Hallo,
ich bin seit gestern in diesem Forum registriert.
Ich habe ein Problem und hoffe von Euch vielleicht Antworten zu bekommen.
Ich nehme seit 2004 wegen Angstzuständen, Panikattaken, Antidepressiva und zwar 30 mg Cipralex, 150 mg Trimipramin, bei Bedarf bis zu 2 mg Tavor und sollte ich mal wieder gar nicht schlafen können 7,5 mg Zopiclon. Im Jahre 2005 stellte man bei mir einen Gehirntumor fest welcher auch operiert wurde und ein einige Tage später aufgetretenes Liquorleck (Gehirnwasser lief mir durch die Nase davon und deswegen mußte der ganze Kopf nochmals geöffnet werden und u. a. mit Gewebe aus dem Oberschenkel abgedichtet werden. Seit diesem Zeitpunkt leide ich unter stärksten Kopfschmerzen, welche ich nun mit 60 mg Oxicodon (Morphin), bis zu 3 Gelonida (Paracetamol und Kodein), 30 ml Tramal bekämpfe. Nun bin ich davon überzeugt, dass ich dringend einen Medikamentenentzug machen sollte und mich neu einstellen lasse. Es geht mir einfach total schlecht. Ich komme mir manchmal vor wie ferngesteuert. Ich bin so arg beeinträchtigt in allem. Privat wie auch im Umgang mit Freunden, es ist mir alles zu viel. Ich bin seit 2009 berentet worden, weil ich einfach nicht mehr kann. Nun habe ich natürlich viel Angst vor einem Entzug. Bitte helft mir und schreibt mir, wie so ein Entzug vonstatten geht, wie lange das auch stationär dauert und ob diese ganzen Schauermärchen (ich hoffe es sind Märchen) stimmen. Ich habe vor den Entzug im Schmerzzentrum in Günzburg zu machen. Gibt es vielleicht auch jemanden der schon dort war? Ich freue mich auf Eure Nachrichten und wünsche einen schönen Tag, Euer Angsthase
Medikamentenentzug, wie geht das?
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Hi,
naja, angenehm ist so ein Entzug natürlich weniger.
Aber so richtig Angst brauchste da auch nicht haben, du machst ja einen Entzug unter ärztlicher Aufsicht.
Wie das nun genau vor sich geht, kann ich dir auch nicht sagen.
Ich habe immer nur kalt entzogen.
In der Klinik wird wohl stufenweise runterdosiert werde, damit du nicht in ein Delirium fällst.Da kommen bestimmt noch Antworten von Leuten, die dir das etwas genauer schildern können.
Eines ist klar: es ist gut, dass du das angehst & es eine Investition in deine Zukunft.
Also freue dich auch ein klein bissel drauf - das nimmt der Angst ein wenig die Schärfe...LG.Ganesha
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Hallo angsthase :wink:
das ist ein ziemlicher Medikmenten-Coctail, den Dein Körper verkraften mußt. Bist Du aktuell bei einem Neurologen in ärztlicher Behandlung?
Im Bereich der Schmerztherapie kenne ich nur eine Klinik in Kiel, war aber selber nicht dort. Hier wird tatsächlich innerhalb von 2-4 Wochen stufenweise herunterdosiert - diese Vorgehensweise kann jedoch individuell abweichen. Du wirst in der Klinik verschiedene Entspannungstechniken erlernen, um mit den Schmerzen umzugehen. Gymnastik und Sport gehören ebenfalls dazu, daneben wirst Du psychologisch & ärztlich betreut. Das ganze ist mit einem Kuraufenthalt vergleichbar. Du kannst Diese Chance für Dich durchaus positiv angehen.
Dir eine gute Zeit
Mickey -
Hallo angsthase.
In den letzten fünf Jahren habe ich drei grosse Medikamentenentzüge, jedes mal Morphin, wozu ja Oxicodon auch gehört, im Rahmen eines Aufenthalts in Schmerzkliniken gemacht.
Meine Erfahrung ist, dass Du langsam von den Medikamenten runterdosiert wirst. Das ist zur Zeit die gängige Methode. In der Schmerztherapie läuft es ungefähr so ab, wie Mickey das schon erläutert hat.
Aber der Entzug selber hat es auch ganz gut in sich. Genau deshalb werden solche Dinge im stationeren Umfeld gemacht, so dass man ständig unter beobachtung steht.
Aber keine Angst, man kann es durchaus schaffen. Es werden zwei, drei Tage etwas unruhig, aber dagegen wirst Du etwas bekommen. Ansonsten kann ich nur sagen, jeder reagiert anders bei einem Entzug, deshalb möchte ich nicht zu viel sagen.
