Ablehnung, Erschöpfung u. das Gefühl gehasst zu werden

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich weiss gar nicht wie ich mein Problem als Titel in Worte fassen soll. Ich fange mal so an. Ich habe eine Schwiegermutter die in unserem Haus wohnt und sie hasst mich leider. Ich bin immer freundlich zu ihr gewesen, aber es war vom ersten Augenblick an so das sie mich nicht mochte. Das habe ich immer gespürt. Nun ist sie auch noch letztes Jahr zu uns gezogen. Es kam daher das sie in ihrem alten Wohnort mit dem Geld nicht mehr auskam, fast nichts mehr zu essen hatte und ihr Eigentumswohnung verkauft hat. Ich war immer skeptisch ob das mit Schwiemu gut gehen kann. Mein Mann wollte es das sie vielleicht dann mal auf unser Kind aufpassen könnte und das das auch für das Kind gut wäre wenn sie die Oma hätte. Nun haben wir sie aufgenommen und sie macht mir eigentlich täglich das Leben zu Hölle. Sie beschimpft mich aufs Übelste und hat oft schlechte Laune die sie dann an mir auslässt. Ich habe auch schon oft geschimpft und ihr gesagt das sie, wenn es ihr hier nicht gefällt eben die Koffer packen muss. Mein Mann hat ihr auch schon so einiges gesagt, aber sie behandelt uns trotzdem wie Dreck. Nun, ich kann damit leben. Nur womit ich nicht gut leben kann ist dieses ständige Gefühl so gehasst zu werden. Es ist so das ich nun gar nicht mehr mit ihr rede, höchstens noch mal "guten Tag" sage und im Garten auch allein sitze. Ich spüre nur diesen Hass immer und das tut mir so weh.

