schwarze Angst

  • Hi ihr,

    also ich weiß, ich habe schon ein Postfach usw, aber heute möchte ich mal über etwas sprechen, dass ich schon habe, seit ich ganz klein bin und ich finde,dass es zum thema Angst passt - schon früh habe ich es "die schwarze Angst" genannt.

    Schwarzwahrscheinlich deswegen, weil es um die Leere geht, die ich dabei spüre. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich spüren kann, wie es ist, wenn ich nicht mehr da bin, wenn ich tot bin. Dann wird mir ganz heiß, ich atme schnell, bekomme Angst. Versuche mich immer zu beruhigen. Kurzzeitig klappt es, aber es kommt dann in Wellen, weil ich weiß, ich kann dem nicht entrinnen, irgendwann wird es so sein und ich kann es nicht ändern.Dann kann ich mich wieder kruz beruhigen. Dann werd ich wieder hibbelig, muss mich bewegen, ganz schnell am besten, weil ich merke, wie die Zeit läuft und sich alles verändert.

    Es gibt Zeiten, da habe ich es gar nicht, manchmal ganz arg. Ich glaube, wenn sich etwas verändert. ZB als ich mit der Ausblidung fertig war oder mit dem Abi war es ganz, ganz schlimm. Heute hatte ich es auch. im Moment ändert sich viel, aber ich bin mir nicht sicher, ob es nicht mit dem gräuslichen Film auch zusammen hängen könnte, den ich gestern Abend gesehen habe und seit dem es mir gar nicht gut geht. Ich kriege ihn nicht mehr aus meinem Kopf...furchtbar.

    Naja, mich würde interessieren, ob es vielleicht jemanden hier gibt, dem es ähnlich geht und ob ihr vielleicht wisst, was man dagegen machen kann. klar, irgendwann ist es soweit, aber ich möchte nicht das ganze Leben in Angst davor verbringen.

    liebe Grüße

  • Hallo Darknight,

    ich glaub, ich kenne eine Schwester deiner Angst - es hängt bei mir mit dem Ausatmen zusammen und dann sinke ich und sinke ...immer tiefer und tiefer ..................... und dann bekomme ich so einen Riesenschrecken....Hab jetzt grad wenig Zeit, schreib aber morgen oder heute abend mehr dazu.......ach ja - und weil ich ja schon so alt bin, hätt ich auch da eine vertrauensbildende Maßnahme - da hat mir - so komisch wie es klingt - das "Tod-Mit-Erleben-Dürfen" geholfen. Weil da passiert mehr als nur Herzstillstand (meine Behauptung)

    bye Wolke

  • Ich habe manchmal etwas ähnliches. Jedenfalls, wenn ich dich richtig verstanden habe.
    Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie aufhöre zu existieren, dass sozusagen meine Seele sich auflöst.

    Ich glaube es hat bei mir auch mit körperlichen Dingen zu tun. Erstens ist da Schlafmangel ganz schlimm und zweitens Konsum von "Suchtmitteln"... aber allen Sorten. Ich kriege das auch, wenn ich zu viel Kaffee hatte oder betrunken bin... und ich habe es sogar vom Rauch gekriegt. Seitdem ich auf all das verzichte geht es mir besser.

    Natürlich kann ich nicht jedem raten das zu tun, manch einer würde dann vielleicht zu schlimmeren Suchtmitteln greifen. Ich habe das für mich so entschieden, weil ich gemerkt habe, dass ich auf jede "Droge" ganz eigenartig reagiere, aber manche Menschen brauchen auch ihren Kaffee.

    Oft hilft es mir auch, dass ich mich ablenke, mit Sport oder indem ich kalt dusche oder indem ich unter Leute gehe und ein Gespräch anfange und so merke, dass ich noch da bin.

    Einsamkeit ist ziemlich schlimm für mich. Wenn ich zu lange allein war, dann kann ich kaum noch sagen, ob es mich wirklich gibt.

