Kaufsucht

  • Hallo alle zusammen,
    ich bin neu hier und muss mich erst etwas zurecht finden. Aber ich stelle bei mir fest, dass ich ein sehr süchtiger Mensch bin. Das ich kaufe ohne das Geld dafür zu haben und das nun schon ueber Jahre. Ich habe das Gefühl, dass es immer weiter mit mir nach unten geht und ich versuche hier Gleichgesinnte zu finden, die mit mir ihre Probleme und Schwierigkeiten austauschen können. Bzw. mit denen ich mich unterhalte per Internet und nicht im Internet rumstöbere um wieder was zu bestellen.
    jutta

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    Hallo hier nochmals Jutta
    ich habe das Gefühl, das Kaufsucht ein Thema ist wo nicht viele was dazu zu sagen haben. Ich möchte aber hier noch erzählen, dass ich mehrfach süchtig bin. Also ich bin trockene Alkoholikerin und seit 2 Jahrzehnten trocken. Habe es auch in der Zeit geschafft mit dem Rauchen aufzuhören, aber leider klappt es mit dem Kaufen nicht. Ich muss zusätzlich noch mehr Arbeiten, damit ich die Schulden bezahlten kann und mache trotzdem immer wieder neue Schulden. Ich verstehe mich selbst nicht. Oder anders formuliert, ich weiss, dass es anfängt mich dem sein lassen, wie aufhören mit Trinken, aber hier bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich habe oft nicht die Kraft der Versuchung zu wiederstehen. Deshalb bitte meldet euch, die auch so süchtig seit wie ich, dann kann ich mich Austauschen. Jutta

  • Hallo Jutta, ich begüße dich herzlich in unserer Mitte. Mit Kaufsucht und Alkoholsucht habe ich zwar nichts zu tun, aber mit Medikamentensucht.
    Aber süchtig ist doch süchtig, egal wonach und es macht einen gleichermaßen fertig.
    Es ist sicherlich nicht leicht, das auch so vor anderen hier sich einzugestehen, daß man alleine damit nicht fertig wird. Das finde ich gut und ist ein 1. Schritt.
    Wie hast du es denn geschafft, mit dem Alkohol aufzuhören. Sicherlich hast du damals Therapie gemacht. Kannst Du nicht wieder eine Therapie anfangen wegen der Kaufsucht. Ich kenne das Gefühl, wenn man einkaufen geht und kauft, was man eigentlich nicht braucht, aber es ist bei mir noch nicht so krankhaft, merke aber das schöne Gefühl, was dabei entsteht.
    Genau deshalb nehme ich auch die Tavor, sie muss gar nicht wirken, die Wirkung merke ich gar nichtmehr, aber es ist ein schönes Gefühl. Aber hinterher kommt immer das schlechte Gewissen. Bei Dir sicherlich auch. Ich kaufe ziemlich viel bei E-bay ein, da kann man viel mal für ein paar Euros nur bekommen. Da muss ich wirklich aufpassen, daß ich nicht übertreibe. Hast du täglich damit zu kämpfen oder nur, wenn du unter Streß bist. Wenn du magst, kannst ja noch ein wenig erzählen, wenn ich Dir damit nicht zu nahe trete.
    Ich habe hier noch gar keinen kennengelernt, der kaufsüchtig ist, aber ich hoffe für Dich, daß du dich trotzdem gut austauschen kannst. Liebe Grüße Tine