Übrigens, das Schmerzzentrum Günzburg hat einen sehr guten Ruf. -
Hallo dunge,
danke für Deine Antwort. Jetzt weiß ich schon wieder ein bisschen mehr. War heute bei meinem Arzt und er hat mir unbedingt dazugeraten mich neu einstellen zu lassen mit einem vorgerigem Entzug. Ich habe dann heute schon Kontakt mit der ausgewählten Klinik aufgenommen und warte nun, bis diese mir einen Termin nennt. Du wolltest zwar nicht viel zum Entzug sagen aber vielleicht hast Du doch noch ein paar Dinge die mich interessieren, Ich bin sogar sicher, dass es da noch was gibt.
Liebe Grüße Angsthase -
Hallo Angsthase,
Ich habe vor etwa 10 Wochen in der Schmerzklinik in Kiel vom Codein und PCM ( also das was bei Dir Gelonida ist) entzogen.
Finde es mit so nem Schmerzzentrum eine gute Lösung.
Und hey, mach Dich nicht so verrückt.
Am besten, Du liest nicht mehr was andere im Netz bei google über irgendwelche Medikamentenentzüge schreiben.
Bei jedem wirkt es sich anders aus. Und man wird nur wahnsinnig gemacht, wenn man all das Zeug liest. Die ganzen Horrorgeschichten die dort zu lesen sind.
Neeeeeeeeee Du, geb da nichts drauf.
Mach Du Deine Erfahrung und Du wirst sehen, es ist mit Sicherheit nicht so schlimm wie Du es jetzt so denkst. Du scheinst es Dir ja alles so auszumalen, als wäre es vergleichbar mit einem Sterbebett.
Du, es wird wie Dunge schon schrieb ein paar Tage nicht soooooooooooooo dolle, also Bäume ausreißen wirst Du dann sicher nicht könnenaber diese paar tage werden vorbei gehen und wie schon gesagt wurde, Du bist in ärztlicher Obhut und kannst Dich jederzeit an einen Arzt wenden.
Also: Mach Dich bitte nicht so verrückt.
Wenn Du einen Termin hast, freue Dich drauf.
Freue Dich, dass Du endlich Deinen Körper mal bissl entgiften und neue Kraft tanken kannst.
Du merkst doch selber, wieviel Kraft diese ganzen Medikamente aus Deinem Körper ziehen.
Es wird alles gut werden, ganz bestimmt.
Liebe Grüße,
Leben -
Das seh ich wie Leben, im Netz kursieren viele Schauermärchen, ob nun Medi-Entzug oder eben auch andere Entzüge.
Leider liest man wesentlich mehr Berichte, welche das negative hervorheben und das kommt oft von Leuten, die eben den erneuten Konsum rechtfertigen wollen/müssen.
Ich freu mich angsthase, dass einen nach dem anderen Schritt erledigst und nun auf den Termin wartest.
Manchmal dort anrufen könnte vlt helfen, wenn es eine längere Wartezeit ist - es sagen ja auch immer welche ab oder brechen eben ab.
Wer sich bemerkbar macht, der wird dann auch oft vorgezogenLG Franz
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Liebes Leben, lieber Franz,
herzlichen DAnk für EUre aufbauenden Worte. Also ganz ehrlich, ich habe schon ein bisschen Angst, aber ich denke das ist normal. Mit der Klinik habe ich nochmal telefoniert und gesagt bekommen, dass mitte Februar ein Zimmer für mich reserviert wird. Also dann warte ich jetzt noch auf den genauen Termin, der mir in Kürze schriftlich zugehen soll. Ich werde es auch so machen wie Ihr sagt, einfach nicht mehr alles über Entzüge lesen. Ich glaube auch, dass man mehr negatives geschriebenes findet als positives, was es bestimmt genauso oft gibt. Bis dahin habe ich jetzt ja noch ein bisschen Zeit und versuche schon zuhause, ein bisschen zu reduzieren, dabei geht es mir aber nicht gut. Ich kann in der Nacht schlecht schlafen, mir tun die Glieder weh (sie ziehen so), ich bin wie gelähmt, kann mich zu nichts aufraffen und schwitze ganz arg. Wie gesagt, ich versuche nur ein ganz klein wenig weniger zu nehmen....1Ich freue mich immer, wenn ich Post von Euch bekomme, denn irgendwie fühle ich mich ganz einfach verstanden. Bis bald und danke nochmal, Angsthase
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Hallo Franz,
wie funktioniert das mit einer Spende? Gerne würde ich den Verein unterstützen. Vielleicht kann ich nach meinem Entzug auch helfen. Liebe Grüße, Angsthase----------Beitrag automatisch hinzugefügt um 09:31 ---------- Vorheriger Beitrag war um 09:27 ----------
Lieber Dunge,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke auch, dass man stationär ganz gut aufgehoben ist. Es ist schön zu hören, dass man auch Hilfe bekommt, wenn es ganz arg wird. Na ja, wie lange warst Du denn in der Klinik? Noch eine ganz dumme Frage, was benötigt man, ist man im Bett oder unterwegs? Was soll ich an Klamotten mitnehmen? Schönen Tag und ich freue mich auf Deine Anwort,
Angsthase -
Hey ... das freut mich richtig dolle, dass Du schon Mitte Februar dort hin kannst. Wirklich, da kannst Du Dich mitfreuen.