    Desweiteren spüre ich auf meiner Arbeit einen enormen Hass meiner Chefin, die oft sehr schlecht gelaunt ist und total abwertende Bemerkungen macht. Sie erklärt nichts, erwartet aber das man alles richtig macht. Ich kann da auch nicht viel sagen, habe das schon probiert also ich sagte ihr das sie mich gern auf Fehler hinweisen kann aber das sie es etwas freundlicher sagen könne. Darauf kam das ich ja gehen könnte wenn es mir nicht passt, sie lasse sich nicht von mir "anmachen". Ich habe es ganz ruhig und freundlich gesagt, aber das ist so eine Frau, die sich einfach nichts sagen lassen kann. Sie war immer der Chef und hat das sagen und dann komm so eine wie ich, das konnte sie nicht fassen. - Na ja, hinzu kommt das meine Tochter (sie ist 7) oft ihre Trotzanfälle hat und mich echt nerven kann. Sie möchte jeden Tag Kinder da haben und ich habe oft so ein traurige Stimmung in mir das es mir so schwerfällt Eltern anzurufen und zu fragen ob dessen Kind mal zu uns kommt. Ich mache das auch und jeden tag ist ein Kind da, aber ich bin dann im garten und allein und so traurig und allein. Ich habe auch fast gar keine Freundin mehr, da ich mich eine lange zeit nur auf meine Tochter konzentriert habe und fast bzw. gar nichts mehr für mich gemacht habe. Mich interessiert auch nichts. Heute habe ich mal einen einigermassen guten Tag, aber an manchen Tagen möchte ich nicht mehr aufstehen, weil ich nur noch diesen Hass spüre und diesen Druck für meine Tochter eine Spielkameradin zu suchen damit ich meine Ruhe habe und sie nicht spürt wie es mir geht. Nun sind bald bei uns ferien und mir graut davor das ich so lethargisch bin und lustlos und keine Ideen habe was zu machen. Dann fahren auch viele in den Urlaub. Mein Mann macht viel mit ihr aber sie tut mir dann auch so leid wenn sie allein ist und irgendwann hat auch mein Mann keine Lust mehr der Spielkamerad zu sein und dann hängt sie an meinem Bein hat schlechte Laune und sagt dauernd das ihr so langweilig sei. Manchmal denke ich das mir auch so langweilig ist und ich so traurig bin weil ich niemandem wirklich etwas bedeute, niemand mal wirklich herzlich zu mir ist, mir aufmunternde Worte zuspricht und nett ist. Jemand der mir einen halt gibt, sich um mich kümmert und der mir wirklich zuhört. Dann gehe ich arbeiten, spüre auf der Arbeit diese Ablehnung Vielleicht sind das meine eigenen negativen Gedanken und das färbt auf mein Kind ab. Sie spürt meine Einsamtkeit und Traurigkeit und Leere und möchte das ein kind kommt. Aber ich komme nach Hause dann ist Schwiemutter mit ihrem bösen Blick da, ein quengeliges Kind, ein Mann der allein kaum Entscheidungen trifft, auch an mir klebt und einen halt Sucht (er ist arbeitslos und hat Existenssorgen), dann habe ich selber totale Existensängste und denke das ich den Job nicht auch noch verlieren darf (ist nur ein 400 Euro Job) und das wir das Geld dringend brauchen. mein Mann hat sich selbstständig gemacht (bekommt Geld vom Amt als Existensgründung) hat aber nie was daraus gemacht. Nun läuft diesen Monat das letzte Mal das Geld und dann kann er nur noch 300 Euro bekommen für 3 Monate. D. h. wir müssen mit 700 Euro auskommen. Hinzu kommen noch diverse Nebenkosten, da bleibt nicht mehr viel zu leben. Das leben ist für mich immer ein Überleben, ein Kampf und ausser Ablehnung, Kampf und Erschöpfung bleibt nicht mehr viel. Ich muss aber noch dazu schreiben das mein Mann nicht faul ist, er hilft im Haushalt sehr viel und kümmert sich auch um das Kind, aber das ist halt alles. Mit dem Arbeiten klappt es nicht und er ist auch nicht der Typ der irgendwie Erfolg anstrebt. Ich würde mich auch um einen Ganztagsjob bewerben, habe aber im Moment nicht die Kraft. Ich stehe nur morgens auf und mir ist schon so zum Heulen, ich habe manchmal kaum die Kraft zur Arbeit zu gehen und auf der Arbeit muss ich mich so zusammenreissen nicht heulend zusammenzubrechen.

    Ich musste einfach mal eine Menge loswerden und ich dachte ich tue es hier. Es ist eine Menge zusammengekommen und auch ein richtiges Chaos, ich hoffe es stresst euch nicht zu sehr aber es tat einfach mal gut seinen Gedanken und Gefühlen Luft zu machen. Es wäre auch schön wenn ich hier vielleicht jemanden fände dem es ähnlich geht.

    Vielen Dank für das Lesen dieses chaotischen Textes :h:

  • Hallo Stern,

    was ich da lese hört sich ziemlich schwierig an und es kann gut passieren, dass du bald vollkommen zusammenbrichst. So ist es bei mir, wenn ich Depressiv bin. Es staut sich an und irgendwann bin ich wie gelähmt, vollkommen handlungsunfähig. Das muss natürlich nicht zutreffen aber die Anzeichen sind vorhanden.
    Inzwischen habe ich eine Art Feingefühl für meine depressiven Schübe bekommen, sodass ich die Notbremse ziehen kann. Das habe ich aber auch erst in einer Therapie gelernt. Gehst du zu einem Therapeuten o.ä.? Dieser steht dir in schweren Zeiten bei und erarbeitet mit dir Lösungen deiner Probleme bzw hilft dir damit zu leben. Dies könnte schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung sein.