  • Hallo Tine, schön das du geantwortet hast. Nein du trittst mir mit nichts zu nahe. Ich habe wegen der Kaufsucht versucht eine Gruppe zu gründen, in einem Selbsthilfetreffpunkt, aber leider hat das nicht funktionert. Gleich beim ersten Treff waren wir 4 Personen und ich habe mich gefreut, aber am gleichen Tag bekamen 2 davon Streit miteinander und sind dann nicht mehr gekommen. Wir zwei anderen sind dann noch eine Weile jeden Freitag dorthin, aber das hat mir nichts gegeben. Wir haben uns fast nur ausgetauscht was wir wieder gekauft hatten.
    Ja ich kaufe bei jeder Gelegenheit. Ich stehe morgens schon auf und habe kaufen im Kopf und das Gefühl im Internet nach einen bestimmten Artikel zu forschen und dann den auch noch am billigsten zu orten ist großartig, aber wenn ich dann diesen bestellt habe, geht das grosse Zittern los usw. wie beim Trinken damals.
    Und ich schaff es nicht wie damals beim Trinken. Da hatte ich 5 Tage am Stück "Saufen" anders kann ich es nicht bezeichnen, hhinter mir und hab mich dann einen Mann gewandt, von dem ich wusste, dass er schon Jahre nichts mehr trinkt. Der hat mir dann den Weg in die Gruppe der Anonymen Alkoholiker gezeigt. Und oh Wunder ich bin da hin und bin -ohne Rückfall- bis heute trocken, dass sind 22 Jahre mittlerweile. Zwei Jahre später konnte ich die Zigarette sein lassen, da hab ich es dann auf 80 Stück pro Tag geschafft, bin Nachts aufgestanden um zu rauchen. Das Rauchen hab ich aber mit Akkupunktur Unterstützung aufgehört.
    So Tine, dass ist es von mir in groben Zügen.
    Kannst du nun verstehen warum ich so verzweifelt bin, dass ich es nicht schaffe mit dem sinnlosen Kaufen aufzuhören. Meine Schränke sind voll, was will ich damit. Und eine Befriedigung oder Frieden bekomme ich damit auch nicht. Das Glücksgefühl ist auch nur sehr kurz.- Vielleicht schaffe ich es, in dem ich hier anfange zu schreiben. Ich hoffe, ja, dass ich hier noch mehr mit meinem Schreiben anspreche. Und wenn es nur über andere Süchte ist denn die Gefühle sind denke ich mal gleich. Und auch der Druck, dass Verlangen. Das kenne ich ja nun vom Alkohol.
    liebe grüße Jutta

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    Hallo, ich möchte nur mal testen, ob die Signatur jetzt drunter steht.

  • Hi Jutta,

    was Du erzählst, das habe ich ganz genauso erlebt. Alki, mehr als 20 Jahre trocken, trotzdem hat die Kaufsucht mich immer wieder erwischt. Ich habe mich selbst dabei beobachtet, wie der Zwang loszugehen immer größer wurde, die Gedanken immer mehr darum kreisten, bis ich irgendwann dem Druck nachgegeben habe. Es war kein wesentlicher Unterschied zu den ersten Tagen ohne Alkohol. Aber hierin lag für mich auch die Lösung. ich habe mich erinnert, was ich in den ersten Tagen machte, wenn der Druck nach Alkohol immer größer wurde: bloß nicht rumsitzen, sich ablenken, beschäftigen, eventuell rausgehen, aber nicht in "gefährliche" Bereiche. So habe ich die Kaufsucht zu Anfang häufig unter Kontrolle bekommen. Manchmal ging es auch schief, dann brach in den Finanzen wieder die Hölle los. Am Abgrund sind sie eh schon seit Jahren und wenn ich dem Druck nicht widerstehe, dann bin ich mit einem Fuß schon über der Kante. So lebe ich jetzt seit etlichen Jahren und ich merke, daß es langsam leichter wird.

    Die Erklärung liegt nach meinem Eindruck darin, daß es trotz Trockenheit und allem immer noch irgend etwas gibt, was auf der Suche ist. Irgendein Verlangen in mir, das ich nicht direkt merke und das mich doch immer wieder antreibt. Vielleicht liegt die Lösung darin, was bei den AA der spirituelle Teil das Programms ist. Ich glaube schon daran, auch wenn es nicht unbedingt genau der Weg der AA sein muß. Allerdings habe ich auch das Gefühl, das der Weg daraus noch etwas mühsamer ist als der Weg weg vom Alkohol. Sich selbst genau auf die Finger schauen, sich beobachten, was eigentlich im Kopf los ist, wenn der Druck wieder beginnt, nach Alternativen suchen, die dann die Situation beruhigen, das ist doch der Weg, der zu langfristiger Trockenheit führte (jedenfalls bei mir) und mit der Kaufsucht wird es wohl nicht anders gehen. Manchmal braucht es einfach Geduld und harte Arbeit an sich selbst. Ich habe trotz Trockenheit noch ca. 20 Jahre gebraucht, bis die Angst vor Menschen verschwand. Jetzt bin ich mehr als 28 Jahre trocken und ich kämpfe von Zeit zu Zeit immer noch mit Schüben der Kaufsucht, die sich nur durch Achtsamkeit auf mich, meine Gefühle und Gedanken beherrschen läßt.

