• Hallo zusammen, bin neu hier,

    in meinem Fall geht es um die Opiat-Sucht meines Mannes.

    Er nimmt seit vielen Jahren schwere Schmerzmittel. Angefangen hats mit seinem Bandscheibenvorfall. Hierfür bekam er die stärksten Hemmer überhaupt. Tramaltropfen, Tramadolor, Tilidin...immer wieder und immer wieder. Dadurch begann natürlich auch seine psychische Abhängigkeit, die sich durch schwere Depressionen, Ängste und Panikattacken bemerkbar machten. Die Tavor 2,5 mg sind sein ständiger Begleiter. Hinzu kommen die Fluoxetin 20 mg, 1x, und Aponal 25 mg 2 x.

    Hinzu kommt, das er seit vielen Jahren unter einem Reizdarm leidet und hier auf das Codein phosfortium/50 mg gestossen ist, weil diese angeblich den Darm lähmen sollen. Die Tolleranzentwicklung dieses Medikamentes wurde natürlich immer größer. Die Höchstmenge und Einnahme von 80 Codein-Tabl./50 mg war Mitte Jan. dieses Jahres als er kurz vor einem Herzinfarkt gestanden hatte. Bis dato, und das schwöre ich bei Gott, wusste ich nichts von dieser enorm hohen Einnahme. Er hatte vor mir alles verschwiegen und mir immer erzählt, er nähme so 3-4 von diesen Codein.

    Wie gesagt, er hatte einen Blutdruck von 210 zu 160 und 110 Puls. Er war total verwirrt und konnte kaum noch sprechen. Heute mache ich mir natürlich die schwere Vorwürfe, das ich nicht gleich einen Notarzt gerufen habe. Denn dann wäre er längst auf eine Entgiftungsstation gelandet und ich wäre ein Stück weiter.

    Ihr werdet euch jetzt fragen, woher kriegte er die ganzen Mengen Codein. Die hat ihm natürlich keiner verschrieben, sondern bekam sie ohne Rezept in der Apotheke, weil wir den Apotheker gut kennen. Als ich davon erfuhr, bin ich sofort zu dem Apotheker und habe ihm untersagt, meinem Mann auf keinen Fall mehr dieses Medikament rauszurücken. Ja, auch Apotheker sind Dealer, daß weis ich heute nur zu gut.

    Natürlich habe ich mich ab dann mit dieser Thematik befasst und habe dann auch erfahren, daß man dieses Medikament langsam ausschleichen muss. Ich stehe hiermit auch ganz allein, weil er sich partou weigert eine Entgiftung zu machen, geschweigedenn ein professionelles Gespräch hierüber zu führen.

    Ich hatte ihm bis gestern die Tabl.-Rationen über den Tag immer schön eingeteilt (hatte sie nat. auch besorgt) und wir lagen mittlerweile bei 12 Codein/50 mg am Tag. Jetzt nimmt er es wieder selbst in die Hand, weil er mir Vorwürfe machte, alles wäre Scheiße, und wie schön es doch war mit diesen Tabl. Um seine Stabilität wieder zu erreichen, hat er natürlich gleich wieder einen enormen Wurf eingenommen. Heute morgen müssen es ca. 40 Stck. gewesen sein. Er würde das selber schaffen und jetzt langsamer immer weniger nehmen wollen.

    Ich musste leider bitter erkennen, daß es jemand nur schaffen kann, wenn dieser es wirklich will. Ich muss mir abgewöhnen, die Tabl. nachzuzählen und auch mein Leben daran nicht mehr auszurichten. Es ist schwer für mich, aber ich habe gelesen, das man sich als Co-Abhängiger zurück ziehen muss.

    Meine Bitte an Euch wäre nun diese. Könnten Sie mir eine Ausschleichliste/Tabelle erstellen wie man langsam aber sicher vom Codein wieder los kommt. Ihr würden mir sehr sehr helfen.

