Onaniesucht / Onlinesucht

  • Hallo alle zusammen,
    nunja wo soll ich anfangen, ich war als Kind Mobbing ausgesetzt ab der 5ten Klasse bis zur 10ten. Mal schlimmer mal weniger schlimm. Damals habe ich begonnen durch oft zu onanieren. Nun bin ich 19 und mache eine Ausbildung, den Realschulabschluss habe ich sagen wir es als unterer durchschnitt nach einmaligen Wiederholen der 10ten Klasse geschafft. Früher war es gleich nach der Schule heim, PC an und dann Internet. Nun geh ich gleich nach dem Arbeiten an den PC durchstöbere gewisse Seiten naja ihr wisst schon, Zeitlich jeden Tag so 2-3 Stunden. Mit Freunden traue ich mich nicht darüber zu reden und mit meinen Eltern erst recht nicht. Habe auch schon versucht gewisse Seiten zu sperren (Kindersicherung) und hab die Bilder auf meinem PC gelöscht. Am nächsten Tag kaum daheim bin ich ausgerastet sicherung raus und Internet. Einmal ging mein PC nicht und da bin ich auch ausgerastet und war so lange am pc gehangen bis das internet wieder ging und ich onanieren konnte. Wirklich was für die Schule getan habe ich seit Jahren nicht mehr und wenn dann nur kurz, ich kann das alles dadurch ausgleichen da ich einigermaßen was auf dem Kasten habe. Andere Sachen (Zimmeraufräumen Geldsachen usw.) krieg ich auch so gut wie garnicht auf die Reihe, wären meine Eltern nicht denen ich halbwegs normalität vorspiele würde ich vermutlich komplett abrutschen. Am Wochenende bin ich meistens von in der früh um 10.00 bis Abends am PC. Ich hatte bisher erst eine Freundin aber mit der war auch schnell Schluss (maximal einen Monat) Früher hat mich das onanieren einigermaßen Stimmungstechnisch nach oben gebracht nun hält selbst das nurnoch kurzzeitig. Ich weiß echt nicht was ich tun soll. Es wäre echt gut wenn Ihr mir irgendwie helfen könnt.

    lg

    Slick

  • kann mir echt niemand irgendwie weiterhelfen? Kennt jemand eine Therapie oder so was in der Art?

  • hi slick,

    erstmal finde ich es mutig von dir, dass du dir hilfe suchst. gratulation schon mal zu diesem ersten schritt.

    ich kenn mich ja nicht wirklich aus, aber was ich hier in dem porno-sucht-thread vor ein paar tagen geschrieben hab, denk ich, kann ich auch dir sagen.

    geh von einer prosessgebundenen Sucht aus - vor allem dass du ausrastest, wenn du entzugversuch machst zeigt, dass es offenbar ein bisschen fortgeschrittener bzw. eskaliert ist.

    sei froh, dass du bei den eltern wohnst, das scheint dir ja einen gewissen rahmen und halt zu geben. rate dir, das nicht zu ändern, bis du das alles besser im griff hast.

    wenn du alleine keinen entzug hinkriegst - du hast es ja versucht - dann suche dir unterstützung bei gleichbetroffenen oder einer therapie. wie man einen therapeuten in diesem spezialgebiet findet weiss ich nicht. vielleicht mal googeln?

    oder, wenn du in einer grösseren stadt lebst, dann gibt es vermutlich selbsthilfegruppen in die du gehen kannst. da bietet sich an SCA- sexual compulsives anonymous oder SLAA - sex and love addicts anonymous. was bei den beiden genau der unterschied ist weiss ich nicht, aber bei den slaa ist auch die sogenannte romanzensucht, also dass man süchtig danach ist romatische beziehungen einzugehen, dabei. Beides sind sogenannte "A-Gruppen", die also nach dem selben prinzip wie die anonymen alkoholiker funtkionieren. das ist am anfang ein bisschen merkwürdig, aber man gewöhnt sich daran.
    vermutlich ist es auch möglich nur mal mit jemandem von so einer sh-gruppe zu telefonieren- die meisten solchen gruppen haben ein mitglied das man per telefon anrufen kann.
    auf jeden fall arbeiten diese gruppen mit einem sponsoren-system, das heisst man kann sich einen sponsor in der gruppe suchen, das ist ein mitglied das in der geneseung weiter als man selbst ist und der einen unterstützt. kennt man sicher aus us-filmen, da ist das meist so dargestellt.
    beide gemeinschaften findest du im internet, beide gibt es in D - wieweit die meetings veröffentlichs sind ist glaub ich unterschiedlich - musst du dich durchklicken und ev. mailen und telefonieren.

