Wie komme ich von Oxycodon los ?

  • Hallo ,
    mein Name ist Andreas , ich bin 42 Jahre alt und bin schon seit fast 2 Jahren unter dem Einfluss von Oxycodon !
    Angefangen hat alles vor 5-6 Jahren , dass ich durchs viele Auto fahren (seit über 20 Jahren im Außendienst ) Probleme mit dem Rücken bekam.
    Ganz besonders quälten mich die Schmerzen im Halswirbelbereich.
    Orthopäde 1 , dann 2 und noch einer wurde aufgesucht , 3 Wochen in einer Spezialklinik , aber nichts half mir. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und aus Ibuprophen wurde Tramal und irgendwann schickte mich mein Hausarzt zum Schmerztherapeuten ,der mir dann Oxycodon verschrieben hat. Erst 20 mg am Tag kurze Zeit später 40 und nun schon seit einem halben Jahr 60 mg.
    Ich persönlich möchte aber nicht noch mehr nehmen , auch wenn die Wirkung wieder nachlässt und die Schmerzen schon wieder stark zu spüren sind.
    Ich habe das Gefühl , dass ich nicht mehr der gleiche Mensch bin.
    Früher habe ich viel Sport getrieben , liebte das Leben , doch das ist total weg. Das Zeug hat mich total verändert.
    Hinzu kam , dass durch eine Arbeitsuntersuchung mein Arbeitgeber erfahren hat , das ich Opiate nehme und obwohl gut eingestellt ( mir macht Autofahren nichts aus ) war denen das zu unsicher , es wurde nach irgend etwas gesucht und so wurde ich gekündigt.
    Und sollte man nun bei einem Vorstellungsgespräch sagen , dass man aus medizinischen Gründen Drogen nimmt , hat sich die Sache schon erledigt !
    Aber was macht man , wenn man es verschweigt und es passiert etwas ?
    Ich habe schon versucht von dem Zeug los zu kommen , doch als die Entzugserscheinungen mich heim suchten habe ich es nicht lange ausgehalten und mit das Zeug eingeworfen. Das Zittern , aber vor allem das Schwitzen finde ich grausam.
    Ich fühle mich einfach nicht mehr wie der Mensch , der ich mal war und ein Lichtblick sind meine 2 Kinder , die ich fast jedes Wochenende habe , weil ich mich dann aufraffen muss.
    So komisch sich das anhört , weiss ich nicht , wie ich das mit meinem Schmerztherapeuten bereden soll. Werde wohl erst einmal mit meinem Hausarzt reden.
    Ich weiss , das ich von dem Zeug weg will , weil ich merke , wie es mich verändert , doch habe ich Angst vor einem Entzug und schiebe das weiter vor mir her. Wer kann mir sagen , wie lange man für einen Entzug braucht und wo es im Ruhrgebiet eine gute Klinik dafür gibt ?
    Ich bedanke mich jetzt schon für Eure Informationen.
    Danke
    Andreas

  • Also Medikamente sind nicht gleich Drogen. Menschen missbrauchen Sie als Drogen. Viele Menschen könnten kein "normales" Leben ohne Medis führen. Du musst bei einem Vorstellungsgespräch nicht erwähnen das Du dieses Medikament nimmst...ist halt nur die Frage ob Du so ein Beschäftigungsverhältnis starten willst gleich mit nem Vertrauensbruch. Zudem bei der Menge könnte ich mir gut vorstellen das es im Falle eines Unfalles Probleme mit der Kostenübernahme gibt. Ich selbst nehm Tramal, und mir wurde ausdrücklich untersagt Auto zu fahren weil die Versicherung nicht für Schäden aufkommt wenn Sie das erfährt. Ansonsten ist natürlich der Schmerzthera Dein Ansprechpartner! Oxy einfach absetzen funktioniert so nicht, es sollte langsam ausgeschlichen werden um Entzugserscheinungen zu mildern. Wenn das anständig gemacht wird wirst Du Dich nur ein paar Tage unwohl fühlen, ähnlich einer Grippe. Ausserdem kannst Du Dir Medis zur Unterstützung verschreiben lassen, aber vorsicht. Nicht das Du dann ein Problem mit denen bekommst.
    Etwas anderes ist es natürlich mit Deinen Schmerzen, die werden wiederkommen. Ich habe mir auch mal gesagt lieber Schmerzen aber "Clean" und das hat so nicht funktioniert. Da macht man sich auf die Dauer selbst kaputt. Es gibt soviele Medis die helfen können, vielleicht muss man bei Dir mal umstellen. Entzugskliniken gibt es nur sehr sehr wenige die sich auf Medikamente spezialliesiert haben. Meistens wird man da einfach auf Null gesetzt, mit viel Pech gibts nichtmal was zur Erleichterung. In Zusammenarbeit mit dem Schmerzthera und Deinem Hausarzt solltest Du das auch ganz gut zuhause hinbekommen wenn Du schön langsam runterdossierst. Kann Dir gerne meinen Absetzplan von Tramal schicken mit dem ich abdossiert hab. Bedeutet natürlich nicht das es Dir genaus hilft wie mir. Aber dann hast mal so nen Überblick. Ganz liebe Grüße, Carmen

  • Hallo ankomma,

    eigentlich würde dein Thread besser in den Suchtbereich passen, aber vielleicht hast den ja absichtlich hier gepostet - weil in den Postfächern nur Mitglieder lesen können?
    Wenn nein, dann sag das bitte, weil im Suchtbereich hast sicher mehr Antworten zu erwarten.

