psychotische Schizophrenie / Drogen und Ich

  • [EDIT] Sry es sollte natürlich paranoide Schizophrenie heißen


    Hätte gerne ne Vorstellecke gefunden, ich mag eigentlich keine langen Texte schreiben, die eh nur überflogen werden mich aber trotzdem vorstellen.

    So tue ich es hiermit.

    Allgemein interessiert mich Eure Meinung im Zusammenhang Schizophrenie - ihre einzelnen Phasen und der begleitete Drogen ge/miss brauch.

    Schizophrenie und Drogen

    Ich widme mich hiermit dem Zusammenhang von Schizophrenie und Drogen-ge/miss-brauch, welchen ich selbst jahrelang quasi an mir studiert habe.

    Ich hatte schon lange vor dem Ausbruch der Krankheit Anzeichen an Symptomen wie sozialer Rückzug, Leistungsabnahme, Wortkargheit, etc.
    Zum Ausbruch kam es dann durch übermäßigen Cannabis/Alkohol-konsum.
    Wobei ich jetzt nicht diesen Substanzen Schuld geben möchte, jeder der Spaß daran hat soll sie benutzen und konsumieren.
    Viel mehr war ich selbst daran Schuld, meine Art und Lebensweise.

    Der erste Schub war ziemlich stark. Paranoide Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn, Verschwörungsgedanken.
    Ich stellte abrupt den Drogenkonsum ein und zog zu meiner Familie zurück.
    In den nächsten 8 Monaten sollten zwar die psychotischen Erlebnisse abnehmen aber auch die Negativsymptome auftreten.
    Von Stupor über totalen Rückzug, Anteilnahmslosigkeit und weiteren psychotischen Erlebnissen durfte ich viel mitmachen.

    In den nächsten Jahren folgte ein Auf und Ab der verschiedenen Phasen der Schizophrenie.

    Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich zwar weiß, dass ich krank bin aber nicht mehr in welcher Phase ich stecke.

    Man kann dies vergleichen mit Traum / Wirklichkeit.

    Berühmtes Zitat:

    Chuangtse sagte: Ich träumte, ich wäre ein Schmetterling.
    Jetzt bin ich aufgewacht und weiß nicht, ob ich ein Mensch bin, der gerade geträumt hat, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der gerade träumt, daß er ein Mensch ist.

    Sprich in der einen Phase fühle ich mich gesund und von allen psychotischen Symptomen befreit.
    Und in der anderen (jetzigen) Phase bin ich mir meiner Krankheit bewusst, jedoch sind die psychotischen Erlebnisse (zwar in abgeschächter Form und nicht mehr so häufig) da.

    Dieses "Bewusst werden" wurde durch Amphetamin-Mißbrauch herbeigeführt.
    Auch hat vor jedem Phasenwechsel eine Frau eine besondere Rolle in meinem Leben gespielt.
    Es waren immer diese 2 Punkte: weiblicher Reiz und Drogenrausch.

    So das wars soweit zu mir, hoffe hier Gleichgesinnte zu finden.

    Und nun zur Frage: Traum oder Wirklichkeit ? :winking_face:

    Lg Tequila

    PS: Ich bin mittlerweile 26 und erstmals mit 19 erkrankt

  • bzw kann jemand mit fachärztlichen Kenntnisen sagen in welchem Zusammenhang der Drogenkonsum mit meiner Krankheit steht ?
    Meine Gefühl sagt mir ja dass es gut so war und ich nur durch beinahe Zusammenbruch wachgerüttelt wurde...

  • Hallo Tequila,

    leider kenne ich mich mit Schizophrenie nicht so wirklich aus. Aber dass Drogen psychische Erkrankungen hervor rufen können, ist ja allgemein bekannt, warum also auch nicht eine Schizophrenie, vor allem, wenn, wie bei dir, bereits anscheinend eine Veranlagung dazu vorgelegen hat.

    Bist du denn in therapeutischer Behandlung?