Bei mir war es ein Riesentheater von der Kasse aus, dass ich überhaupt in eine Schmerzklinik gehen durfte, zog sich über Monate hin.
Das ist ja richtig richtig klasse mit dem Zimmer.
Nun übertreibe es nicht mit der Reduzierung Zuhause. Warum gehste denn in die Klinik??
Reduziere nur soviel selber Daheim, wie Du auch "verkraften" kannst. Also wenn es so schlimm ist mit der Reduzierung, dann reduziere die Reduzierung, grins.
Vertraue auf die Klinik.
Und freue Dich einfach, dass Dir dort geholfen wird.
Alles wird gut. Ganz sicher.
Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute.
Liebe Grüße,
Leben -
Guten MOrgen Leben,
schön, dass Du auch schon fit bist. Ja, also ich freue mich total und auf der anderen Seite habe ich ganz schön Bauchweh wenn ich daran denke. Aber es ist bestimmt gut, dass ich dieses Problem jetzt angehe. Ja, ich bin auch überrascht, dass das nun so schnell geht. Ich muß mir zwar das Einzelzimmer selber zahlen und dafür dann einige andere Dinge streichen, die ich dieses Jahr machen wollte, aber es ist es mir wert. Mit der Reduzierung hast Du recht, warum gehe ich in die Klinik. Ich merke auch, dass ich da alleine nicht klar komme. Nun wünsche ich Dir einen schönen Tag und freu mich, wenn ich wieder von Dir höre,
liebe Grüße, Angsthase -
Lächel ... ein Einzelzimmer.
Jo Du, das habe ich mir auch in Kiel gegönnt. Aber es war mir sehr wichtig und ich habe es nicht bereut.
Irgendwie malst Du es Dir selber noch immer so schlimm aus.
Du musst nicht immer nur im Bett liegen dort.
Also in Kiel war es so, da hatte man auch viel Programm, wenn man möchte. Konnte man, musste man nicht unbedingt. Eben so, wie es einem selber gut tat.
Gymnastik, PMR Sitzungen usw. Eigentlich war der Tag ganz schön ausgebucht dadurch.
Also:
Pack nicht nur Nachthemden ein.
Paar gemütliche Klamotten, sicher auch Sportschuhe - aber das müsste die Klinik Dir eigentlich mitteilen, wird sie auch wenn Du schriftlich den Termin bekommst. Dort steht bestimmt alles genau drin, was Du mitnehmen sollst.
Hey, wenn es geht, pack Dir `ne schöne Kuscheldecke ein.
Ich war froh drum, dies getan zu haben.
Eine heimische Kuscheldecke, in die man sich mal im Bett einmümmeln konnte. Kann ich Dir nur empfehlen.
So, und ein biiiiiiiiiiiiiiisschen Bauchgrummeln ist sicher ganz normal, hatte ich auch - aber hab bitte keine Angst, das musst Du nämlich nicht.
Es läuft dort alles ganz human ab.
Liebe Grüße,
Leben -
Hey,
das klingt ja gut, Mitte Februar - das macht *schwupp* und schon isses soweit.
Leben hat Recht, was das private runterdosieren angeht, schaue einfach, dass du dich da jetzt nicht unnötig quälst!
Du hast alles unternommen, was wichtig ist, du gehst die Sache abgesichert an...
Ich finde es klasse, dass du dir ein Einzelzimmer leistest!
