Zwang zu sinnlosen Handlungen

  • Erst einmal Hallo,


    ich hoffe, ich bin in "Schizophrenie / Psychosen / Neurosen" mit meinem "Problem" richtig...wenn nicht, schäme ich mich, und hoffe man verzeiht es mir =/ :smiling_face:


    Ich wende mich an dieses Forum, weil ich seit einiger Zeit etwas an mir habe, was mich nicht nur stört, sondern mir auch einfach Angst macht.


    Als ich kleiner war, hatte ich manchmal den Zwang, etwas bestimmtes zu tun, und stellte mir vor, wenn ich es nicht tue, passiert einer Person, die ich sehr gerne habe, etwas.
    Z.B. Zwang ich mich dazu, ein Buch, das rumlag, ins Regal zu stellen, da sonst meiner Oma etwas passieren könnte.
    Es waren im Großen und Ganzen sinnvolle Handlungen.
    Nach einiger Zeit hörte das ganze wieder auf, und ich hatte lange Zeit keinen Zwang in so eine Richtung mehr.


    Aber seit ca einem halben Jahr geht es mir wieder ähnlich, bzw es ist schlimmer.


    Ich weiß nicht mehr genau, wie ich damit angefangen habe.
    Aber wenn ich z.B. im Bad war, hatte ich auf einmal das Bedürfnis, in die Dusche zu schauen, bevor ich aus dem Zimmer gehen konnte.
    Sonst würde jemanden etwas passieren.
    Einige Zeit darauf reichte es nicht, vor Verlassen des Raumes in die Dusche zu sehen, sondern ich spürte den Zwang, die Ecken der Dusche mit den Augen abzufahren.
    Und durfte nur an den Ecken blinzeln.
    Sonst würde meinem Freund, der wichtigste Mensch in meinem Leben, etwas passieren.

    Einige Zeit hatte ich es nur bei der Dusche - dann aber fing ich an, auch vor Verlassen meines Zimmers erst in den Spiegel und dann hinter die Türe sehen zu müssen, aus dem gleichen Grund.
    Inzwischen habe ich ein richtiges Ritual, wie ich mein Zimmer verlassen kann.
    Vergesse ich etwas, bekomme ich Angst, gehe wieder in mein Zimmer und fange von vorne an.
    Dieses "Ritual" sieht in etwa so aus, dass ich in bestimmte Ecken schauen muss, bestimmte Linien mit den Augen nachfahren muss, und dann auf bestimmte Art das Zimmer verlassen muss.


    Langsam breiteten sich solche Zwänge auf fast jeden Raum aus, den ich häufig betrete.
    Speisekammer, WC, Arbeitsraum meines Vaters mit Pc, Flur etc.

    Fast in jedem Raum, auch außerhalb unseres Hauses, habe ich den Zwang, bevor ich ihn verlasse, in einen Spiegel zu blicken, dann hinter die Tür zu schauen und ihn erst dann zu verlassen.

    Spiegel gehören fast zu jedem Ritual dazu - und wenn ich in einen Spiegel blicke, muss ich immer lächeln, das ist sehr "wichtig".


    Ich habe versucht, einige dieser Zwänge von alleine ablegen zu können.
    Den Zwang mit der Dusche habe ich geschafft, ich bin ihn los. Wie ich das geschafft habe, ohne ständige Angst, weiß ich nicht.
    Dafür treten aber an seine Stelle viele andere.

    Ich kann keinen der Zwänge loswerden, weil ich, sobald ich ein "Ritual" nicht perfekt ausführe, die Angst habe, dass jemanden etwas passieren könnte.
    Und diese Angst ist schrecklich...

    Ich habe Angst, mit Leuten, die mir vertraut sind, darüber zu reden.
    Es ist einfach so...dumm, und nicht nachvollziehbar.
    Nicht einmal meinem Freund traue ich es mir ihm zu sagen.

    Ich weiß nicht an wen ich mich wenden soll... - und aus diesem Grund bitte ich hier um Hilfe.