    Grüße

    det

  • Hallo Fritz-the-cat,
    ach bin ich dankbar, dass hier Antworten kommen. Ja, du hast ja recht, wenn du von den 12 Schritten der AA schreibst und von unseren Anfängen. Ich versuche es ja immer wieder. Mich zu beschäftigen. Wie du schreibst die Orte zu meiden. Aber nun den PC meiden???!!! Deshalb bin ich froh dass ich jetzt hier bin.
    Mit dem mich beobachten, hat mich meine Verhaltenstherapeutin letztens drauf gebracht. Die sagte, wenn sie wieder im Internet bestellen wollen. Schauen sie genau hin, was wollen sie nicht aushalten. Aber du, das ist ja schwer. So alleine und dann soll ich das auch noch aufschreiben. Da sind die 22 Jahre Trockenheit wie weggewischt. Da hab ich das Gefühl ich bin am Anfang. Ich dachte immer ich hätte schon alles bearbeitet, alle Schubladen gesäubert. Aber es scheint nicht so. Ich weiss ich war immer auf der Suche nach Familie, selbst konnte ich es nicht leben, aber der Wunsch ist und war da. Ich lebe sie jetzt mit meiner Tochter und Enkel, aber doch immer mit Grenzen. Ist ja auch normal. Ich muss mein Leben meistern. Beim Saufdruck konnte ich mich in eine Gruppe flüchten. Aber meine Gruppen heute, lächeln nur müde, jetzt fängt die schon wieder mit ihrer Kaufsucht an. Oder schauen sich vielsagend an. Ist die denn noch nicht weiter usw. Deshalb denke ich ist es richtiger wenn ich hier versuche zu Teilen.
    Danke
    liebe grüße jutta

  • Hi Jutta,

    ich habe derweil noch einmal über den Unterschied zwischen der Zeit der hochaktiven Kaufsucht und Heute nachgedacht. Es scheint so zu sein, daß ich damals nicht in der Lage war, nur in mir und mit mir allein Zufriedenheit zu finden. Ich suchte also immer im "außen", indem ich mir alle möglichen Dinge kaufte. Doch wir wissen ja, daß das nur für Sekunden ein wenig hilft, meist ist es an der Kasse des Landens schon wieder vorbei. Trotzdem bleibt die Suche nach der fehlenden Zufriedenheit und der Kreislauf geht ohne Ende weiter. Wobei mit zunehmendem Chaos auf dem Konto die Chance auf Ruhe und Zufriedenheit immer schneller gegen Null geht. Mit der Verhaltenstherapie bist Du auf jeden Fall richtig, eine Ursachensuche würde dich im Moment nicht weiter führen. Es ist wie beim Alkohol: solange der Kopf noch voller Stoff ist und die täglichen Gedanken darum kreisen, nicht wieder reinzufallen, da bringt es überhaupt nichts, sich um die Ursachen Gedanken zu machen. Der Kopf ist voll mit anderen Dingen und erst wenn die aktuelle Sucht beruhigt ist, dann kann man sich mit dem woher und warum beschäftigen. Ich habe es im akuten Alkoholentzug so gemacht, daß ich mich hinsetzte und versuchte, meine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Das beruhigt den Kopf erheblich, weil man sich konzentrieren muß, um die Gedanken schriftlich festhalten zu können. Ähnlich ist es mit den Gefühlen. Um sie beschreiben zu können muß man sie genau betrachten und zu verstehen versuchen. Macht man das oft genug, dann fällt auf, daß selbst so starke Gefühle wie Suchtdruck nicht konstant sind. Hat man sie einige Zeit ertragen und zu beobachten versucht, dann wird deutlich, daß sie bis zu einem Gipfel ansteigen und - wenn man durchgehalten hat - langsam wieder vergehen. Es sind Schübe, kein konstant gleichbleibender Druck. Das macht sie leichter auszuhalten, weil sicher ist, daß sie auch wieder vergehen werden. Das ist eine verdammt anstrengende Übung, aber sie funktioniert. Es ist nichts anderes als Verhaltenstherapie in Eigenarbeit und leider das Wenige, was ich dir anbieten kann.

