Hallo zusammen, bin neu hier,
in meinem Fall geht es um die Opiat-Sucht meines Mannes.
Er nimmt seit vielen Jahren schwere Schmerzmittel. Angefangen hats mit seinem Bandscheibenvorfall. Hierfür bekam er die stärksten Hemmer überhaupt. Tramaltropfen, Tramadolor, Tilidin...immer wieder und immer wieder. Dadurch begann natürlich auch seine psychische Abhängigkeit, die sich durch schwere Depressionen, Ängste und Panikattacken bemerkbar machten. Die Tavor 2,5 mg sind sein ständiger Begleiter. Hinzu kommen die Fluoxetin 20 mg, 1x, und Aponal 25 mg 2 x.
Hinzu kommt, das er seit vielen Jahren unter einem Reizdarm leidet und hier auf das Codein phosfortium/50 mg gestossen ist, weil diese angeblich den Darm lähmen sollen. Die Tolleranzentwicklung dieses Medikamentes wurde natürlich immer größer. Die Höchstmenge und Einnahme von 80 Codein-Tabl./50 mg war Mitte Jan. dieses Jahres als er kurz vor einem Herzinfarkt gestanden hatte. Bis dato, und das schwöre ich bei Gott, wusste ich nichts von dieser enorm hohen Einnahme. Er hatte vor mir alles verschwiegen und mir immer erzählt, er nähme so 3-4 von diesen Codein.
Wie gesagt, er hatte einen Blutdruck von 210 zu 160 und 110 Puls. Er war total verwirrt und konnte kaum noch sprechen. Heute mache ich mir natürlich die schwere Vorwürfe, das ich nicht gleich einen Notarzt gerufen habe. Denn dann wäre er längst auf eine Entgiftungsstation gelandet und ich wäre ein Stück weiter.
Ihr werdet euch jetzt fragen, woher kriegte er die ganzen Mengen Codein. Die hat ihm natürlich keiner verschrieben, sondern bekam sie ohne Rezept in der Apotheke, weil wir den Apotheker gut kennen. Als ich davon erfuhr, bin ich sofort zu dem Apotheker und habe ihm untersagt, meinem Mann auf keinen Fall mehr dieses Medikament rauszurücken. Ja, auch Apotheker sind Dealer, daß weis ich heute nur zu gut.
Natürlich habe ich mich ab dann mit dieser Thematik befasst und habe dann auch erfahren, daß man dieses Medikament langsam ausschleichen muss. Ich stehe hiermit auch ganz allein, weil er sich partou weigert eine Entgiftung zu machen, geschweigedenn ein professionelles Gespräch hierüber zu führen.
Ich hatte ihm bis gestern die Tabl.-Rationen über den Tag immer schön eingeteilt (hatte sie nat. auch besorgt) und wir lagen mittlerweile bei 12 Codein/50 mg am Tag. Jetzt nimmt er es wieder selbst in die Hand, weil er mir Vorwürfe machte, alles wäre Scheiße, und wie schön es doch war mit diesen Tabl. Um seine Stabilität wieder zu erreichen, hat er natürlich gleich wieder einen enormen Wurf eingenommen. Heute morgen müssen es ca. 40 Stck. gewesen sein. Er würde das selber schaffen und jetzt langsamer immer weniger nehmen wollen.
Ich musste leider bitter erkennen, daß es jemand nur schaffen kann, wenn dieser es wirklich will. Ich muss mir abgewöhnen, die Tabl. nachzuzählen und auch mein Leben daran nicht mehr auszurichten. Es ist schwer für mich, aber ich habe gelesen, das man sich als Co-Abhängiger zurück ziehen muss.
Meine Bitte an Euch wäre nun diese. Könnten Sie mir eine Ausschleichliste/Tabelle erstellen wie man langsam aber sicher vom Codein wieder los kommt. Ihr würden mir sehr sehr helfen.
Liebe Grüße Casandra