die Krankenkasse wechseln? Liebe Grüße Tine

  • Hallo Luna,

    überall wird gespart, es ist einfach nur ungerecht und traurig! Aber Tine hat Recht: Gib nicht auf! Geh zur Not in eine Klinik (in meinen Augen ist Traumatherapie in ner Klinik sowieso besser als ambulant), zur Not auf ne Akutstation, die müssen dich nehmen, wenn es dir sehr schlecht geht und das ist momentan der Fall, und die KK zahlt da auch! Und von da aus such mit Hilfe von Sozialarbeitern und den Ärzten nach ner Thera für dich! Richtig begründet genehmigt die KK auch über die 100 Stunden hinaus!

    Die Psychoanalyse behandelt, soweit ich weiß, auch Traumata. Les dir doch unseren Lexikoneintrag zum Thema Psychoanalyse mal durch, da findest du sicherlich viele hilfreiche Infos!

    Du brauchst Hilfe, mach das deutlich! Setz dich für dich selbst ein, du hast ein Recht darauf! Dir muss geholfen werden!

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Ich glaub' es gibt einen Unterschied zwischen stationären und ambulanten Therapien, was die Zeiträume betrifft, in denen man eine abgebrochen und eine neue begonnen hat.
    Aber ich weiß es nicht auswendig, muss grad nochmal nachschauen und schreib' später nochmal was.

  • Danke Euch Allen! Danke für Eure Tips und Unterstützung.

    Das ich jetzt nochmal in die Klinik gehe, kommt für mich nicht mehr in Frage. Ich war die letzten 3 Jahre jedes Jahr in einer Klinik. Der letzte Aufenthalt dann jetzt von September bis Mitte Dezember. Ich bin alleinerziehend und habe eine 9 jährige Tochter... Das kann und darf und will ich ihr nicht nochmal antun. Sie ist vom letzten Mal noch ziemlich down.

    Ich muß etwas Ambulantes finden.
    Ich denke, daß ich nächste Woche auch nochmal bei der Krankenkasse anrufen werde. Vielleicht gibt es ja da jemanden, der mir weiterhelfen kann.

    Luna


    D A N K E fürs M U T machen
    :el:

  • Hallo Luna,

    ich kann verstehen, dass du deiner Tochter es nicht antun willst, nochmal in ne Klinik zu gehen... Andererseits was glaubst du, tust du ihr momentan an, wenn es dir so schlecht geht? Mal angenommen, die Kasse willigt doch noch in was ambulantes ein, wird es ja auch seine Zeit dauern, bis du da nen Platz bekommst. Die meisten ambulanten Therapeuten haben ne sehr lange Wartezeit. Und in der Zwischenzeit? Wie soll es da weitergehen? Versteh mich nicht falsch, ich finde es super, dass du dich kümmern willst und wie du dich um deine Tochter sorgst und alles. Aber vielleicht wäre es gut, Klinik nicht komplett kategorisch auszuschließen, sondern zumindest als allerletzte Notlösung im Hinterkopf zu behalten?!

    Liebe Grüße
    gelberose

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