    Es hört sich fast so an als würde sich eine Art Burn-Out anbahnen. Wenn man von allen Seiten negative Gefühle vermittelt wird, überfordert ist und sich nirgend zurückziehen kann hält man das meist nicht lange aus. Das Einzige was hilft sind Veränderungen. In deinem Fall wäre das wohl Schwiegermutter rausschmeißen, was natürlich keine leichte Entscheidung ist und gut organisiert werden muss. Natürlich kann man sich vorher an einen Tisch setzten und ein sachliches Gespräch führen, aber aus deinen Erzählungen entnehme ich, dass sie nicht sehr kritikfähig bzw einsichtig ist. Wenn du damit nicht leben kannst änder es. Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan. Aber ohne Taten verändert sich auch nichts und das ist wohl dringend nötig. Wenn du damit nicht leben kannst zieh deine Konsequenzen.
    Weiterhin würde ich mich nach einem neuen Job umsehen. 400 Euro Jobs findet man meist schnell, vor allem im Einzelhande (zB)l. Wen dich das Verhalten deiner Chefin so fertig macht, dann musst du da weg. Wenn du dich weiter Tag für Tag dahin zwingst kann das weitaus ernstere Folgen nach sich ziehen, außer heulend zusammen zu brechen. Bewirb dich und wenn du etwas gefunden hast, nimm die Beine in die Hand.
    Mit deinem Mann würde ich mich seperat noch einmal zusammen setzten und ihnen offen mittleilen wir es dir geht, was du empfindest. Er soll verstehen und lernen ein wenig Rücksicht zu nehmen, auf dich einzugehen und dir Verständnis entgegen zu bringen. Er kann dich so evtl auch unterstützen und dir Kraft geben. Aber wenn er nicht weiß, dass du am Ende bist dann sieht er es evtl nicht oder nimmt es nicht ernst.
    Das waren natürlich alles rein theoretische Situation die du vielleicht überdenken kannst. Alternativen oder Hilfestellungen die ich dir von hier geben kann :smiling_face:

    Hast du Hobbys? Oft hilft es, wenn man Zeiten am Tag oder in der Woche hat, an denen man einer Beschäftigung nachgeht die einem Spaß machen. Dich, alleine, mit Dingen beschäfitgen die dir freude bereiten und bei denen du abschalten kannst. Ich denke, dass dies bei dir sehr sinnvoll wäre. Zeit für dich, Spaß an einer Tätigkeit und lernen den Kopf hin und wieder abzuschalten.

    Versuch nicht Alles für alle zu sein. Mach was dir gut tut. Horche auf deine Bedürfnisse.

    Ich hoffe ich konnte dir irgendwie weiterhelfen und Ich wünsche dir viel Kraft!!

    Lieben Gruß,
    unerkannt.

  • Hallo Stern10,

    mir bleibt gar nichts mehr zu sagen - Wake hat die Worte, die ich sagen würde, so gut formuliert - da schließe ich mich an.

    Ich denke auch, daß gerade den Job wechseln, vielleicht noch der leichteste Punkt sein könnte - und damit ist dann aber schon etwas gewonnen. Hmm - ich würde aber auch an einen Punkt schauen: "Warum lässt Du Dich schlecht behandeln?" - und das meine ich jetzt gar nicht vorwurfsvoll - ich könnte mir nur vorstellen, daß da ein Knackpunkt liegt
    Liebe Grüße und ein bißchen Zuversicht :3:
    Wolke

