Hallo erstmal
ich (16) bin neu hier und habe mich endlich mal dazu überwunden, meine jetzige situation aufzuschreiben, weil es mir sehr schwer fällt über mich selbst zu reden. doch ich weiß ich moment nicht weiter. habe vor ca. 2 jahren angefangen mich zu hassen - ich weiß nichtmal genau warum. ich habe nicht wirklich was schlimmes erlebt in meiner kindheit. habe damals angefangen zu hungern, aber musste immer wahnsinnig aufpassen, dass niemand etwas merkt.
es gab schlechte zeiten und welche, da ging es mir relativ gut. es hat sich aber halt irgendwie immer stückchenweise verschlechtert.
vor ca. einem halben jahr habe ich mich so doll gehasst, dass ich auch noch angefangen habe mir ein paar mal den finger in den hals zu stecken. und dann kam die entscheidene situation, warum ich hier hin schreibe ... ich hatte so eine wut auf mich, weil ich irgendwas nicht hinbekommen habe, und wie in trance habe ich nach spitzen gegenständen gesucht. so kannte ich mich gar nicht. habe dann auch was gefunden und angefangen mich zu ritzen. nur danach gings mir besser, ich weiß nicht warum.
aber auf der anderen seite war ich erschrocken von mir. ich möchte ja eigentlich nicht "süchtig" danach werden, wenn ich es mal so ausdrücken kann. nur es ging weiter, ich habe immer gedacht, ich könnte ja jeden moment damit aufhören, aber es war eine viel einfachere methode, den schmerz und die wut aus zulassen, anstatt die ganze zeit so einen inneren druck zu fühlen. inzwischen ritze ich seit 5 monaten relativ regelmäßig, aber nie so sonderlich tief. man sieht zwar narben und natürlich auch blut -
aber ich weiß nicht, ob ich mir das vllt einfach irgendwie einbilde, denn eigentlich darf es mir gar nicht schlecht gehen und ich darf auch keine probleme haben - das sagen meine eltern auch immer. die wissen natürlich nichts davon.
ich habe Angst, dass ich mir das vllt doch nicht einbilde und tiefer drin stecken könnte, als ich annehme ...
sorry, dass es so lang geworden ist, es fiel mir zwar echt schwer darüber zu schreiben, aber es war auch etwas erleichternd. würde mich über antworten sehr freuen.
glg Mimi
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Hallo Mimi,
und erstmal herzlich Willkommen hier im Forum!
Es freut mich, dass du schon so schnell den Mut gefunden hast, was zu schreiben!Meine Eltern versuchen auch immer mir einzureden, das sich 'ne schöne Kindheit hatte. Aber da können sie reden, soviel sie wollen, ich weiß, dass es nicht so ist. Lass dir das also nicht einreden, denn das ist meistens Schwachsinn. Nur weilsie meinen, dass alles okay war, und dass sie keine Fehler gemacht haben, heißt das noch lange nicht, dass das auch stimmt. Vorallem nicht, dass du es ebenso erlebt hast.
Ich denke, 'SVV ist 'n ziemlich tief verwurzeltes Problem - wenn ich das mal so ausdrücken darf. Zumindest ist es bei mir so, dass die "Grundlagen" dafür schon ganz früh in der Kindheit passiert sind.
Ich will dir jetzt keine 'Angst machen, aber ich kann nur sagen, wie's bei mir ist/war...Liebe Grüße
Fibra. -
Zitat
Original von Fibra
Meine Eltern versuchen auch immer mir einzureden, das sich 'ne schöne Kindheit hatte. Aber da können sie reden, soviel sie wollen, ich weiß, dass es nicht so ist. Lass dir das also nicht einreden, denn das ist meistens Schwachsinn.das klingt ja fast so, als würdest du IHR jetzt einreden wollen, sie hätte eine miserable kindheit gehabt.