    Einen zusätzlichen Weg habe ich schon angedeutet. Die alten AAs haben nicht umsonst auf den spirituellen Teil des Weges so viel Wert gelegt. Sie haben die fehlende Zufriedenheit, die aus dem "Außen" nicht kommen konnte, im Glauben gefunden. Es muß nicht so tatsächlich der Glaube an Gott sein, so wie sie es von sich erzählten, doch eine von innen kommende Zufriedenheit findet man meiner Erfahrung nach nur, indem man etwas findet, wo man sich "zu Hause" fühlt. "Zu Hause" nicht in räumlichem Sinn, sondern ein Weltbild, ein Glaube, eine Philosophie mit dem man sich identifizieren kann und das man dadurch imm bei sich hat. Selbst Tai-Chi, Qi Gong oder klassiches Yoga sind ganzheitliche Ansätze, die nicht nur der Gesundheit dienen, sondern ein gesamtes Verständnis eines Menschen bieten, in dem man sich wiederfinden kann.

    Viele Worte um wenig Aussage, doch ich hoffe Du weißt, worauf ich hinaus will.

    Grüße

    det

    *edit* wenn deine Gruppe derartig bescheuert auf dein Problem reagiert, dann scheinen die wohl kaum über ihren Tellerrand blicken zu können. Gibt es denn noch andere bei dir in der Umgebung? AA? Freundeskreis? Blaues Kreuz?

  • Hallo, ja, das ist schon ein Ansatz, den du da vorbringst und ich glaube auch, seit ich bei AA bin an Gott und seit kurzem immer mehr an meine Höhere Macht (HM) aber soweit wie die ganz alten AA's, meine Sponsorin war so eine, bin ich noch nicht. Leider.
    Das Materielle ist bei mir noch zu hoch angesiedelt und ich versuche ja schon so manches, bin aber eben immer wieder rückfällig.

  • Hallo.
    Sinnvoll wäre es Dir einen Ausgleich zu schaffen wie z.b. ein Hobby.
    Ich kenne die Kaufsucht unter anderem auch als Belohnungsprinzip oder um sich bei einem "Hänger" wieder wohler zu fühlen.
    Der erste Schritt ist immer die Selbsterkenntnis, achte mal darauf in welchen Situationen der Druck bei dir besonders hoch ist. Oftmals hilft es auch, Geld bei Freunden oder Familie unterzubringen, so das man erst gar nicht daran kommt oder sich einer nahe stehenden Person anzuvertrauen, die das ganze ein wenig im Auge hat, was sich bei Käufen mit EC-Karte oder im Internet als sehr schwierig rausstellt.
    Vielleicht auch mal mit der Bank reden, das man sich selbst den Dispo sperrt.
    Lg,
    HexeLakritze.

  • Hi Ihr Lieben,
    ja, das stimmt und das bringt mich an den Anfang meiner Trockenheit zurück, ich hatte oft Saufdruck, aber je öfter ich es geschafft hatte, da durch zu kommen, um so weniger Angst hatte ich davor. Der letzte dauerte ca. 30 Minuten und war vor 9 Jahren, als mein Mann starb. Aber da war es selbstverständlich das ich meine Sponsorin anrief und wir sprachen und sprachen.....
    Und dann war alles vorbei. Du bist genial, auf diese Idee und vergleich bin ich noch gar nicht gekommen. Aushalten und beschäftigen, Hobby, Qi Gong, (hab ich schon mal eine zeitlang gemacht) und wieder Aushalten. Und hier meinen Frust los werden. Prima
    liebe grüsse