  • Hallo Stern, ich schließe mich meinen Vorschreibern an und kann dir nur von mir erzählen, daß es mir erst gut ging, als ich mein Leben änderte und auch auf meinen Bauch hörte, Notbremse ziehen wurde hier schon erwähnt. Es würde dir sicherlich auch gut tun, mal mit einem Therapeuten zu reden, warum du ein Mensch geworden bist, der sich schlecht behandeln läßt. Da bist du eine gute Zielscheibe für andere und oft ist es so, daß wir uns selbst zur Zielscheibe machen und das muss geändert werden. Wir können die anderen nicht ändern, dadurch, daß wir uns aber verändern, verändern sich die anderen mit und sind gezwungen zu handeln.
    Als 1. würde ich deine Schwiegermutter rausschmeißen und dein mann soll da auch konsequent dahinterstehen, sonst hat es keinen Zweck. Es war sicherlich schon ein Fehler, sie überhaupt zu holen. Sieist erwachsen und wenn sie sich ihr Geld nicht einteilen kann und dann nichts mehr zu essen hat, ist das ihr Bier. Hört sich schlimm an, aber erst seit ich auch ein wenig egoistisch geworden bin, gehts mir wirklich besser. Du kannst nicht für alle der Fußabtreter sein. Wie alt ist denn eigentlich deine Tochter? Kann sie nicht in einen Sportverein gehen oder Chor oder irgendwas anderes. Da ergeben sich von selbst viele schöne Freundschaften. Es muss auch nicht jeden Tag immer ein Kind da sein, damit sie glücklich ist. Sie muss auch ein wenig aktiv werden, wenn sie in dem alter dafür ist.
    Den job würde ich auch wechseln. Aber bitte erst mal die Schwiegermutter raus. Ich selber hatte so ein Exemplar. Sie wohnte zwar nicht bei uns, aber das hielt sie nicht davon ab, täglich zu kommen. Ich bin daran zerbrochen, nichts war ihr Recht, immer konnte sie alles besser. Paß da bitte auf dich auf. Ich bin zusammengebrochen und werde diese Krankheit nun nicht mehr los, kann aber gut damit leben. Wenn ich so bei Dir lesen, da bekomme ich Angst um Dich. Liebe Grüße Tine

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich bin sehr dankbar und möchte Euch danken das ihr mir so viel aufbauende Worte geschrieben habt. Heute bzw. die letzten Tage ging es mir schon viel besser. Ich habe vorerst eine Lösung für mich gefunden: Ich werde alles nicht mehr so ernst nehmen und versuchen nicht mehr soviel zu grübeln, oder zu überlegen warum sich manche Person so abweisend verhält. Die Schwiegermutter meide ich wenn möglich. Das ist hier gut möglich, da wir uns im Haus aus dem Weg gehen können. Wenn ich nicht will kann ich Schwiemu ganz aus dem Weg gehen und sie z. B. 14 Tage nicht sehen.
    Wenn Sie mich nochmal anschnautzt, habe ich mir überlegt, werde ich einfach weggehen und nicht mehr mit ihr diskutieren und mich rechtfertigen. Das hilft mir irgendwie, weil es mir das Gefühl gibt über den Dingen zu stehen. Nur wenn mir jemand etwas bedeutet kann er mich auch verletzen. Jemanden einfach so stehen zu lassen finde ich da sehr gut, weil dieser dann keine Macht mehr über mich hat. Was mir auch sehr hilft ist das mir z. B. meine Schwiegermutter einfach leid tut und ich denke "was für eine Vergangenheit muss sie haben das sie so sprechen muss".

    Auf der Arbeit habe ich heute auch etwas Aufbauendes für mich gefunden. Wenn meine Chefin wieder so eine Anspielung auf meine Intelligenz macht und ein für mich unmögliches Verhalten in Erscheinung tritt dann denke ich einfach wie dumm muss sie sein, das sie nicht genug Einfühlungsvermögen hat und nicht weiss wie man einen anderen Menschen behandelt. Mag sein das Sie auf Ihrem Gebiet ein As ist, aber im Menschlichen hat sie versagt und ist emotional dumm geblieben. Was muss in ihr vorgehen das sie so denkt? Ausserdem sage ich mir "ich weiss das ich nicht Dumm bin. - du bist nicht blöd, du hast dich schon so manches Mal durchgeschlagen, ich kann überall arbeiten und finde auch noch etwas anderes und vielleicht viel Schöneres als das.