    Liebe Grüße Casandra :face_with_rolling_eyes:

  • Hallo Casandra,
    ersteinmal herzlich willkommen.

    das mit deinem mann tut mir sehr leid, aber du hast dir die antwort schon selbst gegeben :confused_face:

    Zitat

    Ich musste leider bitter erkennen, daß es jemand nur schaffen kann, wenn dieser es wirklich will. Ich muss mir abgewöhnen, die Tabl. nachzuzählen und auch mein Leben daran nicht mehr auszurichten. Es ist schwer für mich, aber ich habe gelesen, das man sich als Co-Abhängiger zurück ziehen muss.


    da wird dir auch nicht helfen, wenn du weißt wieviel, was übrigens echt drauf ankommt wie fit dein mann körperlich ist usw. das entscheidet dann der arzt.
    so weh es tut, du kannst nichts machen, es muß von ihm aus kommen, ansonsten ist das nicht zu schaffen. nein nur sein willen versetzt da seine berge.
    ne sorry, da wirst du bei ihm auch nicht mit enger kontrolle was ausrichten, ne bestimmt nicht. dein mann sieht das prob noch nicht so :confused_face:
    du kannst nur für ihn da sein. dieses nur ist für angehörige das besonders schwere auch weil es ist nichts so aktives ist, was man meint tun zu können, aber gerade dieses nur wird sicher sehr gebraucht. ich hoffe du verstehst was ich sagen will, ich mein. du wirst ihm nur raten können, aktiv muß er werden auch im denken :frowning_face:

    es tut mir sehr leid, das ich nix anderes sagen kann, aber vielleicht braucht dein mann auch nur zeit um sich seiner Sucht zustellen, das ist ein sehr schwerer schritt, ist der getan, ja dann wird man froh sein wenn sich was tut, wenn sich neue türen öffnen. na so wars bei mir, ich hab lange gebraucht um zu erkennen, das ich süchtig bin, weil ich es nicht sehen wollte.

    ich hoffe dein mann wird wach und er findet seinen weg.
    dir wünsch ich viel kraft und geduld

    lg
    kleine blume

  • vielen Dank für Dein Statement.

    Mein Mann ist eigentlich sehr fit und sportlich. Ich bekomme jetzt schon so ein bisschen das Gefühl, daß er es selber will von diesen Tabs wegzukommen.
    Er hat sich jetzt selber schlau gemacht und sich eine Absetzliste zusammen gestellt, indem er alle 10 Tage um 25 % runterdosiert.

    Ich stehe weiter hinter ihm, und das weis er auch. Ich rede ihm gut zu und sage ihm auch, was er macht und wie er es macht, wenn er nicht zum Ziel kommt, sich nur selber bescheisst. Er hat es jetzt in der Hand.

    Liebe Grüße Casandra :wink:

  • Hallo Casandra :smiling_face:
    Du, ich war erst einmal ziemlich baff, als ich Deinen Beitrag hier gelesen habe..
    Ich bin selbst seit vielen Jahren codeinabhängig und auch Krankenschwester... Meinen Job habe ich vergangenen September genau aus diesem Grund verloren :loudly_crying_face: Dein Mann nimmt also Codein phosphoricum forte compren, ja? Also DER Arzt, der ihm das angetan hat, der gehört wirklich 4- geteilt!!! Zuerst einmal ist das ein Hustenmittel, wobei Codein immer auch schmerzstillende nd euphorisierende Wirkung hat. Wie Du selbst ja weißt, ist es ein Opioid, also ein Opiatabkömmling und macht stark psychisch und physisch abhängig. Natürlich "lähmt" es auch den Darm, weil alle Opiate Verstopfung verursachen! Das ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und der Apotheker macht sich so was von strafbar mit seinem Handeln! Ich glaub's ja nicht! Ich habe bereits eine Entgiftung hinter mir und es war wirklich nicht schön.
    Das Codein ist ein Teufelszeug. Tja.. Und heute, 1 Jahr und 4 Monate später, bin ich wieder mal dabei, das Zeug zu reduzieren. Ja, Du hast Recht, Du kannst Deinen Mann nur unterstützen. Ihm die Tbl. abzählen bringt gar nichts, wenn er das nicht selber so will. Ich finde es aber ganz toll von Dir, daß Du ihm dabei hilfst. Codein in solch' hohen Mengen zu nehmen ist Wahnsinn! Es kann in hohen Dosen Atemlähmung verursachen. Darf ich Dich fragen, wie alt Dein Mann ist?
    Er soll gucken, daß er so schnell wie möglich die Mengen runterfährt und dann langsam immer weniger nimmt. Das ist ganz sicher nicht einfach aber so bringt er sich um. :frowning_face:
    Weiss der Arzt, der es ihm zuerst verschrieben hat, denn etwas davon? Der hat sie in meinen Augen doch nicht alle! :14:
    Gern' kannst Du mich zu diesem Thema fragen, wenn Du etwas wissen möchtest.
    Liebe Grüße

  • Hallo shadowsoul,

    lieb von Dir das Du Dich hier meldest. Endlich habe ich mal einen Ansprechpartner der sich wirklich damit auskennt.

    Mein Mann ist 41 J. und hat bis vor 6 Wochen noch jedes Wochenende viel Alkohol dazu getrunken. Er hat dann selber gemerkt das er sich im Kreis dreht und das mit dem abbau sich nicht vereinbart.

    Im Moment nimmt er 3 x tägl. 6 Codein phosphortium forte 50 mg + 3 x tägl.6 Codein compren retard. Hierbei hat er schon lange keine euphorisierende Wirkung mehr sondern hat bei dieser Menge nur seine Stabilität erreicht um normal am Leben teilzunehmen.

    Magst Du mir erzählen wie diese Entgiftung bei Dir stattgefunden hat? Und habe ich richtig gelesen, daß Du jetzt wieder Codeinabhängig bist? Es gibt wohl so eine Suchterinnerung, hab ich mal gelesen. Wie ist es Dir ergangen nach Deiner ersten Entgiftung? Kommt das Wohlgefühl wieder zurück oder nicht? Mein denkt jetzt natürlich, daß er nie mehr derselbe wird wie vorher und ist ziemlich deprimiert. Sind aber auch seine Depressionen.

    Er hat sich jetzt einen Plan gemacht, das er alle 10 Tage um 15 % runterfährt. Kannst Du das so unterschreiben? Was meinst Du, hat er eine reelle Chance diesen Abbau zu Hause zu schaffen, wenn er sich an seinen Plan hält? Oder hättest Du noch einen anderen Vorschlag. Bin für jeden Rat dankbar.

    Liebe Grüße Casandra :wink:

  • Hallöchen Casandra :smiling_face:
    Freut mich, dass Du mit meinem Beitrag etwas anfangen kannst.
    Mensch, da hat sich Dein Mann aber hoch dosiert! Wie lange nimmt er schon Codein?
    Ganz ehrlich: SO kann er einfach nicht weiter machen. Wenn er, wie Du schreibst, schon organisch vorbelastet ist ( Herzinfarkt, Darm etc.), dann macht er sich bei DEN Mengen ganz schnell damit kaputt. Gut, dass er nicht mehr so viel Alkohol dazu trinkt. Codein in hohen Dosen hat eine atemlähmende Wirkung.
    Die Entgiftung habe ich 2004 gemacht. Bin 4 1/2 Wo. dagewesen, habe damals ja auch noch Benzo's genommen. Als Ersatz für das Codein habe ich Polamidon bekommen. Nee, das Zeug möchte ich nicht nochmal nehmen. Es macht sehr, sehr starke Entzugserscheinungen, und kann so auch nur sehr langsam reduziert werden. Von 3 auf 0 ml hat diese 4 1/2 Wochen auch gedauert. Eine anschliessende Therapie habe ich nicht gemacht (wegen meinem Job und meiner Tochter). Wollte es selbst auch irgendwie nicht.. Habe die Zeit dort wie in einer Trance erlebt, kann das gar nicht so richtig beschreiben. Habe die ganze Zeit neben den Schuhen gestanden. Es hat lange Zeit danach gedauert, bis ich sagen konnte, ich fange an, mich gut zu fühlen. Hatte Depressionen und bekam Medikamente. Im Januar '05 habe ich aber bereits wieder die ersten Tabletten genommen. Schlafmittel nehme ich seit 5 Mon. gar nicht mehr. Nur Codein ist noch mein ständiger Begleiter..Dein Mann nimmt 36 Tbl. am Tag? Dann er soll er doch mal versuchen, alle 3 Tage um 2 Tbl. runter zu gehen, z.B. morgens und abends je eine weniger.. Aber das muss jeder für sich selbst wissen, wie schnell man reduzieren kann. Gefährlich ist aber, ZU schnell abzusetzen. Man kann sogenannte Entzugskrampfanfälle bekommen.
    Du kannst mir gern' noch mehr schreiben, wenn Du magst
    Wünsche Dir ein schönes WE
    Ganz liebe Grüße

  • Hallo shadowsoul :face_with_rolling_eyes:

    ungefähr vor einem 1 1/2 Jahren hat er mit Codein angefangen, mit der Dosierung war es noch im Grüünen Bereich. Iin der hohen Dosierung nimmt er es jetzt seit einem halben Jahr.

    Einen Herzinfarkt hatte er noch nicht. Ich schrieb in meinem ersten Posting von, das ich es so empfand das er kurz vor einem Infarkt stehen würde, wegen dem hohen Blutdruck und so. Das mit seinem Reizdarm geht schon seit 20 Jahren so.

    Er hat dieses Medi ganz schön unterschätzt. Vor ca. 4 Wochen hatte er schon mal Krampanfälle in den Beinen und ist zweimal sehr schwer gestürzt und hatte noch Glück im Unglück. Das war aber aufgrund einer niedrigeren Dosierung und in diesem Fall schon die Nebenwirkungen. Ab dato hat er die Dosierung dann wieder etwas angehoben. Es ist so schwer für ihn und er tut mir auch sehr leid. Alkohol trinkt er schon seit 6 Wochen keinen mehr und darüber bin ich auch sehr froh. Benzo´s nimmt er natürlich auch noch zusätzlich, es ist einfach ein verdammter Kreislauf.

    Was kann denn im Ernstfall passieren, wenn/falls er von diesem Codein einfach nicht mehr loskommt? Kann man daran sterben?

    Du schreibst z.B. das Du wieder angefangen hast, obwohl Du bereits eine Entgiftung hinter Dir hattest. Wie konnte das passieren??? Das würde mich wirklich sehr interessieren. Kommt man im Prinzip nie mehr los von dem Scheiß?

    Liebe Grüße Casandra :winking_face: :wink:

  • Hi Casandra :wink:
    Warum hat er diese Krämpfe in den Beinen denn bekommen, weißt Du das?
    Mit Krampfanfällen meinte ich eigentlich cerebrale Krampfanfälle, das sind Krampfanfälle, bei denen sich bestimmte Vorgänge im Gehirn abspielen, was dann zu Verkrampfungen der gesamten Muskulatur führt. Also wie bei einem Epileptiker, solche Anfälle kann man im Entzug bekommen. Warum hat er eigentlich die Mengen so enorm gesteigert? Ist schon echt Wahnsinn :winking_face_with_tongue:
    Woher bekommt er noch immer das Zeug? Ich hoffe, ich stelle Dir nicht zu viele Fragen aber es interessiert mich schon sehr.