@mimi
ich kann dir auch nur raten, deine gefühle nicht durch irgendwelche aktionen zu verdrängen. versuch dir klar zu werden, warum du so handelst wie du es tust. das scheint dir jetzt vielleicht unmöglich, ist es aber nicht:wink:
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Hallo Mimi,
erst einmal herzlich Willkommen hier!
Ja, Eltern verdrängen oft gerne, dass es ihren Kindern schlecht geht... Ist das einfachste...
Hast du denn außerhalb deiner Eltern Menschen, denen du vertrauen kannst? Eine gute Freundin, ein Vertrauenslehrer? Es ist wichtig, dass über das was dich bewegt redest, dass du zeigen und sagen kannst, dass es dir schlecht geht. Denn es DARF dir schlecht gehen. Irgendine Ursache hat es ja. Du bist ja nicht eines Morgens hingegangen und hast gesagt: "So, ab heute will ich mich hassen und will ich, dass es mir schlecht geht!" Ganz bestimmt nicht!
Dass du hier angefangen hast zu schreiben ist schon mal ein guter Anfang. Trau dich weiter, über alles was dich bewegt zu reden!
Liebe Grüße
rose -
Hallo Mimi!!
Erst mal Herzlich Willkommen hier!!
Ich finde es sehr mutig von dir, dass du dich hier öffnist.
Ich kenne deine Gefühle nur zu gut!! Auch ich habe Probleme mit meinem Essverhalten und mit SVV!! Bei mir ist es aber nicht beim Ritzen geblieben!!Meine Eltern trischtern mir auch schon seit Jahrén ein, dass ich keine Probleme haben dürfte!! Aber was wissen die schon!! Du musst lernen über diesen Aussagen zu stehen!! Ich weiß es ist leicht gesagt und ich schaffe es auch nicht, aber vllt bist du stärker als ich!!
SVV kann man, nach meinen Erfahrung als Sucht empfinden!! Für mich ist es eine!! Wenn es mir schlecht geht, hilft mir nur noch das Messer oder andere Dinge mit denen ich mich selbst verletze!!
Bei dir kann es ja anders sein!!Ich hoffe,du findest hier Hilfe!!
lg Blacktears :wink:
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Vielen danke erstmal für eure nette aufnahme ins forum und eure lieben antworten!!
@ Fibra: danke für deine antwort. ja es kann gut sein, dass die "grundlagen" dafür in der kindheit passiert sind. nur ich weiß nicht wodurch es kommt, dass ich jetzt so handel ...
@ Alpha: hmm ich kann ja mal versuchen mir darüber klar zu werden, nur im moment scheint es mir wirklich irgendwie unmöglich ...
@ gelberose: vielen danke für deine antwort. ja, ich habe ziemlich viele freunde, denen ich eigentlich auch vertraue, denen ich aber auch nie sage, wenn es mir schlecht geht ... ich sag es aber niemandem, weil ich keinen belasten will. ich habe ihnen auch noch nichts davon erzählt, dass ich ritze, denn vor ca. 1 jahr haben sie mein vertrauen mal ausgenutzt und wollten wegen meinem essverhalten zu meinen eltern. seit dem rede ich mit ihnen über solche sachen nicht mehr, weil ich Angst habe, dass sie es meinen eltern sagen (was sie auch angekündigt haben, dass falls sie nochmal irgendetwas bemerken, zu meinen eltern gehen). ich habe zum glück eine freundin, die hat auch mal geritzt und ihr gegenüber habe ich angefangen mich zu öffnen und sie weiß auch von allem. nur oft denke ich, sie hat ihre eigenen probleme und ich möchte ihr dann nicht noch meine erzählen. auch wenn sie immer sagt, dass ich immer zu ihr kommen kann ...
hmm ich weiß nicht, ob es wirklich ein guter anfang war hier hin zu schreiben, weil ich eigentlich lieber schweige. auch weil zwei andere freundinnen von mir auch aktiv ritzen und sich selbst verletzen und auch schweigen ...