    Auch hilft es mir wenn ich einfach einen Spass daraus mache und sie nicht ernst nehme. Z. B. Wenn sie mich was fragt auch noch einen drauf setze. Neulich sagte sie z. B. (es kam wieder total genervt rüber) sie es nicht versteht warum ich das so und so mache (etwas nach ihrer Art zu kopieren). Ich versuchte dann dies nicht als Dummheit abzustempeln, also das ich minderwertig un dumm bin, sondern habe zu ihr gesagt "ja, das ist sicher ein guter Tipp und nächstes Mal kann ich es ja so machen aber ich finde das es so besser ist. Aber ich danke dir für den Tipp", ihr hättet mal ihr Gesicht sehen sollen!

    Mit meiner Tochter (sie ist übrigens letzte Woche 7 Jahre geworden) versuche ich mir nicht mehr so einen Druck zu machen. Ich habe bemerkt das dieser Druck, das sie allein ist und ihr langweilig ist, aus mir selbst stammt. Ich habe mich als Kind immer entsetzlich allein gefühlt und oft war mir langweilig, auch heute ist das noch so. Besonderes im Sommer, wenn alle verreist sind. Es ist dann total blauer Himmel, schönstes Wetter und ich habe wieder meine Verlassenheitsgefühle.
    Zu meiner Mutter hatte ich ein sehr ängstliches Verhältnis und ich erinnere mich daran, das ich eigentlich immer draussenwar um nicht mit meiner Mutter zusammen zu sein, die oft sehr wechselhafte Launen hatte und das an mir und meinen Geschwistern ausließ. ich hatte auch immer grosse Angst nach Hause zu gehen, weil sie eigentlich fast immer so aggressiv war und ihre Ruhe wollte. Kinder habe ich natürlich nie mit nach Hause gebracht, weil es mir sehr peinlich war.

    So saß ich dann auf einer Mauer und habe mich traurig, allein und einsam gefühlt. Und das Gefühl denke ich hat meine tochter auch wenn sie so allein im grossen Garten ist, das erinnert mich an mich. Deswegen lade ich ständig Kinder zu uns ein, damit sie das nie erleben muss. Nun habe ich mir aber neulich gesagt das es o. k. ist auch mal allein zu sein und das sie das auch lernen muss, sich mal allein zu beschäftigen. Das dies meine eigenen Probleme sind die ich auf sie projeziere-

    Wenn es mir nicht so toll geht kann ich mit ihr z. B. Memory spielen. Das ist nicht anstrengend für mich und macht uns beiden Spass.Und das habe ich dann auch mal wieder mit ihr gemacht und musste leider feststellen das ich total lange nichts mehr mit ihr zusammen gespielt habe. Seitdem wirkt sie viel ausgeglichener.
    Zu meiner Überraschung kam dann doch noch ein Nachbarkind und rief sie und meine Tochter sagte: "Och nee, jetzt haben wir so schon gespielt, ich will nicht das sie reinkommt"... Da war ich total baff. Ich dachte immer das sie nicht gern mit mir spielt und das sich mit mir langweilt, da ich ja auch immer so trostlos dasitze.

    Da ist mir echt ein Licht aufgegangen. Ich versuche nun in Bezug auf meine tochter gelassener zu werden. Was ist schlimm daran wenn ich einfach mal da sitze und ihr beim Klettern zuschaue? Ich glaube sie geniesst das sogar. Wenn wir mal was mit der Familie unternehmen wollen soll immer ein Kind mit. Aber ich werde es jetzt mal so halten das ich mal auf -meine- Wünsche höre und das mache was ich möchte. Manchmal muss man eben jemandem zu seinem Glück zwingen-Mich und auch alle anderen. Hinterher finden sie es vielleicht doch schön?