    Ja, letztendlich kann man auch daran sterben. Medikamente werden in Niere und Leber verstoffwechselt und wenn nun über Jahre solch hohe Dosen nimmt, schaffen die Organe den Abbau irgendwann nicht mehr und es kommt zu Ablagerungen der Giftstoffe. Sie schädigen auch die Organstruktur, im schlimmsten Fall kann man also Nieren,- oder Leberversagen bekommen. Es muss aber nicht sein. Der eine kann jahrelang Tbl. schlucken und hat Glück, während ein anderer vielleicht schon nach ein paar Jahren schwer krank wird.
    Für jeden Süchtigen ist es möglich, mit dem Konsum aufzuhören. Dies ist aber ein langer, schwerer, steiniger Weg, den man nur überwindet, wenn man es auch WIRKLICH will.
    Warum habe ich wieder angefangen? Das ist es ja eben: Sucht!!:smiling_face_with_horns: Ich habe ja zu der Zeit noch im Krankenhaus gearbeitet, so dass ich also tagtäglich vor den Medikamentenschränken stehen musste. Der Gedanke, etwas zu nehmen, war immer präsent und irgendwann habe ich dem Drang nachgegeben.;( So, als wenn jemand, der hungrig ist, ständig vor gefüllten Kühlschränken stehen muss.. Da zu widerstehen ist sooo schwer und ich habe es nicht geschafft. Ganz tief drinnen wollte ich es auch nicht wirklich.
    Dieser kleine Teufel im Kopf piesackt einen immer und immer wieder.
    :wall: Was für Benzo's nimmt Dein Mann denn? Nimmt er da auch so viel?
    Ich wünsche ihm, dass er es schafft, damit aufzuhören. Reduziert er denn jetzt schon und wie klappt das?
    Ganz liebe Grüße

  • Hi shadosoul,

    also das mit den Krampfanfällen war so:

    Wir waren zu schnell mit dem Codein runtergefahren als man sollte. Eines morgens dann sind ihm vor der Garage und der Kellertreppe einfach die Beine weggesackt, ohne das er was dagegenmachen konnte. Ich hatte das erst gar nicht mitbekommen. Als er wieder auf dem Weg ins Haus war, sackten ihm die Beine wieder weg und er knallte voll auf die Fliesen. Er konnte auch nicht mehr richtig sprechen, so als ob er seine Zunge verschluckt hatte. Wir haben dann den Arzt gerufen und dieser wollte ihn zuerst in die Klinik einweisen. Das wollte mein Mann aber nicht. Der Arzt meinte, es wäre wieder eine Überdosis gewesen. Aber das konnte ich verneinen, weil zu dieser zeit hatte ich ihm noch die Tabl. eingeteilt und er hatte auchkeine stille Reserven. Es lag eindeutig an der Unterdosierung. Als er wieder etwas mehr einnahm, nachdem ich ihm alle Tabl. wieder gab (hab ich gelesen das man das als Co-Abhängige so machen muss) gings ihm auch wieder schnell besser.

    Ich weis auch im Moment nicht mehr so richtig wie das noch weiter gehen soll. Was ist richtig und was ist falsch. Wie soll ich mich verhalten? Warten bis er am Boden liegt...warten bis er am versticken ist...warten bis er wieder so einen hohen Blutdruck hat das er wieder kurz davor steht. Ich bin dieser Situation bald nicht mehr gewachsen und muss mich dringend an einen Suchtberater wenden, erst mal für mich allein. Denn mein Mann würde sowieso nicht mitgehen.

