• hallo...
    ich hatte schon in mein Postfach geschrieben und da wurde mir gesagt, dass es hier vilt. mehr Leute gibt, die da mitlesen bzw mitreden können.

    Hier ließt man soviel über die Personen mit ihrem Konsum, weniger über die Angehörigen mit ihren Schmerzen/Problemen.

    Mein Vater ist Alkoholkrank. Seit ich 6 bin ... nun bin ich 17.
    Es hat meine Familie kaputt gemacht.. damals sind wir mind. jedes 2. Wochenende weggefahren, jedesmal hat meine Mutter gesagt, sie lässt sich scheiden, nie ist etwas passiert. Meine Schwester -und damals einzigster Anhaltspunkt- hat sich selber ihre Clique gesucht und ihre wege gefunden zu "vergessen".
    Es geht aber bis heute, okay nicht mehr so oft, manchmal in größeren abständen von bis zu 6/7 Monaten, aber wenns passiert, kommt alles hoch. Alles.
    Er selber sieht es nicht ein - jeder spielt heile, heile Welt ... toll.

    Wie soll man damit umgehen? Mich verpi**en wenn ich 18 bin und Geld verdiene? Von hier weg kann ich eh nicht, ohne meine Freunde und mein Hobby würde ich nur wie früher in meine Bulemie fallen...
    Es ihm zu sagen hilft nichts .. dass machen wir alle schon seit Jahren ... er hat ein- oder zweimal ne Therapie angefangen, aber des wars auch schon..
    Scheiden lassen geht nicht.. die heile welt würde kaputt gehen, außerdem sagt meine Mom, sie würde nicht genug verdienen.

    Gut ich wohn jetzt schon quasi allein, halt auf die kosten meiner Eltern, und sie komemn alle 3-4 wochen. Weil sie in der Schweiz arbeiten. Seit ich 15/16 bin. Dieser Schritt war die reinste genugtuung, aber weg ist es trotzdem nicht aus meinem leben.
    Erst heute hab ich wieder ein kleines Kind, ganz stolz mit seinem Vater spielen sehen. Es ist so traurig, nie war oder wird es so unbeschwert mit meinem Vater....


    ich hoffe, ich konnte hier eine Diskussion starten oder soetwas... ich weiß nicht was ich mir selber hiermit genau erhoffe ... aber ich hoffen irgendetwas....
    gruß Ann

  • Hallo, nicht wundern, ich hatte den Text zuerst in deinem Postfach, aber du möchtest hier eine Diskussion, deshalb habe ich es hierher auch kopiert. Liebe Grüße tine


    Ich kann dich so gut verstehen Caramba, ich habe das mit meinem Vater durch, mit meinem Ex-Mann und auch mit einem Freund danach. Weißt du, weil sie uns "lieb" haben, haben sie uns auch in der Hand. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen, sie ihrem Schicksal zu überlassen, aber glaub mir, anders geht es nicht. Gibt es bei euch keine Angehörigengruppen für Alkoholiker. Man, wenn ich dir das nur richtig erklären könnte. Alkoholiker werden sich nicht ändern, so lange sie ihre Angehörigen noch damit in der Hand haben. Es heißt wirklich, hängen lassen. Sie müssen selbst aufwachen und sich helfen lassen. Du brauchst gar nicht deinen Vater immer wieder sagen, er soll sich Hilfe holen. Das geht in ein Ohr rein und im anderen Ohr wieder raus. Sie können nichts dafür, es ist ihre Sucht. Sie versprechen einem auch das Blaue vom Himmel und trinken doch immer wieder. Ich habe für mich erst Ruhe gefunden, als ich mit dem thema Alkohol abschloss, in dem ich mich von diesen Menschen zurückzog. Ich steckte da mehr drin, als die Trinker selber. Ich habe mich so fertig gemacht, gerochen, gesucht nach Flaschen, wurde noch als schlechter Mensch hingestellt, wie ich sagen kann, sie trinken oder haben getrunken. Suche du dir bitte Hilfe, geh mal zu einer Beratungsstelle. gerade wir als Angehörige können so viel falsch machen, in dem wir uns immer wieder sagen, sie haben uns doch lieb. Damit halten wir sie viel länger in der Sucht und erreichen voll das Gegenteil. Ist wirklich nicht böse gemeint. Mein Vater ist echt trocken geworden, als er keinen mehr hatte und ganz alleine war. Denk mal drüber nach. Ich grüße Dich ganz lieb tine