    Ich weiss auch nicht woher diese guten Gedanken kommen, sie sind im Moment einfach da und ich geniesse diese gute Stimmung. Es kann natürlich auch nächste Woche wieder ganz anders kommen und dann bin ich wieder ganz unten, aber da muss ich dann wohl wieder durch. Das sindeben Dinge aus meiner Vergangenheit die ich immer noch in mich trage und wohl auch immer tragen werde. Da ist auf einmal so ein Moment, ein Geruch oder einfach so eine Stimmung und alles erinnert mich unbewusst auf einmal an früher. Dann ist es sehr schwer da raus zu kommen. Das Gefühl nimmt mich völlig ein und da muss ich irgendwie an mir arbeiten, das ich irgendwie aus diesen entsetzlichen Verlassenheitsgefühlen und- nicht- geliebt- sein Gefühlen rauskomme. Mein Mann ist da sehr lieb und unterstützt mich schon, da er viel Verständnis zeigt und mir meine Tochter so gut es geht abnimmt. Auch kann ich ehrlich mit ihm reden und auch weinen. Er hat immer sehr viel gute Worte für mich und ist ein lieber Mensch, aber trösten kann er mich nicht. Es ist etwas ganz Altes, das spüre ich und niemand kann mich da trösten, niemand kann mir mehr den Halt geben, da ist der "Zug leider abgefahren". Das hat meine Mutter versäumt und ich muss den Trost für mich selbst finden lernen, mich emotional selbst in den Arm nehmen und - das Wichtigste- ich muss das auch glauben was ich da zu mir selbst sage. Einfach so daher sagen hilft da nicht, es muss aus meinem Herzen kommen.

    Im Moment gelingt mir das, weil ich einfach die Schnautze voll habe und denke das niemand mich so behandeln darf wie die Chefin und Schwiemu. Ich denke "du musst dich schützen, egal wie", dann zieh es ins Lächerliche oder lass jemanden einfach stehen. Diese Art des Gespräches (besonders mit Schwiemu) bedürfen keiner Erklärung meinerseits, ich muss nicht erklären wie ich bin. Ich bin o.k. so wie ich bin und ich muss dann echt lernen Partei für mich zu ergreifen und nicht jemandem auch noch Recht geben das ich z. B. faul bin und arrogant und diesen Hass muss ich auch nicht spüren. Ich habe heute die Wahl; in dem Fall halt zu gehen. Damals bei meiner Mutter hatte ich das nicht. Ich war ihren Launen total ausgeliefert, aber heute ist das anders und das habe ich für mich gelernt. Alles gleicht sich so, das aggressive Verhalten meiner Schwiemu und Chefin sind im Grunde so wie meine Mutter früher zu mir war, nämlich ablehnend, egoistisch und eiskalt.

    Puhh, das war wieder viel zu schreiben und ich hoffe das es Euch nicht zuviel geworden ist. Aber ich wollte Euch so gern schreiben das es mir nun besser geht, auch weil ihr Euch solche Arbeit gemacht habt mir soviel zu schreiben. Da war es mir wert ausführlicher zu werden.

    Es ist schön das es euch gibt. Solche Menschen, die sich auch noch die Zeit nehmen zu antworten, auch wenn sie selbst ihre Probleme haben. DANKE nochmals

  • Hallo Stern
    Das klingt doch alles sehr gut.
    Die Ansätze sind mit Sicherheit sehr wichtig und auch richtig.
    Ich denke mal, die Kunst liegt einfach darin, zu erspüren, was einem gut tut, was man selber in dem Moment braucht und auch will, und dann danach zu handeln. Da bist Du doch schon einen riesigen Schritt nach vorne gekommen.
    Und mit Deiner Tochter: wie wäre es, wenn Du sie bei solchen Aktionen, in denen Du weitere Kinder einlädst, sie einfach fragst, ob sie das will und überhaupt was sie will?
    Eventuell sind Eure Wünsche und Bedürfnisse gar nicht so weit von einander entfernt.
    Zu Deinen Depressionen kann ich eigentlich nur sagen, dass es immer wieder mal ins Tal führt, wenn man aber an sich arbeitet und sich was gutes tut, was Du ja momentan machst, die meisten Täler immer flacher werden. Sicherlich werden auch mal wieder tiefe Täler dabei sein, nur mit dem Blick auf das Erreichte sind auch diese wieder zu bewältigen.

    Viele Grüsse
    dunge

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