Auch wenn du dafür einige andere Sachen streichen mußt: Du investiers ins Wertvollste, das es gibt:
In deine Gesundheit, deine UNAbhängigkeit und in deine Zukunft......Klasse.LG.Gane
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Ja, Ihr habt recht. Ich werde mich nicht unnötig quälen. Bin nun schon ganz gespannt auf den tatsächlichen Termin. Ich werde mir mit Sicherheit meine Kuscheldecke mitnehmen. Eigentlich mehrere Dinge, mit denen ich mich wohlfühle wie z. B. auch einen ganz besonderern Bär, meinen Puh Bär. Den hat mir mein Mann vor Jahren geschenkt. Auch eine Maus von "nur die Liebe zählt" wird dabei sein, mit ein paar lieben Worten von meinem Mann. Wie ist es eigentlich, kann man Besuch haben oder ist es die erste Zeit nicht erlaubt? Ich weiß, ich frage schon wieder sehr viel, aber vielleicht weiß es jemand.
Einen schönen Abend, werde bald ins Bett gehen und die Decke über mich ziehen damit ich abschalten kann und nichts mehr passieren kann.
Liebe Grüße, Angsthase -
Von mir ebenfalls alles Gute für Deinen Klinikaufenthalt. Die vielen kleinen Geheimtips mit Kuscheldecke & Co. hast Du jetzt von allen Seiten bekommen. Und so kannst Du Dich vielleicht etwas daruf freuen. Dir eine gute Zeit.
LG Mickey -
Hallo Angsthase,
auch wenn viele anderer Meinung sind, selbst vor dem eigentlichen Entzug auf ein Minimum zu reduzieren ist nicht verkehrt, wenn es medizinisch bei Dir vertretbar ist.
du musst, wenn ich richtig gelesen habe, von einem Benzopräperat entziehen und das iast kein Spatziergang. Gehe runter, soweit es geht, umso leichter wird es.
Ich habe mal Methadon entzogen und das war schon nicht so schön aber im Vergleich zu einem Benzoentzug, auch mit Arzt, war das ein Lacher.Versuche soweit wie es irgend geht, herunterzugehen.
Alles Gute Si
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Guten Morgen,
herzlichen Dank an Alle, die mir geantwortet haben.
Bin nun gestern schon um 19.15 Uhr ins Bett gegangen und hatte sogar eine ruhige Nacht. Heute um 12.00 Uhr habe ich einen Termin bei meinem Therapeuten und werde auch mit ihm den bevorstehenden KLinikaufenthalt besprechen. Bei ihm bin ich schon seit 2004, als meine Depressionen und Angstzustände ausbrachen. Er hilft mir ganz gut und ist auch immer für mich da. Ja, also, sobald ich den richitigen Termin habe, medle ich mich wieder und sage euch Bescheid. Ich werde auch meinen Laptop mitnehmen um zwischendurch mal Bericht zu erstatten (soweit es mir möglich ist). Ich drücke Euch alle ganz fest und wünsche eine gute Zeit, bis bald, Angsthase
PS: Ich freue mich immer sehr, wenn ich Post habe, dann weiß ich, ich bin mit meinen Ängsten nicht alleine! -
Nee, bist Du nicht.
Laptop mitnehmen ist guuuuuuuuuuuuuuuuuuut.
Alles Liebe für Dich.
Leben -
Guten Morgen Leben,
schön, dass Du mir schon antwortest. Sag mal, bist Du am arbeiten (ich meine ob Du einem Beschäftigungsverhältnis nachgehst ) oder bist Du auch daheim? Ich hoffe, ich bin nicht zu neugierig. Bis später, Angsthase -
Ich arbeite zwei mal die Woche ganztags.
Den Rest der Woche bin ich Daheim.
Neugierde??... Interesse
hört sich viiiiiiel besser an, grins.
LG,
Leben -
Hallo Leben und alle Anderen,
habe mich gerade nicht gemeldet, weil es mir nicht gut geht. Ich wußte auch nicht wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Heute habe ich nun meinen Aufnahmetermin für die Klinik bekommen. Es ist der 09.02.2011. Also, jetzt wird es ernst aber es ist mir auch wichtig, dass ich es schaffe. Habe natürlich total viel Angst. Ich hoffe sehr, dass sie mit mir keinen kalten Entzug machen. Was mir ja auch wichtig ist, dass sie mir meine Antidepressiva lassen, die brauche ich, denn alles auf einmal weg geht nicht. Außerdem habe ich ja schon öfter mal probiert etwas weniger zu nehmen, in Absprache mit meinem Arzt, aber dann kamen meine Angstzustände und Panikattaken ganz arg zum Vorschein so dass es für mich sehr, sehr schwer war, wieder alles auf die Reihe zu bekommen.
Vielleicht könnt IHr mir noch ein bisschen Mut machen.....
Liebe Grüße, Angsthase -
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