  • Liebe Ann,
    so siehts aus, jemanden aus der Sucht zu helfen, der selbst nicht heraus möchte, ist schier unmöglich...leittragendene sind oft die Angehörigen...du erwähntest es ja schon "die heile Welt", und somit ist der Grundstein für die Co-Abhängigkeit schon gesetzt und er hat sich wohl auch ziemlich festgesetzt. Alles reden ist diesbezüglich unnütz. Abwenden ist angesagt und vor allem um sich selbst kümmern, dein Leben ist wichtig. Solange alle so weiter machen wie es ist, wird sich nichts ändern, warum sollte auch, sind ja alle noch da "die heile Welt" trägt ja weiterhin ihren Glanz.
    Die Vergangenheit wirst du nicht reparieren können, aber deine Zukunft kannst du "heil" gestalten, kümmer dich endlich um dich, es ist ja auch dein Leben Ann :smiling_face:
    Liebe Grüsse,
    HexeLakritze.

  • Danke für die Antworten.

    Ja ich weiß .. die heile Welt muss unterbrochen werden, aber ich werde wohl kaum meine Mom davon überzeugen können. Sie kann nicht ohne ihn, er ist alles was sie hat, neben meiner Schwester und mir. Sie hatte schon so oft die "Chance" dazu, schon so oft stand sie da und war schon überzeugt. Demletzt erst hat sie den Ehering gegen den Kopf meines Vaters geschmissen und gesagt es ist aus ... was ist? nix...

    ich denke ich muss eher einen Weg für mich finden, als versuchen meinem Dad i.was klar zu machen. Ich sehe in wenns hoch kommt einmal im Monat. In der Zwischenzeit hätte ich eig. Zeit ihn zu vergessen.. aber s klappt irgendwie nicht so ganz. Und in den Sommerferien bin ich mit meiner freundin 3 wochen bei ihnen in der Schweiz beim umziehen helfen und eine woche urlaub machen... ich bin gespannt wies klappt. :frowning_face:
    Ich kann schlecht sagen, ne ich helf Net, weil du säufst.. dann säuft er nur noch mehr, immer sobald ihn was fertig macht. :frowning_face:

    Ich wünschte es gäb so eine "du-bist-happy" Methode, damit ich glücklich sein könnte :frowning_face: Aber s gibt nix.. ich kenn so viele die sich bei Problemen zukiffen oder sonst was, aber ich hab in meinem Leben noch nie i.eine Droge außer Alk oder Zigaretten zu mir genommen. Und beim Alk gehts mir schon so, dass ich denke "was machst du eigentlich?! Du weißt was Alkohol machen kann!"

  • Hallo Ann,

    mein Vater trinkt auch - allerdings nicht in so einem katastrophalen Umfang wie manch andere Väter hier (Tine, mir schaudert! - Das ist ja fürchterlich!). Er ist ein gesellschaftlich anerkannter Pegeltrinker, der seit rund 30 Jahren täglich (meist schon ab) Mittags trinkt - es kann schon auch mal vormittags sein. Er ist weder aggressiv, noch wird er ekelerregend - und er ist komplett uneinsichtig (vielleicht stufe ja auch ich ihn falsch ein - und er ist nur ein "Gewohnheitstrinker").
    Seine zweite Frau und er (seit ca.20 Jahren zusammen und seit ein paar Monaten verheiratet) haben in meinen Augen eine Leidensgemeinschaft - sie trinken zusammen - sie schon auch mal soviel, daß sie vom Stuhl fällt.

    Spannenderweise haben beide in den letzten zwei Jahren die Alkoholmenge schleichend reduziert - da die Gesundheit meines Vaters allgemein nicht mehr so top ist - hat nen Herzschrittmacher bekommen, davor schon mehrere Herz-OPs - und im Zuge dessen hatten sie schon ne Zeit vor den OPs aufgehört Schnaps zu trinken, sondern nur noch Bier und Wein. Und da das so gut gelungen ist, frage ich mich in der Tat manchmal, ob sie wirklich vielleicht nur Gewohnheitstrinker sind....es lässt mich in jedem Fall zweifeln.