  • Das was Julius beschreibt im letzten Satz kenne ich auch, wenn ich dissoziiere, dann ist alles wie im Traum, spüre mich nicht, mache ich die Augen zu, dann habe ich das Gefühl ich falle ganz tief, alles ist so dunkel um mich und ich mache auch die Rollos runter. Ich mag dann kein Tageslicht. Wenn ich dann manchmal an mir herunterschaue, dann fühl und seh ich mich echt ganz klein, wie ein 5jähriges Mädchen mit ganz kurzen Beinchen. Ich hatte als 6jährige mal einen schweren Verkehrsunfall, wo ich bald draufgegangen bin, ich brauche nur manche Gerüche und schon komm ich in diesen Zustand, als ob es mich gleich nicht mehr gibt oder gar nicht gibt. Das kann man gar nicht erzählen. Mir ist das peinlich. Als ob ich einen an der Klatsche habe.

  • Hallo,

    da bin ich nochmal :smiling_face:

    also bei mir ist diese vermutete "kleine Schwester" eine "Kinderangst" - ich kenne sie aus alten Zeiten - dann sinke ich in mich, sinke immer tiefer, und bekomme dann eine Angst - so als ob ich mich verliere. Nun kommt sie bisweilen (aber nur noch ganz selten) beim Einschlafen - aber nicht mehr als Angst. Dann sinke ich wieder, ganz tief - und dann bekomme ich desen Riesenschrecken - mein Herz rast und dann ist erst mal nicht mehr an Schlaf zu denken. Ich habe darüber nachgedacht, und kam für mich zu dem Schluß, daß es eine Angst vor dem Tod ist. Angst, nicht mehr weiterzuatmen. Angst, daß ich in mich sinke und nicht mehr hochkomme.
    Unterstützt hat mich da - wie schon erwähnt - das "Tod" miterleben. Ich habe zwar nur den Tod von mehreren Tieren direkt und ganz bewußt miterlebt, aber bei diesen Tieren war es so, daß ich das Gefühl hatte, als ob eine Energie den Körper verlässt. Das war eine der Stützen gegen diese Angst - zu erleben, daß meine Angst zu sinken nicht identisch ist mit Tod - also brauchte ich aus diesen Gründen keine Angst mehr vor dem Sinken zu haben. Die andere Stütze war "Vertrauen". Das ist eines meiner Themen - ich habe für mich den Eindruck, daß ich "vertrauen" lernen soll und immer wieder komme ich in ungute und schwierige Situationen. Diese Situationen sind bedrohlich und ganz realer Natur (z.B. Prozeß mit Versicherung...ich habe übrigens gewonnen :grinning:) - und reflexartig will ich mit Sorgen und Angst reagieren......und immer wieder versuche ich Vertrauen zu haben und jedes mal, wo es mir gelingt, zu vertrauen, gibt es Lösungen für die Situationen. Immer wieder waren alle Sorgen völlig überflüssig.
    Und dieser Mix hat diese Ängste bei mir vertrieben.

    LG Wolke

  • hey ihr lieben,
    also danke erstmal für eure Antworten, hab schon etwas drüber nachgedacht, bin nur nicht zum schreiben gekommen.

    Zunächst mal hat mir der Satz von Wolke echt geholfen (danke dafür), dass das miterleben von Tod einem zeigt, dass man keine oder wenig Angst davor haben braucht. Das beruhigt irgendwie finde ich. Und manchmal wünsche ich mir wegen dieser Ruhe, dass ich religiöser wäre, weil ich dann auf Gott und das Paradies vertrauen könnte.
    Da ist das Thema Vertrauen,d ass auch Wolke angeschnitten hatte. Und ich glaube, damit hat es auch ein Stückweit bei mir zu tun. Overflächlich vertraue ich immer gleich alles und jedem, aber ich glaube ich bin eigentlich total misstrauisch und habe Angst, dass etwas schlimmes (undefiniertes) passiert, wenn ich jemandem vertraue.
    Oder meine andere Theorie ist,d ass sich meine Verlustangst so zeigt. Den Tod als Verlust. Ich kriege dieses Gefühl auch, wenn ich ganz gemütlich in der Runde sitze und mir denke "es wird nie mehr so sein, wie es jetzt ist". Dann habe ich das Gefühl, nichts festhalten zu können alles zu verlieren. Ganz schlimm auch, wenn ich an meinen Freund denke, weil IRGENDWANN werde ich ihn verlieren - wenn Tod nur nichts sein bedeutet (was ich nicht hoffe und nicht glauben möchte) und das macht mich dann immer so traurig. Ich hab ihn doch so lieb.
    Und dann wünsche ich mir, ich könnte die ganze Energie, die ich habe umdrehen. Statt der immensen Angst, eine immense Lebensfreude aufbauen - wenn es schon zuende sein muss, warum dann nicht geniessen bis es soweit ist? Aber dafür fehlt mir (noch) die Kraft und ich hab noch zu sehr Angst.

    nachdenkliche Grüße

  • Hey ihr

    in diesen stürmischen Zeiten hat sich auch in Sachen Angst etwas bei mir ergeben.
    Sie ist abgeschwächt, flammt aber immer noch auf.

