• Angst davor weiter zu leben und Angst davor den letzten Schritt zu setzen.
    Weiss nicht mit diesem Gefühl umzugehen.
    Der Wunsch ist da, aber der Mut verlässt mich immer wieder.
    Hoffen, dass die Krankheit mir den Schritt zur Entscheidung abnimmt
    und das Ende einfach so kommt?
    Meine Kids sind erwachsen und brauchen mich nicht mehr, also warum
    eigentlich noch zögern?
    Feigheit ist das Problem, Feigheit vor dem letzten Schritt.
    Warum bin ich so ein Feigling, bitte laß mich mutig sein.

    Sydney

  • Ich finde, feige ist oder wäre aufzugeben, sich aus der Verantwortung, die man als Eltern hat, zu stehlen und deine Kids (Familie) dem zu überlassen, was auf sie zukommt, wenn du nicht mehr bei ihnen bist.

    Was macht dir denn am Weiterleben Angst?

  • Hallo Sidney,

    mittlerweile kenne ich mehrere Menschen, die sich selbst getötet haben. Es ist immer sehr schlimm, für die, die Bleiben. Sie werden sich (wahrscheinlich) zeitlebens schuldig fühlen. Was bin ich froh, daß meine Mutter sich in einer sehr schlimmen Zeit nicht getötet hat. Denn sie hat später erzählt, daß sie so viel darüber nachgedacht hat - immer: Wie kann ich mich töten, daß es nicht wie ein Selbstmord aussieht.

    Was ist es denn, was dich so lebensmüde macht? Ist es die Schwere des Daseins?
    Dann - bitte - warte doch noch ein, zwei Jahre - wer weiß, vielleicht ändert sich viel. Vielleicht änderst Du etwas am Kummer, an der Schwere? Vielleicht magst Du es heute nicht glauben, aber gib dir doch die Chance, es zu sehen.

    Meine Mutter sagt oft, ihr hat in dieser ganz schweren Zeit geholfen, ganz viel zu schlafen. Sie hat monatelang fast nur geschlafen. Geschlafen, sich rausgeschleppt, gegessen (ein bißchen), und wieder geschlafen. Und irgendwann da kamen wieder kleine Lichtblicke ins Leben. Blumen gießen. Sehen, wie sie immer wieder neu sprießen.

    Ich bin jetzt 45. Meine Mutter lebt im Nachbarhaus. Sie ist manchmal total nervig, aber ich bin so froh, daß es sie gibt. Und ich bin glücklich, noch beide Eltern zu haben.

    Was hätten denn deine Kinder, wenn Du auch schon so früh gehst?
    Es ist zu früh, Sidney, ...es kann sich noch mal so viel ändern.

    LG Wolke

  • Hallo Sydney,
    Ich kann schon verstehen das einem manchmal alles über den Kopf wächst und einem der Lebensmut verlässt.
    Aber selbst mich haben deine Zeilen eben beim lesen sehr berührt und sehr traurig gemacht,was meinst du wie es erst deinen Kindern gehen würde wenn du dich selbst aus dem Leben schleichst.

    Es ist doch völlig egal ob deine Kinder erwachsen sind,sie werden auf jeden Fall immer ihre Mutter brauchen,es würde ihnen das Herz zerreissen wenn du sie auf solche Art verlassen würdest.
    Ich denke auch,du solltest versuchen dich von diesen Gedanken abzulenken und dir etwas Zeit geben,es wird sich bestimmt noch so viel verändern und du wirst ganz sicher wieder Augenblicke mit Kraft und Mut empfinden können.
    Das mag in solchen Momenten sehr schwer sein daran zu glauben aber du wirst sehen das die Zeit sehr oft auch wieder gutes mit sich bringt.
    Mein geliebter Onkel ging damals auf solche weise von uns,ich war 8 J. aber ich werde das nie vergessen und es schmerzt heute noch.
    Meine Omi (sie war für mich meine Mutti) hatte auch sehr oft solche Gedanken aber wie gesagt nur Gedanken darüber,
    ich bin so froh das ich sie bis zu ihrem Tod mit 89J. pflegen und bei ihr sein durfte.
    Es schmerzte sehr sie so dahin siechen zu sehen aber ich hatte immer das Gefühl das sie ihr Leben gelebt hat und ein schönes Alter erreichen durfte,konnte sie daher auch besser loslassen.
    Und ich wüsste nicht was ich getan hätte wenn sie vorher aus eigenem tun von mir gegangen wäre.
    Bitte liebe Sydney,tu dir und deinen Kindern das nicht an,das Leben kann noch viele schöne Seiten für dich bereit haben.
    Ich wünsche dir ganz viel Mut und Kraft für positivere Gedanken und die entscheidung weiterhin Leben zu wollen.
    Ich nehm dich mal ganz lieb in den Arm und schicke dir viel wärme und zuversicht rüber.
    Ganz liebe und von Herzen kommende grüße von Hexy :55:

  • Liebe Sydney, auch mich begleiten manchmal solche Gedanken, ich glaube, die hatte hier jeder schon einmal, aber ich möchte das meiner Familie auch nicht antun. Meine Kinder brauchen mich auch nicht mehr. Aber das sieht nur so aus, weil sie erwachsen geworden sind. Aber sie brauchen uns doch. Ich habe mal mit meiner Stieftochter darüber gesprochen, daß ich manchmal solche Gedanken habe, weil ich diese Krankheit einfach nicht los werde und es lebt sich so furchtbar schwer mit Depressionen. Sie war ganz traurig und entsetzt. Ich sagte ihr, aber du brauchst mich doch nicht mehr. Da ist sie sehr wütend geworden und meinte, ich sei ganz schön egoistisch, mich davon stehlen zu wollen. Ohne mir darüber Gedanken zu machen, was ich für eine Lücke hinterlasse. Ich finde diesen Lebensabschnitt komisch, wenn die Kinder einen nicht mehr brauchen, aber dann müssen wir uns neue Ziele setzen, Hobbys, neue Kontakte, andere Kontakte. Mir fällt das schwer und ich bin oft sehr einsam mit mir, obwohl ich immer jemanden um mich habe. Mein Enkel braucht mich und ihn möchte ich groß werden sehen, ich möchte die Hochzeiten meiner Kinder erleben, nochmal Oma werden. Auch, wenn mich der mut so oft verläßt und ich denke, mich will eh keiner. Aber das ist nur mein Gefühl. Ich glaube, es ist sehr egoistisch, einfach sich das Leben zu nehmen und die anderen allein zu lassen. Dann hinterlassen wir sehr viel Wut und Schmerz. Dafür möchte ich nicht verantwortlich sein. Ich drück dich mal ganz lieb und laß den Kopf nicht hängen. Es gibt auch ein Wieder herauskommen aus der Depression. Vielleicht bräuchtest du mal eine andere Medikation. Besprich das doch mal mit deinem Arzt. Laß dir bitte helfen. Liebe Grüße Tine

  • Danke Euch allen.

    Macht Euch bitte keine Gedanken wegen mir, die Feigheit hat mal wieder gesiegt.

    Sydney

  • Zitat von Sydney;158943

    Danke Euch allen.

    Macht Euch bitte keine Gedanken wegen mir, die Feigheit hat mal wieder gesiegt.

    Sydney


    Es lebe die Feigheit - weil es in diesem Fall wirklich das pure Leben ist!
    Sydney, ich habe das 9 Monate lang 'probiert' & du kannst dir vorstellen, wie dankbar ich heute bin, dass ich zu 'feige' war.

    Ey - wir werden noch gebraucht, zu was auch immer! Das wird die Zeit zeigen! Ganz sicher...

    Lieb von dir, dass du "Entwarnung" gibst. Namaste.Gane

  • Und das ist auch gut so.
    Weißt du, ich hatte auch Angst, jahrelang, und doch habe ich es irgendwann gewagt. Ich landete im Krankenhaus, Psychiatrie, etc. Das war jedoch nicht der letzte Versuch. Im Gegenteil. Klar war noch Angst da, aber die war um einiges geringer als vor dem ersten Suizidversuch. So kam es, dass ich, wenn die Gedanken aufkamen, diese sich schnell verselbstständigten, Pläne fast automatisch entstanden und ich es immer wieder versuchte, ohne danach einen wahren Grund dafür bringen zu können. Aber die fehlende Angst bringt mich immer wieder in Lebensgefahr, und doch habe ich alles gut überstanden. Ich wünsche mir die Angst vor dem Suizid zurück, die ich vorher hatte.

    Vor meinem ersten Versuch bin ich freiwillig in die Psychiatrie gegangen, die Tage dort haben mir wirklich geholfen und wahrscheinlich einen Versuch verhindert. Inzwischen habe ich gelernt, dass es das Beste ist, sich professionell helfen zu lassen, stationär. Dort ist man sich sicher und es gibt die Chance, schneller aus der drohenden Lebensgefahr herauszukommen. Auch wenn ich sehr lange die lebensmüden Gedanken hatte, komme ich immer wieder an Punkte, wo ich froh bin, zu erleben, dass es auch anders geht. Und kommt es wieder einmal sehr arg, dann geh ich eben zur Krisenintervention in die Klinik, das ist nicht schön, aber eindeutig das Beste.

    Ich rate dir, dich in eine Klinik einzuweisen. Hab keine Angst, dass sie dich nicht ernstnehmen, das tun sie schon. Dir kann geholfen werden, gegen deine Depression und die Suizidgedanken.

    Viel Glück dir,
    Face

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