ich weiß einfach nicht, wie es weiter gehen soll --....@ Blacktears: es ist schön zu wissen, dass es menschen gibt, die meine gefühle verstehen und kennen (zB das essverhalten & ritzen). mir fällt es sehr schwer über solchen aussagen zu stehen... weiß auch nicht. vielleicht liegt es daran, dass alle meine freunde sagen, ich hätte keinerlei selbstvertrauen, aber ich halte ja auch nicht viel von mir ...
es ist irgendwie erleichternd, hier hin zu schreiben und zu wissen, dass es manchen anderen hier auch so geht und man verstanden wird. dankeschön nochmal!
glg Mimi -
Zitat
Original von Mimi89
es ist irgendwie erleichternd, hier hin zu schreiben und zu wissen, dass es manchen anderen hier auch so geht und man verstanden wird. dankeschön nochmal!
glg MimiDas meinte ich mit dem guten Anfang, Mimi! Du merkst, dass es dir hilft und das finde ich doch einen guten Anfang!
Warum bist du so dagegen, dass deine Eltern davon erfahren? Vertraust du ihnen nicht? Ich finde nicht, dass deine Freunde dein Vertrauen missbraucht haben, indem sie zu deinen Eltern gegangen wären. Sie hätten es missbrauchst, wenn sie dir davon nichts gesagt hätten und trotzdem gegangen wären. Ich denke, dass sie dir einfach helfen wollten und selbst nicht wussten wie!
Das mit dem andere nicht belasten wollen kenne ich sehr sehr gut...Dennoch versuche ich immer mehr, mit anderen zu reden. Sie sind alt genug und verantwortungsvoll genug, selbst entscheiden zu können, ob es sie zu sehr belastet oder nicht! Genauso deine Freundin, die sich auch selbst verletzt. Bitte sie, es dir zu sagen, wenn es ihr zuviel wird und dann versuche weiter, dich zu öffnen!
Weiterhin viel Kraft, liebe Grüße
rose -
Hallo gelberose
danke für deine antwort. ja ich habe meine freundin darum gebeten mir zu sagen, wenn es ihr zu viel ist, aber ich habe trotzdem meist ein schlechtes gewissen, wenn ich ihr was erzähle...
kann sein, dass du recht hast, dass meine freunde nicht wussten, wie sie mir helfen sollen... nur ich wollte da halt keine hilfe und ich hatte es eigentlich auch nur einer erzählt und die hat es eben den anderen erzählt. aber vielleicht wusste sie ja auch nicht, was sie alleine machen soll. ich weiß es nicht.
nein, ich vertraue meinen eltern überhaupt nicht! in keinster weise, und deswegen bin ich auch so dagegen, dass sie etwas davon erfahren. deswegen diese ganze geheimhalterei -.- ich werde alles dafür tun, dass sie davon nichts erfahren. das könnte ich ihnen auch nicht antun. für die würde eine welt zusammenbrechen...
verletzt du dich auch selbst? und wissen deine eltern davon? (musst darauf nicht antworten)
glg Mimi -
Hallo Mimi,
ja, zur zeit verletze ich mcih auch wieder selbst. Angefangen hab ich mit 16 und immer mal wieder mehr oder weniger längere Pausen dazwischen gehabt. Mein Vater weiß davon, aber nicht dass ich es zur Zeit wieder mache. Aber bei meiner Mutter ist es wie bei dir und deinen Eltern, kein Vertrauen.
Vielleicht hilft es dir ja auch, hier darüber zu schreiben... Hast du schon mal über eine Therapie nachgedacht?
Liebe Grüße
rose -
hallo rose,
hmm, bei mir ist es ähnlich ... habe ja auch mit 16 angefangen. das heißt, also da ist es mir bewusst geworden. ich habe aber seit jahren schon die angewohnheit, bei druck, problemen, ... mir richtig heftig alles im mund aufzukauen - ich habe letztens irgendwo im internet gelesen, dass das auch eine form von Selbstverletzung sein kann, das war mir vorher aber nie bewusst und ich weiß auch nicht, ob es das wirklich ist. allerdings mache ich das heute immernoch ... also ich weiß halt nicht
empfindest du es denn als gut oder schlecht, dass dein vater davon weiß? weil ich kann mir das gar nicht vorstellen, was wäre, wenn meine eltern bescheid wüssten...