    Doch nun zum: Wie gehe ich damit um?
    Ich lass ihn. Es ist sein Leben. Vor vielen Jahren fragte mich mein Vater mal im angetrunkenen Zustand, was ich denn von ihm halten würde. In der Situation direkt sagte ich nur, daß ich "einen Teufel tun würde, und ihm das im angetrunkenen Zustand sagen würde"......aber dennoch habe ich die Frage als Grund genommen, ihm einen Brief zu schreiben - und da habe ich dann alles reingeschrieben - wie ich ihn sehe, wo ich sein Unglück sehe - daß ich den Eindruck hätte, er hätte irgendwann in einem bestimmten Zeitraum die Verbindung zu sich selber verloren und dann ersetzte der Alkohol die Lücke. Daß Alkohol eines seiner großen Standbeine im Leben geworden sei. Zwei Jahre habe ich übrigens dafür gebraucht - erst im Kopf gewälzt, dann irgendwann konkret geworden...

    Aber dennoch lass ich ihn. Es ist sein Leben. Natürlich hätte er die Kraft, den Alkohol ganz sein zu lassen, aber ich traue ihm nur wenig zu, das Leben ohne Droge gerne zu leben - ich glaube, daran würde er scheitern. Ich glaube, daß er ohne Abhängigkeiten eingehen würde wie eine Primel ohne Wasser. Er wird bald 80......er trinkt "nur noch" bis zum Level - er betrinkt sich nicht mehr....ich denk mir immer: Hauptsache, er lebt gerne.

    LG Wolke

  • Hallo,
    als ich damals auf Droge war, ist meinen Eltern plötzlich auch eingefallen, dass sie eine Tochter haben. Meine Freunde und Eltern wollten mich da auch rausholen, aber ich hab a) nicht eingesehen, dass ich ein Problem hab und b) wollte ich auch überhaupt nicht aufhören. Als ich dann, mal wieder im KH lag wegen einer Überdosis und noch eine Margenschleimhautentzündung hatte, haben meine Eltern, die das erste mal von meinem KH- Aufenthalt wind bekommen haben, mich in den Entzug geschleift. Natürlich wurde ich rückfällig, aber diese nüchterne Zeit hat mir geholfen, die Dinge klar zu sehen. Meine Freunde hatten sich alle von mir abgewand, weil sie sich nicht ansehen konnten wie ich mich umbringe. Sie haben mir alle verziehen. Aber es musste soweit kommen, bis mir das alles klar wurde.
    Deine Mutter hat anscheinend ein Abhängigkeitsgefühl gegenüber deines Vaters. Keine Frage, es ist hart sich nach so langen Jahren(??) zu trennen. Aber irgendwann muss man tun was für einen selbst am Besten ist. Man muss seine Grenzen kennen und dann irgendwann einen Schlussstrich ziehen. Genau so musst du das auch handhaben. Wenn es reicht, wenn es dir nicht gut tut, dann zieh aus. Ich bin auch mit 17 ausgezogen. Es gibt genug Unterstützung vom Staat um locker leben zu können.
    Das klingt jetzt hart, aber du/ ihr solltet euch nicht von deinem Vater das Leben beherrschen lassen. Er hat das Problem und wenn ihr radikale Maßnahmen ergreift, wird er das Problem vllt erkennen und daran arbeiten. Aber er hat zZ doch überhaupt keinen Anreiz dazu aufzuhören.
    Für den Anfang würde es vllt schon reichen ihn mal zur Suchtberatung oder zu einer Therapie zu schleppen, damit ihm klar wird was er anrichtet.
    Und vergiss nicht, wie schon gesagt, Leuten die sich nicht helfen lassen wollen, kann man auch nicht helfen. Wenn es so sein sollte, ziehe deine Konsequenzen.
    Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass ihr das in den Griff bekommt!
    Gruß,
    unerkannt

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