    Neulich habe ich ein Gespräch mit einem sehr guten Kumpel mit dem ich mittlerweile über echt alles reden kann. Weil nun sein Papa eine Art Schlaganfall hatte, kamen wir neulich auch auf das Thema Tod zu sprechen. Er meinte, er habe keine Angst davor, er sei sich sicher, dass er später alle wieder sehe. Als ich einwendete, dass man sich, den ganzen Körper dann nicht mehr spüren könne, meinte er, man würde sich eben anders spüren.

    Seither denke ich viel an seine Worte, vor allem wenn die Angst kommt. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich - wenn ich schon sonst niemand wieder treffe später- ihn wieder sehe. Weil er so fest daran glaubt, wird er da sein. Allein dieser Glaube macht mich irgendwie stark, auch wenn es mir natürlich lieber wäre, ich würde auch alle wieder treffen..oder naja wollen wir mal ehrlich sein..nicht alle, aber die meisten :winking_face:

    schönen Abend
    und liebste Grüße

  • Hallo Darkknight,

    zunächst einmal find ich es toll, dass du einen Kumpel hast, mit dem du über alles reden kannst - das ist wirklich viel wert.
    Tja - der Glaube. Ich denke, dass ein Glaube Berge versetzen kann. Er kann einem so vieles geben, so wie in deinem Fall eine Art "Gewissheit" oder "Vertrauen", dass du dich vor dem Tod nicht fürchten musst. Super, dass du diesen Glauben für dich so nutzen kannst :smiling_face:

    Wünsche dir weiterhin alles Gute mit dieser Angst - dass sie immer mehr abflacht.
    Und seine Worte halt dir ruhig so lange und so fest es geht im Kopf, damit sie dir immer wieder helfen können.

    Ich denke du bist da auf einem ganz guten Weg :smiling_face:

    Liebe Grüße,
    sunlight

  • Ich glaube das auch, dass man später alle wiedertrifft... oder die meisten.
    Wie denkt ihr, gibt es Leute, die einfach zu schlecht sind, um in den Himmel zu kommen?

    Noch eine Ergänzung, zum kalt duschen (oben von mir erwähnt), bitte fragt euren Arzt ob ihr das dürft, wenn ihr eine Erkrankung habt, weil es nämlich gefährlich sein kann insbesondere in bestimmten Situationen (zum Beispiel wenn man vorher Sport gemacht hat). ( :14: Ich habe stets das Bedrüfnis alle Leute zu beschützen, nicht böse sein deswegen).

  • Ich denke böse wird dir hier niemand deswegen sein :winking_face:
    Klar, bei so extremem Temperaturunterschieden muss natürlich auch der Kreislauf fähig sein da mitzumachen.

    Aber damit das Thema etwa den Sinn beibehält, den Darkknight ihm gegeben hat, wäre es vielleicht besser, wenn du zu deiner Frage ein extra Thema eröffnen könntest. Ich finde das geht doch etwas zu sehr in einer andere Richtung. Und so gibt es dann kein Chaos.

    Liebe Grüße,
    sunlight

  • Du meinst die Frage mit dem Himmel? Ist es denn erwünscht, dass ich so wahnsinnig viele Threads aufmache? Ich bin ja in letzter Zeit sehr aktiv. Ansonsten werde ich mir die Frage vielleicht einfach selbst im stillen Kämmerlein stellen.

  • Aber natürlich - du kannst so viele Themen erstellen wie du willst. Und vielleicht machen sich ja andere auch Gedanken zu dieser Frage. Dann kann man sich da doch wunderbar drüber austauschen.
    ZU aktiv gibt es nicht :winking_face: außer man spamt, aber das tust du ja nicht.

    Und nun, zurück zum Thema :winking_face:

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