    Die Codein bekommt er nach wie vor von seinem Apotheker, der ja schließlich mit Schuld trägt an seiner Sucht. Denn er hätte längst erkennen müssen, das mein Mann von diesem Dreck nicht mehr los kommt. Er hatte lediglich einmal ein Rezept für dieses Zeug und dann nie mehr. Auch sein Hausarzt ist ein riesen großes Arschloch, sorry, aber ich habe erfahren, das er schon frühzeitig schwere Schmerzmittel verschrieben bekam. An Benzo nimmt er Tavor 2,5 mg wegen seinen Panikattacken (kommt wohl auch von Schmerzmittelmissbrauch über all die Jahre). Dann nimmt er noch die Aponal 25 mg und Fluoxetin 20 mg gegen seine Depri.

    Er hat sich zwar schon einen Plan für die Reduzierung der Codein gemacht, aber ich glaube, das klappt nicht wirklich, und ich weis nicht mehr wie ich ihmnoch helfen soll oder kann.

    Liebe verzweifelte Grüße Casandra :frowning_face:

  • Hallo Carina,

    na hast Du mich gefunden? Also hier nochmal mein Bericht.

    Ja es ist wirklich nicht schön mitanzusehen wie viele Codein mein Mann über den Tag schluckt. Aber zugedröhnt ist er eigentlich nicht. Wenn es keiner wüsste, man würde ihm diese Medi-Sucht nicht anmerken. Daran erkenne ich aber wiederum was für eine Tolleranz sich hier schon entwickelt hat. Ich als Co-Angehörige halte mich da aber total raus. Ich stehe zwar nach wie vor hinter ihm, aber die Besorgung macht er gefälligst selbst und das Nachzählen der vielen Tabl. habe ich auch aufgegeben.

    Bei dem Suchtexperten werden wir haarscharf nachfragen wie so ein Enzug von statten geht. Denn ein kalter Entzug kommt für ihn nicht in Frage. Ich habe mal gelesen, daß man sich von einem kalten Entzug nicht mehr erholt. Ich hoffe sehr, daß dieer Arzt wirkliche Überzeugungsarbeit leistet und mein Mann bereit ist für einen stationären Aufenthalt. Für ihn ist es halt wichtig, ein kontrolliertes Ausschleichen des Codeins unter ärztlicher Aufsicht. Zuhause packt er es nicht mehr, weil er sich ständig selber betrügt.
    Ich halte Dich auf dem laufenden.

    LG Casandra

  • Seit 13 Tagen ist mein Mann vom Codein weg :wink:

    Hier ist zwar schon lange nicht mehr geschrieben worden, möchte aber allen Mut machen, die es vllt. noch vor sich haben. Man kann es schaffen, wenn man wirklich will.

    Mein Mann war zum Schluß bei 100 x 50 mg Codeinum phosphortium am Tag angelangt. Es war kein Leben mehr.

    Für ihn nicht, für mich und seine Eltern nicht. Er wollte uns auch nicht mehr länger leiden sehen. Er ging freiwillig in eine Klinik und lag sogar 3 Tage auf einer Intensivstation, wo er anfangs eine Zusatzdroge Clonidin erhielt und 300 mg Aponal am Tag. Die schlimmsten 3 Tage hat er in einem Dämmerzustand ertragen, einige Krämpfe und Weinanfälle waren allerdings schon dabei. Aber den größten Teil hat er geschlafen und das war auch für mich ein beruhigendes Gefühl. Den Rest bis zu 10 Tagen im KH auf Normalstation mit Imap 0,75 ml, Wirkstoff: Fluspirilen, so eine Art Neuroleptika und Aponal.

    Die Entgiftung ist nun abgeschlosen und mein Mann ist auch wieder zuhause. Er wurde im KH komplett auf den Kopf gestellt und alle Organe sind gesund. Eine Röntgologin hatte zu ihm gesagt: Er wäre ein Tarzan, weil er ist groß und nicht gebrechlich und braungebrannt (sie hatte wohl gemeint er mache hier Urlaub ;)). Sein gr. + kl. Blutbild, ist alles o.K.