  • Hi Jutta,

    bitte verstehe mich nicht falsch, ich meine nicht, daß Du unbedingt dem Weg der "alten AAs" folgen mußt. Es ist wichtig herauszufinden, wie Du zu einer inneren Zufriedenheit findest, die nur wenig von äußeren Umstanden abhängig ist. Vielleicht ist ja der Stil der AA nicht unbedingt richtig für dich. Ich bin dort auch nach vielen Jahren ausgestiegen weil es zu viele Dogmatiker gab, die starr auf dem Blauen Buch beharrten und nicht begriffen, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß. Vielleicht habe ich ja auch Pech gehabt, aber ich habe bis auf sehr wenige Ausnahmen die AA in Berlin als die Hochburg der Dogmatiker erlebt. Wenn Du nicht in der Gruppe über deine Kaufsucht sprechen kannst, ohne daß die die Augen verdrehen, dann bist Du da falsch, dann haben die etwas ganz wesentliches über Sucht nicht begriffen. Schau dich ein wenig um, Du findest bestimmt noch andere Angebote. Ich habe z.B. mit den Freundeskreisen gute Erfahrungen gemacht. Außerdem hast Du ja auch das Forum hier.

    Was mich bei den AA besonders stört ist die Ausschließlichkeit, wie das Programm meist ausgelegt wird. Sie haben nicht den allein seligmachenden Weg, sondern einen von vielen. Es wird immer wieder in den Gruppen erzählt, daß man ziemlich schnell umkippt, wenn man dort nicht mehr hingeht und das ist Blödsinn. Irgendwann ist es auch an der Zeit, sich von den Dogmen der AA zu emanzipieren. Wenn Du schon so lange trocken bist, dann versuche nicht weiter, dich ihrem Programm anzupassen, sondern suche dir ein Programm, daß zur dir paßt.

    Grüße

    det

  • Guten Morgen,
    ich bin heute gut drauf, dass kommt daher, dass ich gestern hier soviel unterwegs war und zwar nicht ans bestellen dran war,sondern mit euren Aussagen beschäftigt habe. Und das war gut so. Nur ist mir dabei aufgefallen, wo ist denn bei meiner jetzigen Sucht die Grenze?Beim Alkohol wusste ich -heute das erste Glas stehen lassen- und beim Kaufen. Wenn ich mich frage brauchst du das oder nicht, dann könnte ich ja mich selbst belügen und sagen ja, das ist nötig oder so. Nur zwischenzeitlich hab ich ja soviel, dass ich eigentlich nur zum täglichen Leben, sprich Nahrung,benötige. Und natürlich putzen und Hygiene. Und da muss ich aber auch aufpassen, sonst fahre ich mit einem Riesenkorb aus dem Supermarkt, als ob ich eine 5köpfige Familie zu versorgen hätte.
    Nun allen einen schönen Samstag
    liebe Grüße von Jutta

  • Hallo, Guten Abend alle zusammen ich habe mich jetzt das ganze Wochenende ohne Kaufen über die Runden gebracht. Bekam zwischendurch sogar richtig euphorische Gefühle, dass ich nichts kaufen muss im Internet. Aber dann heute nachmittag kam wieder dieser Druck des jetzt mußt du was bestellen. Ich hab nun angefangen hier die einzelnen Emails zu lesen, dass hat mich abgelenkt und wieder ruhig gemacht. Jetzt sitze ich hier und schreibe mal da und mal dort, aber leider kommt so gar keiine Resonanz wie am Anfang. War ja wohl ne Ausnahme das hier soviele geantwortet hatten am 28.5. ??? Aber ich hab ja gelernt ich werde für mich trocken, also werd ich jetzt für mich kauftrocken. fritz the cat hat mich da auf eine Idee gebracht, dass ich viel mehr daran denken sollte wie ich es gemacht habe als ich trocken wurde. Da hab ich mir ja in den Meetings auch die Seele aus dem Leib gequatscht. Ich habe zum Glück gleich von Anfang an alles im Meeting auf den Tisch gelegt, dass hat mich erleichtert. Aber ich frag mich was soll ich jetzt auf den Tisch -virtuellen Tisch- legen. Ich komm nicht ran, was da los ist wenn ich Kaufdruck bekomme. Heute z.B. als dieser Druck kam, war ich beim Arzt und bin noch eine weitere Woche mit meiner Bronchitis krankgeschrieben. Hatte Angst, ob die mich behalten?? Dabei habe ich einen Vertrag. Also so einfach ist der nicht vorher zu kündigen. Aber da kamen dann so Gedanken, wenn du nun Krebs bekommst, vielleicht war es das was ich nicht aushalten wollte.???!!!! Diese Angst, dieses Ungewisse. Denn hier in einer Email stand auch, der Ärger über keine Rücklagen und dann die Angst vor unvorhersehbar Ausgaben (Reparatur usw.)
    liebe Grüße
    jutta