ähm, ja, also über eine therapie habe ich generell schon mal nachgedacht. auch weil meine freunde ja mal mit mir zu einer gehen wollten und meine eine freundin sich entschlossen hat jetzt auch eine wegen dem ritzen zu machen. aber die eine sache ist, dass meine eltern ja dann auf jeden fall es erfahren würden und die andere sache ist, dass ich wahnsinnige Angst vor so einer therapie habe ...
auch sag ich mir immer, dass ich bestimmt gar keine therapie brauche, weil ich mir das bestimmt einrede, oder einbilde ... ich darf einfach keine probleme haben. das sagen mir meine eltern auch immer. und deswegen denke ich jetzt nicht so ernsthaft an eine therapie, weil, ich weiß nicht, irgendwie zu viel dagegen spricht und ich Angst davor habe und nicht wirklich weiß, was es bringen soll/kann.
glg Mimi -
Hallo Mimi,
ja, für mich ist es sehr gut, dass mein Vater weiß, da er wirklich versucht, mich zu verstehen. Und soweit es einem Außenstehenden möglich ist, schafft er das sogar. Das tut mir sehr gut, einfach zu sehen, dass er Anteil nimmt und mich nicht verurteilt, sondern so gut er kann für mich da ist.
Ja, was bring teine Therapie? In der Thera schaust du nach den ursachen für das SVV und bekämpfst diese. Es wird einfach viel aufgearbeitet. Es ist im Prinzip nichts anderes als wenn du mit (ich bringe den Vergleich sehr gerne und oft
) einem gebrochenen Bein zu einem Arzt gehst, der dir einen Gips macht und dich notfalls auch operiert. Nichts anderes macht ein Therapeut, aber halt auf der seelischen, psychischen Ebene und nicht auf der physischen. Und egal was deine Eltern sagen, egal ob es dir gut gehen "darf" oder nicht, Tatsache ist, dass es dir nicht gut geht! Wieso erfahren deine Eltern davon, wenn du hingehst? Bist du bei ihnen privat versichert? Ansonsten erfahren sie ncihts, denn auch Therapeuten stehen unter ärztlicher Schweigepflicht! Denk nochmal in Ruhe darüber nach!
Liebe Grüße
rose -
Hallo Rose!
Das freut mich für dich, dass dein vater dich versteht und sich bemüht. das ist ja sicher viel wert oder? ja ich bin bei meinem vater privat versichert, deswegen würden sie sofort etwas mitbekommen. hmm, das beispiel mit dem arzt ist eigentlich echt gut. und, dass die ursachen bearbeitet werden auch, denn genau weiß ich eigentlich gar nicht, warum ich das alles mache ... ich meine klar, ich kann mir schon sachen vorstellen, aber die scheinen mir nicht so gravierend, dass sie so etwas auslösen könnten ....
ich habe vor ein paar tagen mit einer freundin gesprochen, die auch eine kurze zeit mal eine thera gemacht hat wegen SVV und sie meinte, es kann gut sein, dass es hilft, aber ihr hätte es nichts gebracht und sie sähe es so, dass man sich nur selber helfen kann. ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll, ich weiß nicht, ob man sich wirklich selbst irgendwie richtig helfen kann. ich sehe es ja an mir, ich nehme mir oft vor es zu lassen und dann kommen wieder irgendwelche auslöser und der vorsatz ist hinüber...Wie ist das bei dir/euch? bringt euch eine thera was, falls ihr eine macht? und wenn ihr euch vornehmt, euch nicht selbst zu verletzen, haltet ihr das sehr lange durch? ihr müsst darauf natürlich nicht antworten, würde mich aber freuen
glg Mimi
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