    Er verschwendet keinen Gedanken mehr an dieses Codein. Was ihm allerdings jetzt noch zu schaffen macht, ist halt seine Psyche. Da wurden wir im Prinzip nach der KH-Entlassung ein bisschen im Stich gelassen. Natürlich möchte er auch eine Therapie bei einem Psychotherapeuten machen, aber vor Ostern bekamen wir keinen Termin mehr. War ja auch klar.

    Diese Zeit müssen wir allerdings damit überbrücken, indem er am Tag 10-15 mg Diazepam nehmen muss. Sonst würde er abdrehen. Mirt dieser Menge ist er zufrieden und ruhig und will auch nicht mehr. Verstehe wirklich nicht, warum man uns das im KH nicht gesagt hat.

    Wenn es jemand interessiert, wie sie gegen den Apotheker (Dealer) vorgehen, dann meldet euch. Es ist wirklich hochinteressant.

    Hallo shadowsoul, bist Du hier eigentlich noch vertreten. Haben ja lange nichts mehr voneinander gehört. Das Ein oder Andere fällt mir sicherlich dann auch noch ein.

    Ich sage jeden Morgen zu meinem geliebten Mann: Und wieder ein neuer Tag in Deinem/Unserem Leben. Wir haben seitdem ein gemeinsamens Lied von Xavier Naidoo: Dieser Weg wird kein leichter sein...

    Ganz liebe Grüße an alle

  • Wenn Dein Mann jetzt so eine hohe Dosis Diazepam täglich nimmt, steht ihm ein Entzug bevor, der weitaus langwieriger und schlimmer wird, als den, den er hinter sich hat... :winking_face_with_tongue:

  • Hallo,

    es soll ja nur die Zeit überbrückt werden bis wir einen Termin bei einem Psychotherapeuten bekommen. Er würde sich sein Hirn so zermardern, die Unruhe würde ihn förmlich auffressen, dass er wahrscheinlich mit dem Kopf an die Wand schlagen würde. Was soll er denn Deiner Meinung nach machen :confused_face:
    Aushalten bis er wahnsinnig wird :confused_face: Ich weiss ja nicht ob Du alles vorher gelesen hast...aber die Codein in dieser Menge haben die Psyche schon sehr angeschlagen.

    Vllt. hast du ja auch einen anderen Rat für uns. Ich kann mir auch vorstellen, daß der Psychotherapeut ihm auch irgend etwas verschreiben wird oder muss. So eine 4 Wochen Kur ist durchaus vertretbar. Mein Mann leidet ja auch schon seit Jahren unter Panikattacken die sich ja auch von heute auf morgen nicht abstellen lassen.

    Bin gespannt auf Deine Antwort.

    LG :smiling_face:

  • Liebe Casandra, ich würde Dir von Herzen gerne einen besseren Tip geben, aber das ist selbst für mich ein bißchen zu heavy, was Dein Mann und Du da gerade durchmachen.

    Manche Ärzte verordnen auch Medis, weil sie manchmal selbst mit der Situation überfordert sind oder die nötiger Erfahrung fehlt...keine Ahnung.

    Aber Ihr habt auf jeden Fall den richtigen Weg eingeschlagen, wobei ich eine Suchtberatung auf jeden Fall miteinbeziehen würde!!! Die Leute sind vom Fach (aber auch Vorsich!! Es sind nicht alles gute Berater in dieser Branche!!!) und kennen sich besser aus, als mancher Arzt oder normaler Psychologe!!!

    Was mich ja auch brennend interessieren würde ist, wie es mit dem Apotheker weitergeht...denn es gibt bei uns einen Arzt, der verschreibt Diazepam Ampullen zum injiziieren, obwohl er weiss, dass man als Heroinabhängiger im Methadonprogramm ist!! Das ist mir mit meinem Freund passiert, er ist auch suchtkrank und schon seit 2 Jahren im Methadonprogramm...