  • Moin Jutta,

    zu deinem posting:

    Zitat von juttarisch;153565

    [...]Ich habe zum Glück gleich von Anfang an alles im Meeting auf den Tisch gelegt, dass hat mich erleichtert. Aber ich frag mich was soll ich jetzt auf den Tisch -virtuellen Tisch- legen. Ich komm nicht ran, was da los ist wenn ich Kaufdruck bekomme.[...]

    na dann überleg doch mal richtig, wie das damals war. Du hast im Meeting auch keine Analyse seines Suchtdrucks dargelegt, sondern einfach davon gesprochen, daß Du verteufelten Druck hast. Für ein wie, woher und warum war es doch noch viel zu früh. Jetzt ist es kein Stück anders, Du erzählst von deinem Druck, wie sich das in deinem Bauch und in deinem Kopf anfühlt. Niemand erwartet von dir, daß Du jetzt schon weißt, was da los ist wenn der Suchtdruck kommt. Dafür ist es noch zu früh, so wie es damals auch für den Hintergrund zu früh war. Rede darüber, schreib darüber, erzähle von dem Chaos in Kopf und Bauch, das reicht völlig. Und es hilft dir, dich von dem Chaos abzulenken, wenn Du dich darauf konzentrierst, die wirren Gedanken und Gefühle irgendwie zu beschreiben. Versuch nicht zu analysieren, vergiß es einfach. Der erste und zweite Schritt sind angesagt, sonst nix. Bestimmt nicht irgendwas zwischen dem vierten und sechsten.

    Grüße

    det

  • danke lieber det
    ja, ja, das ist wohl der Fehler weil ich klar im Kopf bin, scheinbar. Das war ich nicht als ich trocken wurde. Da bin ich um mein Leben gerannt. Jetzt ist es im grunde genauso nur das hab ich bis jetzt noch nicht so gesehen, ich denke mal ich war immer noch in der Phase da gehts noch ein Stück oder wie damals -ach einen kannst du doch noch-
    danke grüße

  • Hallo, guten Morgen zusammen,
    habe wieder ein bisschen geschrieben, da ich schon gleich nach dem Aufstehen Kaufdruck bekam. War auch schon auf der Internetseite konnte mich aber zurücknehmen und hier und in einem anderen Forum meinen Druck runterschreiben. Aber warum das nun heute morgen da war, weiss ich auch nicht. Ich hatte keine Angst oder sonst irgendetwas. Es war einfach da. Sowie man müßte. Nein, frau müßte nicht, frau hat genug und basta. Aber jetzt ist der Druck weg und ich kann etwas frühstücken.
    Werde mal heute einen Plan für diesen Tag machen, wie ich mich beschäftige ohne in den Regen raus zu müssen. Ist ja ein grausiges Wetter.
    liebe grüße:56:

  • Hi, ich finde, daß du richtig gut gemacht. Ich schreibe auch immer und lasse so Druck ab, wenns mir schlecht geht. Das letzte Mal, als es mir richtig schlecht ging, habe ich sogar meinem Therapeuten eine Mail geschickt, in dem ich alles rausgelassen habe. Er war mir nicht mal böse, rief an, ob er sich Sorgen machen muss. Dann habe ich den Brief sogar hier noch reingestellt und der Druck ging weg. Besser, als eine Tavor zu nehmen und ich war danach richtig ruhig, habe noch viel geheult beim Schreiben, aber es half. Und ich finde, ich werde hier immer gut aufgefangen. Hier geben sich wirklich alle immer große Mühe, für den anderen da zu sein. Liebe Grüße Tine