    Liebe Grüße
    gelberose

  • Hallo Tequila,

    ich kenne mich mit Schizophrenie auch nicht wirklich aus, aber dafür mit Amphetaminen. Als ich noch regelmäßig konsumiert habe, darunter auch Amphetamine, hatte ich auch Paranoide Anfälle, Versxchwörungsängste und Verfolgungswahn. Vor ein paar Wochen hatte ich einen Rückfall (nur mit Amphetaminen) und was soll ich sagen, ich habe 6 Stunden den Parkplatz eines Supermarktes beobachtet an dem ich wohne (aus meiner Wohnung kann ich da drauf schauen) und gesehen, wie sich Leute zeichen geben, zB an der Nase kratzen. Ich war mir sicher, dass diese Menschen etwas beobachten. Meine Wonung? Nja, im endeffekt haben die mich beobachtet, weil jmd in meiner Wohnung Drogen versteckt hat an die die Cops und die Dealer nun dran wollen. Mein Nachbar unter mir war ein Spitzel. Ich bin dann nachher (telefonierenderweise mit meinem Freund) inkognito raus, dahin und hab mich umgehört/umgesehen.
    Also Kurz: Vollkommener Realitätsverlust.- Das habe ich seitdem immer gehabt, wenn ich Amphetamine genommen habe. Und es wurde von mal zu mal schlimmer. Musik gehört, die nicht da war. Menschen gesehen die nicht da waren (zB nen Kumpel den ich anrief und er sagte er sei auf der Arbeit) und die klassischen "Optiks". Usw usw...

    Hast du regelmäßig konsumiert?

    Thc habe ich ebenfalls konsumiert jedoch weiß ich nicht was welche "Verrücktheiten" bei mir ausgelöst hat (polytox). Aber mein Psychater sagt zB, dass Psychosen etc keine Seltenheit mehr sind. Von daher, denke ich schon, dass auch dies damit zu tun haben wird. Und da du, wie du geschrieben hast, schon vorher Anzeichen dafür hattest, wird das die Krankheit noch schön gepuscht haben.

    Mehr kann ich dir da leider nicht zu sagen.
    Alles Gute.
    Gruß,
    unerkannt.

    Edit: Noch ein Erlebnis was mir gerade einfällt. Die Persönlichkeit eines mir gut bekannten, vehassten Menschen angenommen. Auch auf Droge. Das passt eher zu "Schizophrenie", während das obrige Beispiel doch eher unter "Paranoia" einzuordnen ist.

  • Servus.

    Ich bin zwar kein Facharzt, habe durch meinen Freundeskreis mit dieser Kombination aber Bekanntschaft machen dürfen.

    Im weitesten Sinne folgend der erweiterten Dopaminhypothese besteht ein Zusammenhang zwischen Phänomenen aus dem psychotischen Formenkreis und Drogenkonsum:
    Als ursächlich für Schizophrenien werden Abnormitäten bei der Aktivität des Neurotransmitters Dopamin in Teilbereichen des Hirns angenommen. Wie sich das jetzt im Einzelnen detailliert gestaltet, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich mich recht erinnere wirken eigentlich sämtliche mir bekannten Drogen mehr oder minder stark auf das dopaminerge System ein. Beim Gebrauch von Speed zB. kommt es zu massiven Anflutungen. Darauf beruht dessen Hauptwirkung.
    Nun ist es so, dass man über einen eventuellen kausalen Zusammenhang zwischen Psychosen und Drogengebrauch wenig sagen kann. Ist halt immer die Frage, was zuerst da war... das Ei, oder die Henne. Statistisch gesehen gibt es jedoch starke Belege für eine erbliche Prädisposition, was wiederum zu der Annahme führt, dass ein Ausbruch durch das Zusammenspiel von erblicher Vulnerabilität, psychosozialer Situation und/oder toxischen Faktoren (siehe hierzu: Schizophrenie) abhängig ist.

    Neueren Forschungsergebnissen entsprechend (Mist, ich finde gerade nicht die entsprechende Zeitschrift in meinem Fundus) glaubt man schon erste Anzeichen einer bestehenden Prädisposition im frühen Kindesalter ausmachen zu können. Daraus könnte man ableiten, dass Drogen ohne bestehende Vulnerabilität nicht die eigentliche Ursache für das Bestehen der Krankheit sind. Aber da würde ich mich jetzt einfach viel zu weit aus dem Fenster lehnen. Eigentlich ist das auch egal, denn das Vorhandensein einer erblichen Prädisposition bedeutet nicht zwangsläufig, dass es zu einem offenen Ausbruch kommen muss, für den Drogen scheinbar wiederum einen Risikofaktor darstellen.

    Um mal meine Erfahrungen kurz auf den Punkt zu bringen: Drogen sind ein optimaler Trigger für akute Plus-Schübe. Mein schizophrener Kumpel hatte seinen ersten Schub auch während Zeiten massiven THC-Gebrauchs und muss sich von sämtlichen Drogen fernhalten. Ein halbes Glas Bier triggert trotz Dauermedikation schon eine leichte Symptomatik, selbst übermäßigen Koffein- und Nikotinkonsum bewertet er als problematisch.

    Disclaimer: Kein Anspruch auf fachliche Korrektheit, da ich wie eingangs schon geschrieben nur ein Laie und keineswegs vom Fach bin.

    LG
    WbD

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