    Kann man mein Verhalten als eine Zwangshandlung bezeichnen?
    Kann ich mir in irgendeiner Art helfen...?

    Ich würde mich wahnsinnig über eine Antwort freuen.
    Schon jetzt vielen, vielen Dank...!

  • hallo luscinia,

    leider kann ich dir da nicht viel an tips geben, ne ich kenne so zwangshandlungen nicht, aber die anderen probleme, wie damit umgehen, wem vertrauen, wohin... die sind doch oft gleich.
    was es genau ist, solltest du schon mal zu einem neurologen oder psychologen gehen, der weiß was du tun kannst. ich denke da gibt es auch ne menge guter therapieerfolge.
    was sagst du? könntest dir das vorstellen??
    was du tun kannst???, hmm ich würd mal sagen, viel ablenken, versuchen ne waage zu finden und dir gutes tun.
    ich habs mit ängsten, die Angst vor der Angst, na ich hab angefangen, nach jeder erfolgreichen nacht mir was gutes zu tun, was was ich sonst nicht so oft machen kann. na hilft mir zweierlei, ich hab erfolge und ich treib mich weiter an, mehr auf mich zu achten und einfach wieder aktiver an gute dinge denken kann. ich denke so ähnlich könnte es auch bei dir gehen. na klappt nicht immer, aber im großen und ganzen muß ich sagen, das es mir wesentlich besser geht.
    kann dir leider gar nicht mehr viel sagen:( , ist mit sicherheit ne sehr schwere sache damit zu leben, könnt ich mir gut denken, aber es gibt auch gute hilfen.

    ich wünsch dir ne menge kraft
    und nen schönen abend noch

    lg

    kleine blume

  • Hallo Luscinia!

    Das hört sich echt schrecklich an.
    Ich habe eine Freundin, die auch solche Zwänge hat, aber nicht mit den Gedanken dabei, die du hast.
    Vielleicht hast du Angst etwas falsch zu machen und dann jemanden zu verlieren?
    Vielleicht musst du deshalb überall noch einmal gucken, damit dich diese Gedanken nicht ängstigen.
    Du schreibst, dass du dich nicht traust, es deinem Fraund zu sagen und dazu muss ich dir eines sagen:
    Ich habe meinem Freund bisher alles erzählt, alles was komisch mit mir war und wenn er dich wirklich liebt, dann ist er für dich da und hilft dir dabei :smiling_face:

    Ich bin mir auch sicher, dass du da nicht allein rauskommen wirst, hol dir Hilfe von einem Psychologen, rede mit ihm und erzähl ihm all deine Sorgen , dann kann er dir am Besten helfen.

    Ich wünsche dir ganz viel Glück ,du schaffst das :top:

    Lg
    Taty

  • Hallo Luscinia,

    ich an deiner Stelle fürde mich um eine anaytische Psychotherape bemühen.
    Psychoanalytiker sind für solche Fälle geeignette Partner.

    Ich selbst kann dir hier nur eine unsichere und unvollständige Deutung geben. Nimm sie bitte nicht all zu ernst und quäle dich nicht mit ihr, sondern vergesse sie schnell wieder. Soweit sie zutrifft wirst du dich auch wieder daran erinnern.

    "Dein Gewissen bestraft Dich mit diesen Zwangshandlungen immer dann, wenn Du Agressionen gegenüber dir eigentlich lieben Menschen empfindest, oder auch nur empfinden müßtest."

    Den Zwiespalt, daß man die selben Menschen fast gleichzeitig lieben und hassen kann, vermagst Du nicht zuzulassen.

    Warum das so ist solltest Du besser mit einem Analytiker ergründen, weil da noch einiges mehr mit dran hängen kann. So auch alte Schuldgefühle aus deiner Kindheit, die sich an den Neuen anheften und somit verstärken.

    Deine Behandlung erscheint mir sehr aussichtsreich.
    Hab Geduld mit dir und bleibe dranl. :smiling_face:

    Alles Gute, Stehaufmänne

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