  • Hallo Tine,
    vielen Dank. Ich muss oder sollte mich viel mehr aufmachen und meine Gefühle die ich dann gerade habe hier mitteilen , denn wenn ich dass mache geht der Druck weg. Wenn ich das mit der Alkoholsucht vergleiche, dann bin ich jetzt in den Babyschuhen der Trockenheit vom Kaufen.:21:
    Nur auf der einen Seite denke ich sollte ich es nicht mit meiner Alkoholsucht vergleichen. oder doch???!!! Denn da hab ich mich eben ins Meeting gesetzt und zugelassen und nicht wie hier, immer und immer wieder den Kopf eingeschaltet und analysiert. Sondern, ich stellte mal fest, dass ich in der nassen Zeit eine Problemschafferin geworden war. Um eben meiner Aussenwelt zu signalisieren Frau muss jetzt trinken, bei soviel Problemen. Das hatte ich natürlich mit in die trockene Zeit rüber genommen. Da ist mir aber am Tisch ganz schön die Meinung "sinnbildlich" gesagt worden, und zwar es gibt keine Grund zum Saufen.
    So ist es doch auch beim Kaufen. Ich will mich wegmachen, wenn ich Probleme habe, wenn ich Angst habe und ich schaffe mir dadurch nur neue. Ich ändere doch nichts.8o:76:
    grüße

  • Hi, ich weiß nicht, ob man Süchte miteinander vergleichen kann. Ich denke schon, man will der Realität entfliehen, mal nichts spüren müssen. Solche Fragen kann ganz gut unser Fritz beantworten. Würde mich auch interessieren, ob wir alle aus den selben Gründen süchtig werden, um etwas in uns zu stillen. Ich nehme die Tavor, um ruhig zu werden, keine Angst zu spüren und mal abzuschalten. Was denkst du? Tine

  • Moin erstmal.

    Na Jutta, ich würde sagen: erwischt!

    Zitat von juttarisch;153616

    [...]und nicht wie hier, immer und immer wieder den Kopf eingeschaltet und analysiert.[...]

    Wie war das mit dem ersten Schritt? Wenn Du den Kopf ausgeschaltet läßt, aufhörst zu analysieren und einfach deine völlige Machtlosigkeit eingestehst, dann klappt es auch. Doch Du gehst immer noch mit der Sichtweise einer erfahrenen AA da dran und versuchst, das Problem an Hand deiner Erfahrungen rational zu lösen. Klappt so nicht, vergiß es. Bei Null anfagen, wie an deinem ersten Tag.

    Grüße

    det

  • :thx: lieber Ded, ja einzugestehen ich bin der Kaufsucht gegenüber machtlos und kann mein Leben allein nicht meistern. Das erlebe ich ja jetzt hier, mit euch bleibe ich kauftrocken =) Wie haben die Freunde damals immer zu mir gesagt nun bleib mal schön doof trocken. Ja mehr schaff ich auch heut nicht.
    Doch Tine, ich kann mein Verhalten vergleichen. Als ich gesoffen habe, hatte ich hinterher immer ein schlechtes GEwissen, habe alles gemacht was mein Mann wollte und kleine Brötchen gebacken, bis zum nächsten Mal. (Ich war so etwas wie eine Quartalssäufering).
    Jetzt bei meiner Kaufsucht ist es ähnlich, ich habe vorher eben den Druck zu kaufen und hinterher das totale schlechte Gewissen, die selbstzerstörerischen Gedanken und dann das mich herunterputzen, dass ich überhaupt kein Selbstvertrauen mehr habe.
    Und nun kommt jetzt dass ich eben einfach mal den Druck nur aushalte. Beim Trockenbleiben hab ich bei Saufdruck auch mich immer mit Selter zu geschüttet. Was mach nun bei Kaufdruck. Nur bloss nicht mit essen, dann steht wohlmöglich die nächste Sucht vor der Tür.
    Mir fällt ein, ich sollte mir wirklich ein Hobby zu legen, vielleicht fang ich wieder mit Seidenmalerei an. aber das braucht soviel Platz.
    Auf alle Fälle weiss ich jetzt warum ich krank geworden bin. Um hier an mich ranzukommen. Um zu Kapitulieren. Ganz und gar ich kann nicht mehr. Und ich will auch nicht mehr so weiter leben.
    :55::8:

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