    so wie du deine entzugsversuche beschreibst, ist unterstützung sicherlich angebracht, denn es scheint ja einen hohen suchtdruck zu geben.

    da sich hier die gleichbetroffenen aktuell offenbar nicht so sehr tummeln ist es vielleicht erstmal hilfreich hier die diversen threads mit vergleichbaren themen durchzuschauen und nach anregungen und hilfe zu suchen. vielleicht siehst du ja den einen oder anderen poster der dich interessiert und der hier noch aktiv ist und mailst in per pn an.

    ansonsten kommt mir vor, dass eine therapie für dich auf jeden fall angezeigt ist. hast du dir darüber schon gedanken gemacht? zahlt ja die krankenkasse.
    es muss vermutlich nicht unbedingt ein therapeut mit dem spezialgebiet sexsucht sein - weiss gar nicht ob es das überhaupt gibt. aber vielleicht ist es tatsächlich mal gut zu googlen. dein thema ist ja generell prozessgebundene Sucht. unter umständen - also der vollständigkeit halber - du kannst dir auch überlegen eine stationäre psychotherapie zu machen. dauert ein paar wochen. aber vorerst würde ich ambulant eine therapie suchen. stationär ist eher dafür, wenn du es zuhause gar nicht hinkriegst - könnte ja sein - oder wenn du schon so verzweifelt bist, dass du die nerven nicht mehr hast es zuhause zu versuchen.

    ansonsten kann ich nur aus eigenen (anderen) entzugserfahrungen und aus austausch mt anderen entzugeerfahrenen freunden sagen sagen:
    entzug ist niemals leicht, man muss sich da immer auf ungemach einstellen, manchmal denkt man man dreht durch, aber mit durchatmen und dem wissen "es geht vorbei" und affirmationen wie zb "ich bin hier der herr und nicht die Sucht", kann man es durchstehen.
    hilfreich sind sicherlich ersatzhandlungen, ablenkungen und andere herausforderungen oder beschäftigungen.
    hilfreich ist auch, wenn man dann zuhause keine suchtmittel hat. in deinem fall wäre eben alles löschen und dann kindersicherung (jemand anderer passowrt!) oder gar kein internet zuhause sicherlich hilfreich. nimmt eine menge druck raus, kenn ich von einigen mir bekannten.
    begleitung, wie gesagt hilft - online wie hier, selbsthilfegruppe, beratung, therapie, klinik.
    und nicht zuletzt das sich selbst belohnen für bereits erreichtes, sich was gutes tun.
    für den anfang ist vermtulich eine totalkarenz gut, weil man das "nur ein bisschen" ja nicht hinkriegt. Sucht hat ja immer was mit kontrollverlust zu tun. das ist ja auch das worunter du so leidest, dass es dich soviel zeit kostet und du nichts dagegen machen kannst. das schwierige an deiner Sucht ist ja - ähnlich wie bei der esssucht - dass man die sache an sich ja nicht für immer lassen kann/will, man sie aber irgendwann neu erlernen wird müssen. aber da weiss ich echt zuwenig darüber.
    rückschläge sind natürlich, der umgang damit nicht unbedingt leicht - man zerfleischt sich da schon mal, aber irgendwie muss man lernen damit umzugehen und schliesslich auch lernen sie zu vermeiden. erfahrungsgemäss geht das zunehmend besser, wenn man es ernst meint mit dem entzug.
    vermute mal ein sportliches auspowern könnte helfen. das tut es ja bei egal welcher Sucht meistens, dass es einen ruhiger macht, wenn man voll craved. hast du irgendeinen sport den du magst?

    alles liebe
    tulip

    ps: ich finde es gut, dass du dich hier angemeldet hast und dir hilfe suchen willst. erfahrungsgemäss wird so eine Sucht nur immer schlimmer und von selbst geht sie auch nicht weg.

    pps: vielleicht kann man das in den geschützten bereich verschieben, vielleicht schreiben dann auch mehr leute was?

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