    Vom Prinzip hat Carry natürlich Recht, normal sollte man das führen von Fahrzeugen lassen. In wie weit das wirklich versicherungerechtliche Probleme geben hätte können, das ist mal dahingestellt - wenn dein Arzt dir das verschrieben hat, mit dem Wissen deiner Tätigkeit.

    Gegen die Kündigung hättest dich mit aller Macht wehren müssen, aber du hast schon Recht, nen Grund findet man als Arbeitgeber immer, der dann auch rechtlich haltbar ist.

    Ok, ich würde dir nun empfehlen, geh erneut zum Schmertthera und besprich das mit ihm. Das absetzen muss unbedingt medizinisch überwacht werden, am besten natürlich klinisch ablaufen.
    Davor gehört aber ein Rundumcheck gemacht, dass man auch sieht, wie belastbar du bist - weil der Entzug is kein Zuckerschlecken, wobei das ja nicht von heut auf morgen geht :winking_face:

    An was machst du eine gute Klinik fest? Kannst mir gerne mal deine PLZ per PN oder Mail zukommen lassen, dann kann ich dir paar Vorschläge unterbreiten.

    Ich nehm auch schon lange Tilidin, sogar als Ex-Junkie, aber meine Dosierung ist sehr niedrig und ich hab keine Nebenwirkungen wie Müdigkeit.
    Zwischendurch dosoiere ich wieder bisserl runter, dann hilft es wieder besser, aber schmerzfrei bin ich deswegen auch nie ganz.

    Wenn der Kopf nicht mitmacht, du also absetzen willst, dann sollst ds auch tun. Nur dann muss wohl auch eine Alternative gefunden werden, oder?
    Schon mal richtige Schmerztherapie gemacht, Reha?

    Op ist auch nicht immer die Lösung, ich hab zwar 2 Lendewirbel machen lassen, bin da bisserl vom Schmerz entlastet, aber ich hab noch weitere kaputte Dinger drinnen (zudem gibt es noch paar ander Baustellen) und die sind wohl eher nicht reperabel - zu gefährlich und zu wenig Nutzen lt. Orthopäden.

    Also, erst Infos einholen, wo wir dich gern etwas unterstützen und dann gehts los :smiling_face:

    Viel Erfolg!

    LG Franz

  • Hallo Carmen und Franz und danke fürs Antworten.
    Antwort Carmen :
    Klar , wenn es nach mir geht würde ich am liebsten zu Hause entziehen , aber ich habe Angst , dass ich das nicht hin bekomme , da ich es ohne Oxy nur einige Stunden aushalte. Habe auch versucht von den momentan 60 mg nur 40mg zu nehmen , aber auch da treten schon Entzugserscheinungen auf !
    Ferner habe ich keine Ahnung , was die Ärzte mir zur Linderung geben könnten. Ich denke irgendwelche Benzos , aber da habe ich schon seit ich denken kann das Problem , dass diese bei mir nicht richtig wirken. Sei es im Krankenhaus vor OP´s oder auch schon mal wegen starker Schlafprobleme zu meiner Scheidungszeit von meiner Frau ( habe sogar das sehr starke Flunitrazepam erhalten ) ! Ich glaube ich könnte da 10 Stück von schlucken , ich spür die nicht -- habe damals aber immer nur eine genommen , aber ohne Erfolg --
    Habe auch jetzt oft das Problem nicht richtig schlafen zu können , doch von anderen Medis lasse ich die Finger !
    Ich hoffe , dass ich eine geeignete Klinik in meiner Umgebung finde ! Wohne in Marl ( Kreis Recklinghausen / nördliches Ruhrgebiet )

    An Franz :
    Ich habe da garnicht so genau geschaut , wo ich mein Problem / meine Frage reinstelle , doch mit dem Suchtbereich hast du bestimmt Recht , dass es da mehr Antworten geben könnte.
    Wo ich wohne , weisst du nun ja schon , vielleicht hast du ja Tipps für mich !
    Gruß
    Andreas

  • Zitat

    doch von anderen Medis lasse ich die Finger

    Naja, Opiate und Benzos sind ja wohl auch die heftigsten Mittel, die es gibt. Frag doch lieber mal nach etwas harmloserem, vielleicht mal etwas, dass nicht abhängig macht.

  • Also, Oxy ist nicht nur ein Opiat, es gehört zu den hochwirksamen Morphinen.
    Ich persönlich halte es von Deinem Arzt für absolut verantwortungslos, Dich in einem so frühen Stadion der Schmerztherapie schon auf so ein heftiges Medikament zu sezen.

    Ich selber nehme seit 10 Jahren Morphine, habe schon alle Klassen durch, und mache gerade einen stationären Entzug in einer Schmerzthera.
    Ein Entzug, schon allein eine Drosselung muss unbedingt ärztlich begleitet werden, am Besten stationär, aber das hat Carry ja schon gesagt.

    Es gibt noch weitaus mehr als nur Benzos, was man als Unterstützung zum Entzug einsetzen kann.
    Wende Dich doch mal an eine Klinik, die auf Schmerzbehandlung spezialisiert ist. Für dich kommtda die "Glück-auf" Klinik in Bochum, oder die Uni in Düsseldorf in Frage

  • Hab es mal passend verschoben, werden morgen dann mal anworten und versuchen, dass ich da was für dich finde :smiling_face:

    LG Franz

    edit: dunge hat ja schon mal 2 Sachen genannt, aber ich schau dann bei Gelegenheit nochmal.

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