  • Liebe Schelliiee,

    ja die Sache ist wie gesagt schon ein bisschen verzwickt und er würde die Diazepam nicht nehmen wollen, wenn es sich irgendwie vermeiden lies. Hier fühlen wir uns auch vom KH ein bisschen im Stich gelassen. Bevor ich ihm die Diazepam aber gab, habe ich im KH angerufen und einen anderen Arzt der Notdienst hatte gefragt, ob ich meinem Mann diese geben darf. Ich hatte ihm die Situation geschildert, wie er momentan drauf ist, und hat dies sogar beführwortet. Die Stationsärztin die uns im KH betreute ist nicht älter als ca. 30 Jahre. Hier merkt man wieder, daß diese in gewissen Situationen keine Erfahrungen haben. Der diensthabende Notarzt muss von der Stimme schon etwas älter gewesen sein.

    Ja die Ärzte im KH lassen sich das nicht gefallen. Sie nannten den Apotheker den größten Verbrecher der ihnen in der letzten Zeit untergekommen ist.
    Vom KH geht eine Strafanzeige zur Staatsanwaltschaft raus, besser gesagt, ist schon raus. Und die Ärztekammer wurde informiert um nachzufragen, welche Apotheke in unserem Umkreis diese großen Mengen an Codein geordert hat. Es kommen nur 3 Apotheken in Frage, daß haben sie mir auf den Kopf drauf zugesagt.

    Mein Man hat den Namen dieses Apothekers verweigert, weil er ihn nicht anschwärzen möchte. Somit steht dann auch in der Klageschrift als Kläger nicht unser Name sondern der des KH`es. Das war meinem Mann auch wichtig. Ein Arzt im KH sagte meinem Mann noch auf der Intensivstation, es reicht nicht das die Quelle versiegt ist, sondern dieser Kerl gehöre in den Knast.

    Liebe Grüße :winking_face:

    P.S. Warum hast Du Dein schönes Bild wieder rausgenommen, kannst Dich doch sehen lassen. =)

  • Hallo Casandra,
    freut mich das dein Mann von dem Codein weg ist (wenn auch jetzt ne Suchtverlagerung vorliegt )aber egal aller anfang ist schwer,ich arbeite selbst auf ner AlkoholEntgiftung und kann dir bzw euch nur raten Sucht ne suchtberatung auf ,selbsthilfe gruppen (Addressen gibts bei allen Krankenkassen )sind auch sehr hilfreich ausserdem sollte dein mann noch ne entgiftung machen (Diazepam) ,bin sehr gespannt was aus der Apothekergeschichte wird aber solche schwarze schafe gibts leider überall.
    falls du tips brauchst einfach melden bin zwar nur abundzu online aber versuch schnellst möglich zu antworten
    grüße ...linchen

  • Hallo linchen

    Ja ganz klar suchen wir einen guten Psychotherapeuten. Vor Ostern bekamen wir aber keinen Termin mehr. Die Selbsthilfegruppen bestehen aber alle leider nur aus Alkoholikergruppen. Unsere Stationsärztin meinte, da wäre mein Mann fehl am Platz. Zuerst versuchen wir es mal bei diesem Psychodoc. Hoffentlich finden wir gleich einen richtigen. Habe ja auch schon gehört, daß man oft wechseln muss, bis man an den richtigen gerät.

    Die Diazepam sollten eigentlich nur zur Überbrückung sein bis zu dem genannten Termin. Vllt. bekommt er ja dann auch was anderes oder auch gar nix, so daß dann die Gespräche ihres dazu tun. Habe hier leider keine Erfahrung. Deshalb muss er nicht extra noch einmal in eine Klinik. Sind ja nur minimale Dosis die man dann auch wieder ausschleichen kann. Fühlten uns nach der KH-Entlasung schon ein bisschen im Stich gelassen, gerade weil man uns nichts sagte was evtl. noch auf uns zukommen kann.

    LG :wink:

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